Zentrale Statistik-Komponente Je besser, desto öfter

Von Chiara Maurer 3 min Lesedauer

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Online-Verwaltungsleistungen? Ja bitte! Aber nur, wenn sie nutzerfreundlich sind. Denn nur Dienste, die für Bürgerinnen und Bürger verständlich sind, werden auch wirklich genutzt. Um auswerten zu können, wie häufig Leistungen genutzt werden, hat der Bund ein Tool entwickelt.

Nur wenn ein Dienst nutzerfreundlich ist, wird er von den Bürgerinnen und Bürgern auch wirklich genutzt.(©   eclipse_images – Getty Images Signature via Canva.com)
Nur wenn ein Dienst nutzerfreundlich ist, wird er von den Bürgerinnen und Bürgern auch wirklich genutzt.
(© eclipse_images – Getty Images Signature via Canva.com)

Die Nutzungsfreundlichkeit und die Nutzungshäufigkeit digitaler Verwaltungsleistungen sind zwei unweigerlich zusammenhängende Faktoren – schließlich nutzen weniger Bürgerinnen und Bürger einen Dienst, den sie nicht verstehen oder der in der Anwendung zu kompliziert ist. Dass es so also nicht nur auf die Verfügbarkeit von Leistungen ankommt, sondern dass auch die Information, wie häufig sie letztlich wirklich genutzt werden, von Bedeutung ist, hat der IT-Planungsrat bereits in einem Beschluss im Juli festgestellt.

Ziel war deshalb die Entwicklung einer Plattform, auf der die Nutzungsdaten der jeweiligen Leistungen aufgelistet werden. Nach einer Pilotierung im ersten Halbjahr steht nun die vom Bund entwickelte und betriebene Zentrale Statistik-Komponente (ZSK) bereit.

Die Zentrale Statistik-Komponente (ZSK)

Um einen möglichst weitreichenden Überblick über die Nutzungshäufigkeit der Onlineservices zu erhalten, hatte der IT-Planungsrat nach seinem Beschluss Bund und Länder darum gebeten, die nicht-personenbezogenen Nutzungsdaten aller derjenigen Verwaltungsleistungen bereitstellen, deren Regelungskompetenz beim Bund liegt. Zusätzlich konnten auch Länder und Kommunen die Nutzungsdaten für diejenigen Leistungen beitragen, die auf Grundlage ihrer eigenen Regelungskompetenz erstellt wurden.

Die ZSK erfasst diese Daten systemisch und nutzt die Transaktionszahl eines Online-Services, also die Anzahl an initialen Antragstellungen, Anzeigen oder Meldungen über einen Onlinedienst an eine Behörde, als zentralen Indikator und kann diesen dabei bis auf Kreisebene aufschlüsseln.

Berechtigte Nutzerinnen und Nutzer erhalten mit der Zentralen Statistik-Komponente eine Möglichkeit, sich die Werte grafisch darstellen zu lassen, sie monatlich, quartalsweise oder jährlich auszuwerten und Zeiträume, Portale oder Regionen zu vergleichen.

Priorisierung und Anbindung der Services

Da sehr viele URLs zu den 484 OZG-Leistungen im Portalverbund Online-Gateway (PVOG), das die Verwaltungsportale des Bundes und der Länder ermöglicht, existieren, wurden die Services unterschiedlich entsprechend der fünf Kriterien

  • Programmbezug,
  • Flächendeckung,
  • Transaktionsstärke,
  • politische Bedeutung sowie
  • Regelungs- und Vollzugsebene

priorisiert, um zuständige Behörden zielgerichtet hinsichtlich ihrer Anbindung an die ZSK anzusprechen. Dennoch fordert der IT-Planungsrat alle zuständigen Stellen unabhängig ihrer Priorisierung auf, sich an das ZSK anzubinden.

Die Anbindung der Services erfolgt dabei über Systeme wie etwa die Open-Source-Webanalytik-Plattform Matomo. Derzeit läuft außerdem eine Testphase, in der die Datenanlieferung automatisiert über eine externe Schnittstelle erfolgt. Über die ZSK-Benutzeroberfläche können die Daten zudem als CSV-Datei oder manuell über ein Formular erfasst werden. Bislang sind so zwölf Onlineservices sowie das Verwaltungsportal des Bundes mit bisher 19 Diensten an die ZSK angebunden (Stand: 1. Oktober). Die Anbindung weiterer Dienste soll sukzessive erfolgen. Auch die ZSK-Info-Website sowie ein umfassendes Informationspaket für die Anbindung, bestehend aus Anleitungen zur Nutzung und zu den technischen Schnittstellen, sollen fortlaufend optimiert werden.

Zudem ergänzt der Normenkontrollrat, dass auch Nutzungsdaten aus Typ-4/5-Leistungen von der ZSK abgebildet werden können und so auch hier entsprechende Behörden dazu eingeladen sind, sich an die ZSK anzubinden. Bislang sind, gemessen an der Gesamtheit aller verfügbaren Online-Services, nur sehr wenige Dienste an die Zentrale Statistik-Komponente angebunden, und einige Dienste liefern Daten nur unvollständig oder unregelmäßig. Um zu einem Gesamtbild der Nutzung elektronischer Verwaltungsleistungen in Deutschland zu gelangen, betont der Rat deshalb, dass alle Länder und Kommunen eingeladen sind, durch die Bereitstellung von Daten zu mehr Verwaltungsleistungen beizutragen.

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