Digitalisierung in der Kommune Eine Super-App für Worms

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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In einem Pilotprojekt realisiert die Stadt Worms eine City-App für eGovernment-Angebote sowie Services rund um Wirtschaft, Kultur und Bildung. Die Plattform soll künftig auch mit OZG-Verwaltungsplattformen sowie der BundID kompatibel sein.

Die App „KOBIL myCity“ dient auch als digitaler Marktplatz(©  KOBIL Gruppe)
Die App „KOBIL myCity“ dient auch als digitaler Marktplatz
(© KOBIL Gruppe)

Eine App für die ganze Stadt, das ist das Ziel eines Pilotprojekts in Worms. Die App, die sich aktuell in der Umsetzungsphase befindet, soll Stadt und Region lebendiger machen, indem sie ein digitales Ökosystem für Amtsgänge und sämtliche praktischen Dinge des täglichen Lebens anbietet. Die Bürgerinnen und Bürger sollen darüber zukünftig Parkausweise und Personalausweise beantragen und Hunde anmelden, Einkäufe und Bankgeschäfte erledigen sowie Babysitter- und Kulturangebote buchen können. Auch Chatten und ein sicherer Austausch von Dokumenten soll möglich sein.

Heike Landwehr, Projektmanagerin Digitalisierung bei der Stadtverwaltung Worms.(©  Heike Landwehr)
Heike Landwehr, Projektmanagerin Digitalisierung bei der Stadtverwaltung Worms.
(© Heike Landwehr)

„Die Digitalisierung von Dienstleistungen in Verwaltung und Wirtschaft erfordert die Einhaltung hoher Sicherheitsstandards und strikter Datenschutzbestimmungen,“ betont Heike Landwehr, Projektmanagerin Digitalisierung bei der Stadtverwaltung Worms. Dies sei eine zentrale Herausforderung für Städte und Kommunen. Mit KOBIL scheint der richtige Projektpartner gefunden zu sein. Dessen App, die auch in Worms zum Einsatz kommt, läuft bereits seit drei Jahren in Istanbul und hat dort über fünf Millionen Nutzer. „Eine App nur für Verwaltungsdienstleistungen wird niemals erfolgreich sein. Was wir brauchen, ist eine App für alles – eine SuperApp“, sagt Ismet Koyun, CEO und Gründer von KOBIL.

Kompatibel und sicher

Die Stadt-App ist DSGVO-konform und soll künftig auch mit OZG-Verwaltungsplattformen sowie der BundID kompatibel sein. Der Zugriff auf kritische Daten ist, wie der Anbieter betont, nur von vordefinierten Geräten aus möglich. Die Sicherheit hat oberste Priorität: „Mittels Echtzeitüberwachung der Software werden potenzielle Angriffe erkannt und sofort gestoppt. AES-Verschlüsselung, 14-fache Schutzschichten bei Datentransfers und sichere Boot-Prozesse, wie man es von der elektronischen Patientenakte oder aus dem Online-Banking kennt, sorgen für zusätzlichen Schutz. Alle Daten liegen auf verschlüsselten Servern in Deutschland“, heißt es von KOBIL.

Wenig Aufwand für Stadt und Bürger

Die finanziellen und personellen Ressourcen in den deutschen Kommunen sind knapp. Die neue City-App ist eine schlüsselfertige Low-Code-Lösung, die sich laut Anbieter „nahtlos in bestehende Systeme integrieren lässt“. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen die Inhalte der App ohne IT-Kenntnisse ganz einfach selbst aktualisieren und erweitern können. „Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal unserer App. Wir sparen dadurch Zeit und Kosten“, betont Heike Landwehr.

Auch für die Nutzer soll es möglichst einfach und klar sein. „Wir brauchen Transparenz. Verwaltung und Wirtschaft sollen darauf vertrauen können, dass die Identität der Nutzerinnen und Nutzer, die einen Antrag stellen oder Ware bestellen, geklärt ist“, sagt Landwehr. Ismet Koyun ergänzt: „Unsere SuperApp ist eine demokratische Plattform. Jeder User hat, anders als bei großen Social-Media-Plattformen, eine eigene, sichere digitale Identität. Fakeprofile gibt es nicht.“

Finanzierung

Die App wird mit öffentlichen Mitteln finanziert, KOBIL investiert zusätzlich in das Pilotprojekt. Die Stadt wird die laufenden Betriebskosten der City-App übernehmen. „Durch den zukünftig zusätzlichen, unkomplizierten und zeitunabhängigen Zugang zu Services über die City-App kann von einem hohem Einsparpotenzial ausgegangen werden. Alleine aufgrund durchgängig digitaler Prozesse und des reduzierten Papierverbrauchs“, meint Landwehr.

Während der Umsetzungsphase und danach wird laufend Feedback gesammelt, sodass die App weiterentwickelt werden kann. Sie soll zu einer echten „Smart City App“ werden, die auch IoT-Funktionen und noch mehr Echtzeitkommunikation integriert. Ziel ist es, die App auf andere Städte zu übertragen und die Digitalisierung landesweit voranzutreiben: „Damit ist Worms Vorbild für ganz Deutschland.“

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