Das große IT-Versagen der Behörden

Fällt jetzt das Cloud-Tabu?

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Lösungsansätze und Alternativen

Angesichts der aufgezeigten Risiken müssen Behörden dringend und zwingend alternative IT-Strategien in Betracht ziehen, die ihnen eine stärkere Kontrolle über ihre Daten und Infrastrukturen ermöglichen.

On-Premises-Lösungen: Zurück in die Eigenverantwortung

On-Premises-Lösungen bieten hier einen vielversprechenden Ansatz, da sie es den öffentlichen Institutionen erlauben, ihre IT-Systeme selbst zu betreiben und zu verwalten. Die Daten verbleiben im eigenen Rechenzentrum, sodass Sicherheitsrichtlinien und Datenschutzmaßnahmen maßgeschneidert und konsequent umgesetzt werden können. Diese unmittelbare Kontrolle ermöglicht es, im Falle von Sicherheitsvorfällen schnell und zielgerichtet zu reagieren, ohne auf externe Dienstleister angewiesen zu sein.

Hybride Modelle: Mittelweg mit klaren Grenzen

Ein weiterer Ansatz liegt in hybriden IT-Modellen, die das Beste aus beiden Welten kombinieren. Bei einem solchen Modell werden kritische Daten und Anwendungen lokal verwaltet, während weniger sensible Bereiche durch ausgewählte Cloud-Dienste unterstützt werden. Dies bietet den Vorteil, flexibel auf Bedarfsspitzen reagieren zu können, ohne die vollständige Kontrolle über die IT-Infrastruktur aufzugeben. Durch die Integration moderner Sicherheitskonzepte in beide Bereiche lässt sich eine ganzheitliche Strategie entwickeln, die den besonderen Anforderungen der öffentlichen Verwaltung gerecht wird.

Modernes Lizenzmanagement: Kosten senken, Unabhängigkeit stärken

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um diese alternativen Modelle wirtschaftlich attraktiv zu gestalten, ist ein modernes Lizenzmanagement. Konzepte wie „Bring Your Own License“ ermöglichen es Behörden, bereits vorhandene Softwarelizenzen optimal zu nutzen und teure Neuinvestitionen zu vermeiden. Der gezielte Einsatz gebrauchter Software trägt darüber hinaus dazu bei, Kosten zu senken und gleichzeitig einen nachhaltigen, ressourcenschonenden IT-Betrieb zu fördern. Diese Strategien bieten nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern stärken auch die Unabhängigkeit der IT-Infrastruktur – ein entscheidender Aspekt in Zeiten globaler Abhängigkeiten und zunehmender Sicherheitsbedenken.

Fazit: Nur souveräne IT-Konzepte sind langfristig sicher

Der Trend, auf die Cloud-Lösungen der Hyperscaler zu setzen, mag auf den ersten Blick als Fortschritt und Modernisierung erscheinen. Doch die damit verbundenen eklatanten Risiken – der Verlust der digitalen Souveränität, die Gefährdung sensibler Bürgerdaten sowie die potenziellen Eingriffe durch internationale Rechtsvorschriften wie der Cloud Act – müssen sehr ernst genommen werden. Behörden stehen vor der Herausforderung, einerseits von den Vorteilen moderner IT-Lösungen zu profitieren und andererseits ihre Unabhängigkeit und Kontrolle über die eigene Infrastruktur zu bewahren.

Eine unkritische und schnelle Entscheidung ausschließlich zugunsten der (nicht staatlichen) Cloud wird sich langfristig ganz sicher als Bumerang erweisen – finanziell, datenschutzrechtlich und sicherheitspolitisch. Umso wichtiger ist es, digitale Souveränität an erste Stelle zu setzen – wie es die EU-Kommission seit 2020 zum Ziel erklärt hatte – und die vollständige Kontrolle über kritische Daten zu behalten.

  • Wer der Cloud nicht ganz abschwört, sollte klare Strategien entwickeln: Welche Daten dürfen auf gar keinen Fall das eigene Rechenzentrum verlassen? Wo ist ein kontrollierter Hybrideinsatz möglich?
  • Gebrauchte Software und ein durchdachtes Lizenzmanagement ermöglichen auch abseits reiner Cloud-Lösungen effiziente und moderne IT-Strukturen – ohne den Verlust eigener Handlungsfreiheit.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Daten in der modernen Gesellschaft, in der Daten das Rückgrat staatlicher Prozesse und das Vertrauen der Bürger ein hohes Gut sind, dürfen sich öffentliche Institutionen nicht blind einer externen Infrastruktur ausliefern. Souveräne IT-Konzepte, die nationale Standards wahren und die Kontrolle über sensible Informationen bewahren, sind der Schlüssel zu einer zukunftssicheren, kosteneffizienten und verantwortungsvollen Verwaltung.

Alternative Ansätze wie On-Premises-Lösungen und hybride IT-Modelle bieten die Möglichkeit, diese Balance zu erreichen. Sie ermöglichen es, kritische Daten und Anwendungen sicher im eigenen Haus zu verwalten und gleichzeitig flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Ergänzt durch ein modernes Lizenzmanagement, das innovative Konzepte wie „Bring Your Own License“ und den Einsatz gebrauchter Software integriert, entsteht ein IT-Ökosystem, das wirtschaftlich attraktiv und langfristig unabhängig agiert.

Behörden und öffentliche Institutionen sollten den verführerischen Trend der Cloud kritisch hinterfragen und alternative Lösungsansätze in den Mittelpunkt ihrer IT-Strategie rücken. Nur so kann langfristig sichergestellt werden, dass die digitale Souveränität gewahrt bleibt und die Sicherheit sensibler Bürgerdaten oberste Priorität hat – ein entscheidender Schritt in Richtung einer modernen und sicheren Verwaltung.

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