eGovernment Benchmark Report 2015 zum digitalen EU-Binnenmarkt

Deutschland holt auf

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In der Bewertung der zwei Lebenslagen „Jobverlust/Arbeitssuche“ und „Studium“ attestiert die Studie Deutschland hinsichtlich der Verfügbarkeit von Online-Services sehr gute, weit über dem EU-Durchschnitt liegende Werte. Im Bereich „Studium“ befindet sich im diesjährigen Benchmark Deutschland unter den besten Ländern hinsichtlich der Online-Verfügbarkeit.

Hervorzuheben ist außerdem, dass Deutschland sich signifikant verbessert hat, wenn es darum geht, Arbeitssuchende zu unterstützen. In diesem Bereich konnten sich nur wenige Länder innerhalb der letzten zwei Jahre verbessern, als Folge dessen kann Europa hier nur einen Zuwachs von vier Prozentpunkten verzeichnen. Deutschland liegt jedoch bei dieser Lebenslage in jedem Teilaspekt deutlich über dem EU-Durchschnitt – eine klare Anerkennung der konsequenten IT-Strategie der Bundesagentur für Arbeit.

Relativ gut schneidet die Bundesrepublik auch beim Thema Unternehmensgründung ab. Im Jahr 2012 lag Deutschland hinsichtlich der Online-Verfügbarkeit für Unternehmensgründungen noch unter dem EU-Durchschnitt, im Jahr 2014 jedoch bereits darüber. Bei der Transparenz von persönlichen Daten befindet sich Deutschland im Spitzenfeld, bei der Nutzerzentriertheit, dem Bedienkomfort sowie bei den Antwortzeiten bei Online-Services besteht jedoch weiterhin Nachholbedarf.

Ausnahme automatisierte eGovernment-Leistungen

Auffallend ist, dass Deutschland und einige andere europäische Länder auch im Jahr 2015 noch immer einige Services ausschließlich offline bereitstellen. Malta und Portugal sind hingegen mit 97 Prozent und 94 Prozent die führenden Beispiele, wenn es darum geht, Dienstleistungen komplett online anzubieten. In den Niederlanden erhalten die Unternehmer, nachdem sie ihre Firma registriert haben, sogar automatisch ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer von der Steuerverwaltungsbehörde.

Dies ist jedoch die Ausnahme, denn es werden lediglich 3 Prozent aller Services in Europa automatisch eingeleitet. Insgesamt ist Europa von der Vision eines Automated eGovernment, bei dem auf die Bürger kein unnötiger bürokratischer Aufwand mehr entfällt, noch weit entfernt.

Digitaler Binnenmarkt stärkt Wirtschaftsstandort

Insgesamt gilt es, die Digitalisierung in Europa verstärkt voranzutreiben, denn ein digitaler Binnenmarkt birgt das Potenzial von 340 Milliarden Euro zusätzlichem Wachstum. Grenzüberschreitende Angebote von Online-Services sind zwar für Unternehmen verfügbar, jedoch kaum für Bürger.Wie in fast allen anderen Staaten, so ist es auch in Deutschland für Einheimische leichter, Online-Services in Anspruch zu nehmen als für Ausländer, die die deutsche Sprache nicht oder nur wenig beherrschen.

Aber die Behörden bemühen sich, ihre Services offener und zugänglicher zu gestalten, denn die Realisierung des einheitlichen digitalen Binnenmarktes ist ein entscheidendes Zukunftsprojekt für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Europa. Wenn wir es schaffen, die regulatorischen Hürden abzubauen, wäre der europäische digitale Markt größer als jener der USA.

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