Künstliche Intelligenz KI – eine starke Verbündete für die öffentliche Sicherheit

Ein Gastbeitrag von Dieter Prummer 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ohne sie werden Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS, bald nicht mehr in der Lage sein, ihren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen.

KI kann Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben helfen, ihre Aufgaben effizient zu erfüllen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
KI kann Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben helfen, ihre Aufgaben effizient zu erfüllen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Situation im Bereich der öffentlichen Sicherheit entwickelt sich schnell weiter. Da die BOS mit unzähligen Herausforderungen zu kämpfen haben, ist die Integration von KI nicht nur ein technologisches Upgrade, sondern – bei aller momentan noch vorherrschenden Skepsis – sehr bald schon eine Notwendigkeit. Zunehmender Fachkräftemangel, ständig steigende Anforderungen an die öffentliche Sicherheit, knappe Budgets und wachsende Sicherheitsbedürfnisse der Öffentlichkeit, der Medien und der Politiker in Bezug auf eine schnellere Reaktion auf Vorfälle und die erfolgreiche Aufklärung von Verbrechen unterstreichen den Bedarf an KI.

Unterstützende KI

Wie so oft bei früheren technologischen Fortschritten steht man auch den leistungsstarken Möglichkeiten der KI mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Insbesondere in der Polizeiarbeit hat prädiktive KI die meiste Kritik auf sich gezogen, und auch der Einsatz von KI zur Gesichtserkennung ist umstritten. So hilfreich diese Technologien auch sein können, sie bergen ebenso die Gefahr der Voreingenommenheit und der Schutzverletzung der Privatsphäre in sich und müssen ständig bewertet und überwacht werden. Assistive KI – das bedeutet unterstützende KI, die Warnhinweise und Handlungsvorschläge liefert, aber die Entscheidung, wie auf Vorfälle zu reagieren ist, dem Menschen überlässt – beseitigt diese Kontroverse.

Eine in ein IT-gestütztes Einsatzleitsystem integrierte Assistive KI kann riesige Datenmengen – Anrufe, Videos, Sensorsignale, Alarme usw. – durchforsten, um Auffälligkeiten, Trends und Anomalien zu erkennen, die einem vielbeschäftigten Mitarbeitenden in einer Notruf- und Einsatzzentrale entgehen könnten. Meldet beispielsweise ein Anrufer eine Person, die sich verdächtig verhält, und wurden mehrere ähnliche Anrufe von Anrufern in verschiedenen vorherigen Dienstschichten entgegengenommen, kann die unterstützende KI diese ähnlichen Anrufe markieren und den Teammitgliedern in der Einsatzzentrale auf einen Trend hinweisen, der eine angepasste Reaktion erforderlich machen könnte.

Überwindung des Personalmangels

KI kann dazu beitragen, die dringendsten Probleme zu lösen, mit denen die öffentliche Sicherheit heute konfrontiert ist, wie z. B. den Personalmangel. Qualifizierte Fachkräfte für Cybersicherheit, forensische Analysen und Disponenten und „Calltaker“ in Notrufzentralen sind sehr gefragt, aber nicht ausreichend vorhanden. Künstliche Intelligenz kann diese Lücke schließen, indem sie Routineaufgaben automatisiert und sich der Mensch als Spezialist auf komplexere und kritischere Aspekte der Arbeit konzentrieren kann. So eröffnen KI-gesteuerte Systeme neue Dimensionen beispielsweise im Bereich Datenanalyse, Mustererkennung und Identifizierung von Anomalien. Unterstützende KI kann hier schnellere und präzisere Ergebnisse liefern.

Ein Mensch – selbst ein hochspezialisierter Experte mit langjähriger Erfahrung – wird von der Leistungsfähigkeit der KI hinsichtlich Informationsauswertung übertroffen. KI kann somit die Gesamteffizienz in der öffentlichen Sicherheit verbessern, ersetzt aber nicht den Menschen. Des Weiteren lassen sich Sprachanrufe mittels KI automatisch in Text umwandeln und die entsprechenden Eingabemasken im Einsatzleitsystem automatisch befüllen. Auch KI-basierte automatische Übersetzungen von Fremdsprachen in lokale Sprachen sind keine Zukunftsvision mehr. So ist es einfacher, die über Anrufe übermittelten Informationen rascher und dennoch genau festzuhalten.

