Die Zeiten der entspannten Haushaltsführung sind für die Öffentliche Verwaltung vorbei. Grund sind die wegbrechenden Steuereinnahmen aufgrund der Corona-Pandemie. Alle Verwaltungsebenen müssen ihre Aufgaben bald mit deutlich weniger Mitteln erfüllen. Bund und Länder sollten daher künftige Haushaltskonsolidierungen mit Managementinstrumenten begleiten, mit denen sie die Performance ihrer Arbeit verbessern, ist unser Autor überzeugt.
Mit dem richtigen Hebel kann die Haushaltskonsolidierung auch in schwierigen Zeiten gelingen
Im Zuge der Corona-Krise werden zwei Effekte für die Finanzausstattung der deutschen Verwaltung deutlich: In Teilen der Verwaltung stehen Haushaltsmittel in nie gekannten Dimensionen zur Verfügung, die binnen Stunden in Form von Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft oder zur Aufrechterhaltung der staatlichen Systeme ausgegeben werden – natürlich in hoher Qualität und möglichst digital. Gleichzeitig gehen die Steuereinnahmen überproportional zur konjunkturellen Entwicklung zurück.
Damit sind die Zeiten der normalen Haushaltsführung abrupt vorbei. Speziell für die Verwaltungsbereiche ohne klassische Möglichkeiten der Einwirkung auf konjunkturelle Fördermaßnahmen oder den Gesundheitssektor sind sowohl im Stellenhaushalt als auch im Sachmittelhaushalt Kürzungen zu erwarten.
Erfahrene Führungskräfte erinnern sich schnell an die Zeit der Haushaltskürzungen nach dem Rasenmäherprinzip, die in den 90er Jahren üblich waren. Der Instrumentenkasten hat sich seitdem erheblich weiterentwickelt. Es gibt inzwischen eine Reihe von Maßnahmen, die Verwaltungsmanager präventiv und situativ ergreifen sollten, um die Organisation auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen.
Haushaltskonsolidierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe
Der Weg zum Erfolg
Die dargestellten Maßnahmen entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie vernetzt umgesetzt und auf allen Ebenen abgestimmt werden. Denn die Bewältigung der Herausforderungen einer Haushaltskonsolidierung ist nicht allein die Aufgabe der Leitungsebene, des Managements oder der Arbeitskräfte vor Ort. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe für die gesamte Verwaltung. Die Hebel dafür liegen bereit.
Strategische Maßnahmen
Unzufriedene und überlastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Schnitt bis zu 50 Prozent weniger produktiv. Die Arbeitskultur hat einen direkten Einfluss auf den Krankenstand, der in der öffentlichen Verwaltung erheblich über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt.
Investitionen in kulturelle Maßnahmen können deshalb zu substanziellen wirtschaftlichen Verbesserungen führen, sofern diese eingebettet sind in ein strategisches Gerüst und durch entsprechende Steuerungs- und Kommunikationsinstrumente umgesetzt werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass kleine Projekte mit aufgeschlossenen Pilotteams den größten Erfolg erzielen. Schon öfter wurde ein IT-Referat, das agile Arbeitsprinzipien einführte, zum Vorbild für verschiedene Fachreferate, die diese Organisationsform im Anschluss erfolgreich übernommen haben.
Ein Instrument zur strategischen Bewertung der Handlungsoptionen einer Verwaltung ist die Geschäftsmodellanalyse. Behörden erhalten so ein Bild der eigenen Organisation aus einer externen Perspektive. Kunden, Zugangskanäle und die eigenen Aufgaben werden in die Betrachtung einbezogen, genauso die Schnittstellen zu Lieferanten und weiteren Behörden sowie die eigene Organisation und die eigenen Prozesse. Dieses Instrument eignet sich dann besonders gut, wenn neue Organisationen oder Aufgaben entstehen und diese in ein bestehendes Umfeld integriert werden müssen. Risiken lassen sich schnell identifizieren. Zudem unterstützt die Analyse Optimierungsansätze in der behördenübergreifenden Arbeit sowie die Identifizierung von unbesetzten oder redundanten Themen. So lassen sich wichtige strategische Schwerpunkte setzen.
Die Strategie ist das klassische Instrument zur Priorisierung von Ressourceneinsätzen. Die Praxis zeigt häufig, dass diese Strategien überfrachtet werden. Sie versuchen in ihrer Struktur die Aufgabenvielfalt einer Behörde abzubilden und jeden Bereich gleichberechtigt zu berücksichtigen. Damit wird jedoch die eigentliche Funktion der Priorisierung ausgehebelt. Gleichzeitig vermischen Behörden oft die Elemente Vision, strategische Ziele und strategische Maßnahmen. Richtig aufgebaut, beschreibt eine Vision den gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag, den eigenen Beitrag dazu sowie kulturelle Zielwerte. Strategische Ziele dagegen müssen „smart“ formuliert sein. Smart bedeutet, dass die Ziele Ziel-KPIs und Zieldatum enthalten. Die Kunst liegt darin, sich auf wenige Ziele zu konzentrieren und diese mit strategischen Maßnahmen inklusive der zugehörigen Budgets und Verantwortlichkeiten zu hinterlegen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Die Instrumente der strategischen Ebene liefern zusammen den Rahmen für effektives Handeln – im kulturellen Selbstverständnis der Organisation, im Zusammenspiel mit Dritten und in der Fokussierung auf die Abarbeitung der priorisierten Herausforderungen.