Zukunft der Verwaltung Freunde werden: KI nutzen und an den Feiertagen durchatmen

Ein Gastbeitrag von Laura Detels 5 min Lesedauer

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Wenige Debatten, Diskussionen und Gespräche in diesem Jahr haben sich nicht um Künstliche Intelligenz, Prompts, einhergehende Risiken und Herausforderungen gedreht. Lassen Sie uns also den Anlass der besinnlichen Winterzeit nutzen und die Entwicklungen der letzten Monate reflektieren. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns ansehen, was genau eigentlich hinter dem Schlagwort Künstliche Intelligenz steckt – eine einheitliche Definition fehlt bisweilen nicht nur im AI Act – und wollen Potenziale und Möglichkeiten junger Unternehmen erörtern.

 „Die Angst vor dem Unbekannten ist die größte Angst von allen.“ (Yvon Chouinard)(©  Kresimir - stock.adobe.com)
„Die Angst vor dem Unbekannten ist die größte Angst von allen.“ (Yvon Chouinard)
(© Kresimir - stock.adobe.com)

In den vergangenen Monaten habe ich immer wieder beobachtet, wie bei Gesprächen rund um Künstliche Intelligenz (KI) Gefahren und Risiken betont wurden. KI als für viele Anwender:innen undefinierbare Masse; undurchsichtiger und potenzieller Ersatz von Menschen. Wenn man es so sieht, ist KI beängstigend.

Dabei halte ich es gemeinhin mit Yvon Chouinard, Kletterer und Gründer der Marke Patagonia, der einmal sagte: „Die Angst vor dem Unbekannten ist die größte Angst von allen.“ Deshalb ist es essenziell, zu verstehen, was eigentlich hinter dem Schlagwort KI steckt, um Potenziale zu erkennen und nutzen zu lernen.

Machine Learning

Grundsätzlich beschreibt der Begriff KI eine Vielzahl von Teil­bereichen, z.B. Machine Learning (ML), also die Programmierung von Computern mithilfe einer ­großen Datenmenge (Bilder, Texte, Sprache), um Muster in Datensätzen zu erkennen. Ein Beispiel für die erfolgreiche Nutzung von ML finden wir in Großbritannien, wo der Regierungsdigitalservice (Government Digital Service) in Kooperation mit der Pensions­regulierungsbehörde prädiktive ­Algorithmen nutzt, um das zukünftige Verhalten der Pensionssysteme zu antizipieren oder um Nutzendenkommentare und -anfragen zu automatisieren und zu verarbeiten.

Eine komplexe Form des maschinellen Lernens stellt das sogenannte Deep Learning dar, eine spezifische Form der Informations­verarbeitung. Hierbei werden künstliche neuronale Netze genutzt und zwischen der Eingabe- und Ausgabeschicht platziert. Dies wiederum geschieht durch ein kontinuierliches Hinterfragen und eine damit einhergehende Gewichtung von Entscheidungen. Die Maschine lernt, sich ohne menschliches Handeln zu verbessern und Entscheidungen zu treffen.

Generative KI

Auch Generative Künstliche Intelligenz gehört in den Teilbereich des Maschinellen Lernens und ­beschreibt ein Modell, das lernt, anhand von Beispielen und Trainingsdaten, Inhalte zu generieren. Diese Ergebnisse können sowohl Texte als auch Bilder oder Programmiercode sein. Das bekannteste Beispiel ist möglicherweise ChatGPT. Aber auch Chatbots, die auf den Webseiten der Bürger­ämter Fragen der Bürger und Bürgerinnen beantworten, sind Teil des Bereiches Generative KI. In Anlehnung daran beschreiben ­Large Language Modells – große Sprachmodelle – eine spezifische Art der Generativen KI. Diese sind in der Lage möglichst authentisch wirkende Sprache zu erzeugen.

Laut einer Umfrage der Beratungsfirma Strategy& (2023) sehen acht von zehn befragten Personen Risiken in der Nutzung von Künstlicher Intelligenz und KI-gestützten Anwendungen. So stimmen jene Befragte auch der Aussage zu, dass eine unkontrollierte Anwendung von künstlichen Intelligenzen eine potenzielle Gefahr für die Demokratie darstellt.

Bei Risiken und ­Nebenwirkungen …

Tatsächlich ist das Phänomen von KI-generierten Falschinformationen ein Problem. Sogenannte Halluzinationen von Sprachmodellen beispielsweise sind Antworten, die wir von einer KI erhalten und die plausibel klingen, inhaltlich allerdings wenig korrekt sind. Zu beobachten ist dies vor allem dann, wenn ein Modell nicht über ausreichend Trainingsdaten verfügt. Langfristig lassen sich Falschantworten laut Google Bericht (2023) nicht ausschließen. Gleichzeitig ­geben etwa 75 Prozent aller Befragten besagter Umfrage an, dass die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen unvorhersehbar und negative Konsequenzen nicht auszuschließen seien. Auch eine höhere Arbeitslosigkeit halten ebenso viele der Befragten für wahrscheinlich.

Potenziale erkennen und Möglichkeiten nutzen

Vor dem Hintergrund der zu erkennenden Skepsis stellt sich die berechtigte Frage: Warum sollten im öffentlichen Sektor überhaupt KI-Lösungen genutzt werden? Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Einerseits kann die Nutzung KI-gestützter Anwendungen dazu beitragen, Mitarbeiter:innen zu entlasten und Engpässe, die beispielsweise durch den nahenden Fachkräftemangel ausgelöst werden, zu mildern. Wiederkehrende Verfahrensprozesse zum Beispiel können durch KI-gestützte Automatisierungen effizienter gestaltet werden.

Auf der nächsten Seite: Blick über den Tellerrand: Norwegen & wie man KI transparent und verantwortungsvoll nutzen kann.

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