Die Anforderungen an BOS, die mit Personalmangel zu kämpfen haben, steigen ständig. Von naturbedingten Katastrophen und terroristischen Bedrohungen bis hin zu Cyberangriffen, Banden- und Alltagskriminalität – der Umfang und das Ausmaß der Vorfälle, die bewältigt werden müssen, nehmen zu. KI kann den zuständigen Behörden und Organisationen helfen, mit diesen Anforderungen Schritt zu halten, indem fortschrittliche KI-basierte Tools für Analysen, Ressourcenzuweisung und Echtzeitüberwachung bereitstehen.

Ein Blick in eine beliebige Notrufzentrale zeigt, dass „Calltaker“ und Disponenten in kritischen Situationen zweifelsohne mit einer Überlastung zu kämpfen haben. Es ist z.B. überaus herausfordernd bei Großlagen mit der Vielzahl der über Festnetz- und Mobiltelefonen eingehenden Anrufe und zudem mit der Informationsfülle, die von Kameras und anderen Sensoren ins Einsatzleitsystem eingespielt wird, Schritt zu halten.

Arbeiten mit knappen Budgets

Sind BOS mit Budgetbeschränkungen konfrontiert, so werden Investitionen in neue Technologien oder die Erweiterung ihres Personalbestands zu einer echten Herausforderung. KI bietet eine kostengünstige Lösung, indem KI die Leistungsfähigkeit zum Schutz von Leben, Eigentum und Gemeinwohl verbessert. Durch die (Teil-)Automatisierung von Verwaltungsaufgaben wie der Erstellung von Berichten und der Dateneingabe werden Mitarbeitende entlastet, sodass sie sich anderen Aufgaben widmen können. KI-gesteuerte Systeme sind im Stande, auch die Zuweisung von Einsatzressourcen zu optimieren und sicherzustellen.

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Steigende Erwartungen erfüllen

Im heutigen Zeitalter der allgegenwärtigen Kommunikation und Information sind die Erwartungen der Öffentlichkeit, der Medien und der Politiker an eine schnelle Reaktion auf Vorfälle und erfolgreiche Ermittlungen höher als je zuvor. KI kann die Geschwindigkeit und Genauigkeit von Vorfall-Reaktionen durch Echtzeit-Datenanalyse und -Entscheidungsunterstützung verbessern. So können KI-gestützte Einsatzleitsysteme beispielsweise Notrufe nach ihrem Schweregrad priorisieren und Vorschläge zur Ressourcenzuweisung unterbreiten, um sicherzustellen, dass die kritischsten Vorfälle sofort behandelt werden.

Bei der Untersuchung von Verbrechen durchforstet KI immense Datenmengen, um Verdächtige identifizieren und schlussendlich die Aufklärungsrate erheblich verbessern zu können. Mit KI-gesteuerten Chatbots ließen sich auch Anfragen aus der Bevölkerung entgegennehmen, die nicht Notfall-bezogen sind. Damit werden Personalressourcen freigesetzt und Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufgrund langsamer oder unzureichender Antworten vermieden.

Ein starker Verbündeter

Die Integration von KI in Systeme der öffentlichen Sicherheit ist keine ferne Zukunftsüberlegung, sondern eine anstehende Notwendigkeit. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels, steigender Anforderungen, knapper Budgets und höherer Erwartungen wird KI zu einem mächtigen Verbündeten, der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben hilft, ihre Aufgaben effizient und effektiv zu erfüllen.

Durch den Einsatz von KI können die verantwortlichen Stellen die aktuellen Herausforderungen meistern und sich proaktiv auf die komplexen Anforderungen der Welt von morgen vorbereiten. Die Zukunft der öffentlichen Sicherheit ist untrennbar mit den Fortschritten der KI verbunden. All jene, die dies erkennen und entsprechend handeln, werden besser gerüstet sein, um Leben, Eigentum und Gemeinwohl in ihren Verantwortungsbereichen und darüber hinaus zu schützen.

Dieter Prummer
ist Country Manager für Deutschland & Österreich Public Safety bei der Safety, Infrastructure & Geospatial Division von Hexagon.

Bildquelle: Hexagon

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