Verbesserung des Stadtlebens

Die lernende Stadt: Cognitive statt Smart City

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Wie können Kommunen kognitive Städte unterstützen und wie sind sie einzusetzen?

„Wer eine Stadt erfolgreich zur Cognitive City entwickeln will, braucht zunächst eine klare Vision und Strategie – muss diese aber gleichzeitig pragmatisch umsetzen können“, so der Experte für Smart und Cognitive Cities. Eine robuste Datenstrategie legt fest, wie die Daten in Kommunen erfasst, gespeichert und genutzt werden. Erforderlich sind klare Data-Governance-Strukturen und eine starke Plattformarchitektur – basierend auf einem einheitlichen Daten- und Informationsmodell. „Zusätzlich benötigt die intelligente Stadt eine zentrale Stelle, die alles steuert und überwacht, also ein sogenanntes ‚Command & Control Center‘, das alle Prozesse überwacht und koordiniert.“ Diese Struktur soll ein digitaler Zwilling ergänzen, der die Stadt virtuell widerspiegelt und zukunftsweisende Analysen und Simulationen ermöglicht. Außerdem wären auch einheitliche Datenstandards und Schnittstellen entscheidend, um lernende Städte zu entwickeln. Denn diese würden die nahtlose Zusammenarbeit heterogener Systeme erst ermöglichen.

Der konkrete Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger sollte von Beginn an klar sein. Als Beispiele führte er nicht nur bessere ÖPNV-Verbindungen an, sondern auch intelligente Parkleitsysteme oder eine automatische Müllabfuhr. Die Technologie und die Systeme können beizeiten wachsen. Dazu müssten nur alle Akteure eingebunden sein – von der Stadtwerke über die Verkehrsbetriebe bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern. Doch je digitaler die Prozesse, desto größer der Bedarf an Schulungen – für die Stadt bedeutet das: Mitarbeitende lernen mehr über KI und Datenanalyse. Grosser befürwortet auch den Einsatz interdisziplinärer Teams, die das Projekt steuern und überblicken, indem sie alle Aktivitäten bündeln und regelmäßig überprüfen – stets mit Blick auf den aktuellen Stand und die Erreichung gesetzter Ziele. Dabei können auch externe Beraterinnen und Berater helfen, um die Idee bis zur Umsetzung zu begleiten.

„Kommunen starten mit einem kleinen Pilotprojekt. Darauf aufbauend entwickeln sie systematisch Wissen und Erfahrungen. Die Kompetenzen der Belegschaft wachsen kontinuierlich mit“, so der Senior Manager bei Detecon. Er erklärte weiterhin: „Low-Code- und No-Code-Plattformen eröffnen zusätzliche Perspektiven. Sie befähigen Mitarbeitende, selbstständig Prozesse zu optimieren – ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse.“

IT-Sicherheit

Kommunen und Länder sind oft auch Ziel von Hackerangriffen. Dr. Hendrik Grosser klärt im Gespräch deshalb die Frage, wie sicher Cognitive Cities sind.

Wie steht es um die Sicherheit vernetzter Systeme?

Dr. Hendrik Grosser, Senior Manager Industrial Internet of Things bei Detecon.
(Bildquelle: Detecon 2025)

Grosser: „Sicherheit steht an erster Stelle. Wir empfehlen mehrere Schutzebenen, also Zero-Trust-Architekturen und mehrschichtige Authentifizierungssysteme. Besonders wichtige Daten bleiben in städtischen Rechenzentren – die Architektur sollte also Cloud unabhängig sein. Kritische Systeme wie die Kommunikation mit Rettungsdrohnen sollten eigene, besonders sichere Netze mit maximaler Verfügbarkeit nutzen. Ein 24/7-Monitoring erkennt Anomalien und potenzielle Bedrohungen. Dies ermöglicht Experten oder autonomen Agentensystemen ein sofortiges Eingreifen. Klare Datenschutzrichtlinien und regelmäßige Sicherheitsaudits sind unverzichtbar. Für Krisenfälle existieren dedizierte Notfallpläne.“

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