In den nächsten Jahren sollen die Umsätze für den deutschen Smart-City-Markt auf 43,8 Milliarden Euro steigen. Eine aktuelle Studie zeigt Chancen für Unternehmen und Städte. Doch müssen Städte und Unternehmen intensiv kooperieren, sonst scheitern sie.
Aufbruchstimmung in Deutschland: Der Markt für Smart City wird sich laut einer Studie in den nächsten Jahren auf 43,8 Mrd. Euro verdoppeln.
Die wohl bisher umfassendste Studie zum Thema Smart City haben der Verband der Internetwirtschaft, eco, und das Consulting-Unternehmen Arthur D. Little veröffentlicht. Gerade mit Blick auf die zu erwartenden Umsätze dürfte das Ergebnis interessant sein: In den nächsten Jahren erwarten die Initiatoren der Studie 43,8 Milliarden Euro. Damit ist der Smart-City-Markt einer der am schnellsten wachsenden Sektoren sowohl weltweit als auch in Deutschland.
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Allein für das Jahr 2017 erwarten die Initiatoren der Studie mit dem Titel „Das deutsche Smart-City-Ökosystem als Chance – Projektion 2022“ einen Umsatz von ungefähr 20,4 Milliarden Euro in Deutschland. Smart City ganzheitlich betrachtet ist sehr komplex. Die Studie hat das Ökosystem Smart City unterteilt in die Segmente Gesundheitswesen, Physische Sicherheit, Finanzen, öffentliche Verwaltung, Bildung, Einzelhandel und Tourismus, Energie, Gebäudeautomatisierung, Transport und Logistik sowie Kommunikationsdienste und Netzwerksicherheit.
Deutschland ist abgeschlagen bei Smart City
Im Mittelpunkt einer Smart City stehen die Bürger und Kommunen. „(…) immer mehr Mobilität, eine bessere Luft- und Umweltqualität und für eine alternde Bevölkerung.“ Fasste Harald A. Summa, Geschäftsführer eco – Verband der Internetwirtschaft e. V., die Smart-City-Konzepte und die steigende Urbanisierung zusammen. Das Internet der Dinge wird in Form von Smart-City-Lösungen Kommunen und Bürgern die adäquate Versorgung älterer Menschen erleichtern und gleichzeitig mit smarten Verkehrs-Konzepten Stau und Emissionen verringern.
Von den zehn erwähnten Segmenten einer Smart City wächst das Segment Bildung am schnellsten. Allein von der Gebäudeautomatisierung erwarten eco und Arthur D. Little in den Jahren 2017 bis 2022 ein Wachstum von über 20 Prozent und ein Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro.
Doch betrachtet man den deutschen Markt der Smart City, so sind die Ergebnisse noch recht ernüchternd. „Deutsche Firmen müssen beginnen, entsprechende Produkte und Services mit Testkunden und Referenzprojekte auf den Markt zu bringen. Nur so werden sie bei den großen Mega-Projekten, wie sie bereits heute international durchgeführt werden, zum Zuge kommen.“, kommentierte es Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little.
Unternehmen müssen zusammenarbeiten oder sie scheitern
Und Firmen, die nicht proaktiv offen für Kooperationen sein werden, haben keine Chance. Als führende Beispiele, wie eine Smart City funktionieren kann, führten beide Unternehmen Wien und auch Dubai an. Gerade die großen Mega-Citys werden es sein, die von intelligenten Parksystemen, einer reibungslosen Verzahnung unterschiedlicher Verkehrssysteme sowie durchdachtes Verkehrsmanagement profitieren.
Auch die IT-Sicherheit und die Netzinfrastruktur wird von Investitionen profitieren: Mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 und einem durchschnittlichen Wachstum von über 13 Prozent. Ebenfalls von einer vernetzten Infrastruktur wird das Marktsegment Bildung profitieren: Die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen steht allerdings noch am Anfang. Staat und Wirtschaft müssen in den nächsten Jahren in Hardware, Software und Service-Leistungen wie Cloud-Plattformen sowie digitale Lehrinhalte investieren.
Die zunehmend alternde Bevölkerung erfordert es, dass auch in die Gesundheits-Infrastruktur investiert wird. Dazu gehören mobile Gesundheitsgeräte wie portable Blutzuckermessgeräte, welche die Entwicklung vorantreiben. Alte Menschen werden zunehmend von digitalen Patientenakten und einem persönlichem Gesundheitsmanagement profitieren.
„Damit deutsche Städte in den kommenden Jahren im internationalen Vergleich zu führenden Smart-Citys aufsteigen, müssen sie heute enger zusammenarbeiten und einen ganzheitlichen Ansatz finden“, empfiehlt Harald A. Summa. Das bedeutet, eine kohärente Strategie zu finden, die eine Vielzahl unterschiedlicher Smart-City-Angebote integriert – von Mobilität über Energiemanagement bis hin zu Sicherheitslösungen. Am besten gelingt das mit einer segmentübergreifenden Smart-City-Plattform als Bindeglied aller Dienstleistungen.
eco-Mitglieder erhalten die Studie kostenfrei auf Anfrage an mitglieder@eco.de. Nicht-Mitglieder erhalten dort kostenfrei eine Management Summary oder können die Studie unter diesem Kontakt für 149 Euro erwerben.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal Elektronikpraxis.