Ebenfalls bildeten Cloud-Technologien – wie auch schon in den Vorjahren – einen weiteren Schwerpunkt der Messe. In diesem Jahr erhielten – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage – insbesondere hybride Lösungen sowie souveräne Cloud-Infrastrukturen besondere Aufmerksamkeit. Diesbezügliche Diskussionsrunden brachten hervor, dass deutsche Kommunen und Behördenverstärkt auf europäische Alternativen zu globalen Hyperscalern setzen, um einerseits Datenschutz und digitale Souveränität zu gewährleisten und andererseits Anhängigkeiten signifikant zu reduzieren.
Aus Deutschland und der Welt
Die Smart Country Convention dient traditionell – wie auch von Minister Wildberger beschworen – als Schaufenster für besonders gelungene deutsche wie internationale Produkte und Projekte aus der bunten Welt der Digitalisierung. Hamburg, Leipzig und München stellten beispielsweise ihr gemeinsames Projekt zur Entwicklung digitaler Zwillinge vor, welches durch KI-gestützte Analyseverfahren eine datenbasierte Stadtplanung ermöglicht. Diese Kooperation zeige exemplarisch, wie interkommunale Zusammenarbeit Synergien schaffen und Ressourcen effizient einsetzen kann, betonte ein Verantwortlicher des Projekts.
Aber auch kleinere Kommunen wussten durch innovative Ansätze zu beeindrucken. Das Amt von Süderbrarup, einer 5000-Seelengemeinde aus Schleswig-Holstein, stellte auf der SCCON sein Open-Source-basiertes KI-Chat-System vor. Dadurch würden Bürgerdialoge automatisiert und gleichzeitig die digitale Eigenständigkeit der Verwaltung gestärkt.
Die Stadt Jena hingegen präsentierte ihr partizipatives Smart-City-Konzept, das Bürgerbeteiligung und technische Innovation erfolgreich verbindet. Durch den Einsatz von Sensortechnik zur Luftqualitätsmessung und intelligenten Verkehrssystemen konnte die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger messbar verbessert werden, während gleichzeitig die Bürgerschaft aktiv in Planungsprozesse eingebunden blieb.
Internationale Beispiele boten den Fachbesucherinnen und Fachbesuchern den Blick über den deutschen Tellerrand. Istanbul etwa stellte seine stadtweite Super-App vor, die über drei Millionen Nutzerinnen und Nutzern digitale Verwaltungsdienstleistungen bietet. Das südschwedische Helsingborg demonstrierte verhaltensbasierte Ansätze zur Förderung nachhaltiger Mobilität, während Graz sein KI-gestütztes Unfallpräventionssystem dem interessierten Fachpublikum demonstrierte.
Die SCCON wäre aber nicht die SCCON, wenn es nicht auch einige Award-Verleihungen gegeben hätte. Der Smart City Index Award 2025 würdigte München als führende Smart City vor Hamburg und Stuttgart. Die bayerische Landeshauptstadt konnte insbesondere durch ihre ganzheitliche Digitalisierungsstrategie überzeugen, die technische Exzellenz erfolgreich mit Bürgernähe verbindet. Hannover wurde als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet und zeigte damit, dass kontinuierliche Innovationen und strategische Weiterentwicklung in der Smart-City-Landschaft honoriert werden.
Der Smart Country Startup Award hingegen ging an das Berliner Unternehmen GovIntel für seine KI-gestützten Analysen öffentlicher Daten. Diese Auszeichnung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Start-Ups im GovTech-Bereich, die mit agilen Lösungen etablierte Verwaltungsstrukturen modernisieren und neue Wege der Datennutzung aufzeigen.
Ein durchgängiges Thema der SCCON 2025 war weiterhin die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeitmaßnahmen. Zahlreiche Sessions beleuchteten beispielsweise, wie digitale Lösungen zur Erreichung der Klimaziele beitragen können. Von intelligenten Energiemanagementsystemen bis hin zu KI-optimierten Verkehrsflüssen zeigten die Präsentationen konkrete Ansätze auf, wie Technologie dem Umweltschutz dienen kann. Gleichzeitig wurde aber auch die Verantwortung thematisiert, die mit dem Einsatz digitaler Technologien einhergeht. Diskussionen über Algorithmus-Transparenz, Datenschutz und digitale Teilhabe prägten viele Sessions und zeigten, dass erfolgreiche Digitalisierung stets auch ethische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigen muss.
Durch die erweiterte Matchmaking-Plattform und zahlreiche Networking-Events bot die diesjährige Convention überdies ideale Voraussetzungen für den fachlichen wie redaktionellen Austausch. Über 90 Prozent der Ausstellerfirmen kündigten – laut Bitkom – bereits ihre erneute Teilnahme für 2026 an und setzten damit ein deutliches Zeichen hinsichtlich der Geschäftsmöglichkeiten, die die Veranstaltung bietet.
Stand: 08.12.2025
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Apropos. Die nächste Smart Country Convention findet vom 13. bis 15. Oktober 2026 statt. Mit der politischen Rückendeckung durch das neue Digitalministerium und dem ungebrochenen Interesse von Kommunen und Wirtschaft, die digitale Transformation voranzutreiben, ist die SCCON auch in Zukunft bestens gerüstet, als zentrale Plattform und Schaufenster für Deutschlands Weg hin zu einem Smart-Country zu wirken.