„Die vernetzte Verwaltung 2023“ Der Wunsch nach einer digitalen Verwaltung wächst

Von Chiara Maurer 3 min Lesedauer

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Ergebnisse einer aktuellen PwC-Studie zeigen, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung digitale Verwaltungsdienste nutzen möchte. Die Zustimmung für das digitale Bürgerkonto (BundID) bleibt hoch, jedoch gibt es auch Sorgen.

„Die Verwaltungsdigitalisierung bleibt ein Mammutprojekt, zu dessen Umsetzung es keine erfolgversprechende Alternative gibt“, so Studienautor Borries Hauke-Thiemian.(©  David Gyung – Getty Images via Canva.com)
„Die Verwaltungsdigitalisierung bleibt ein Mammutprojekt, zu dessen Umsetzung es keine erfolgversprechende Alternative gibt“, so Studienautor Borries Hauke-Thiemian.
(© David Gyung – Getty Images via Canva.com)

Die Ergebnisse der PwC-Studie „Die vernetzte Verwaltung 2023“ zeigen einen deutlichen Anstieg in der Akzeptanz und Nutzung digitaler Verwaltungsdienste in Deutschland. 92 Prozent der Befragten möchten demnach Verwaltungsvorgänge digital erledigen, während 78 Prozent bereits die Online-Angebote der öffentlichen Verwaltung nutzen. Die BundID als digitales Bürgerkonto erfreut sich ebenfalls hoher Zustimmung.

Hohe Akzeptanz, aber Unterschiede in der Nutzung

Im Vergleich zur Studie von 2017 ist die Akzeptanz und Nutzung digitaler Verwaltungsdienste gestiegen. Bundesweit werden Online-Angebote der öffentlichen Verwaltung in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bremen mit über 8 Prozent am häufigsten genutzt. Weniger Beliebtheit erfreuen sich die Dienste in Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Saarland; Hier nutzen sie nur 72 beziehungsweise 71 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Unterschiede in der Nutzung zeigen sich zudem zwischen verschiedenen Altersgruppen, Bildungsgraden und beruflichem Status.

Besonders auffällig sind die Unterschiede dabei in der Nutzung nach Altersgruppen und Bildungsgraden. „Die differierenden Nutzungsintensitäten könnten ein Hinweis darauf sein, dass Verwaltungen ihre digitalen Angebote so weit wie möglich vereinfachen, stärker bewerben und in der Breite besser erklären sollten“, bewerte Borries Hauke-Thiemian, Partner Public & Energy Consulting bei PwC Deutschland und verantwortlicher Studienautor, dieses Ergebnis. Ein Fokus auf gezielte Informationen für verschiedene Bevölkerungsgruppen könnte den Zugang zu digitalen Verwaltungsdiensten weiter verbessern.

BundID: Zwischen Zustimmung und Datenschutzbedenken

Die Studie zeigt weiter, dass 84 Prozent der Befragten die Einführung eines digitalen Bürgerkontos wie der BundID befürworten. Bei dem entsprechenden Leistungsspektrum sprechen sich die meisten Befragten (38 Prozent) für eine Interaktionsplattform aus, durch die das Bürgerkonto zusätzlich zur Funktion der Speicherplattform, sofern eine Zustimmung vorliegt, Verwaltungsmaßnahmen abwickelt. Jeweils 31 Prozent wünschen sich eine reine Informations- beziehungsweise Speicherplattform, die lediglich Informationen zu den Bearbeitungsständen von Anträgen bereitstellt oder zudem bereits Urkunden, Anträge oder ähnliches vorbereitet.

Allgemein ist die Zustimmung zu einem Bürgerkonto jeglicher Art jedoch im Vergleich zu 2017 gesunken. Mögliche Gründe dafür sind Datenschutzbedenken und ein gesunkenes Vertrauen in staatliche Institutionen. So äußerten 78 Prozent der Befragten Bedenken hinsichtlich möglicher technischer Probleme, während 65 Prozent befürchten, dass das Konto missbraucht oder manipuliert werden könnte. Für 60 Prozent ist außerdem die Datensicherheit ein Hemmschuh.

Die Bereitschaft, Datenzugang zum Bürgerkonto zu gewähren, variiert je nach Institution. So würden 83 Prozent der Befragten der kommunalen Verwaltung „eher“ oder „auf jeden Fall“ Zugang gewähren, während Arbeitgeber nur von 42 Prozent eine solche Berechtigung erhalten würden. Sozialversicherungsträgern (81 Prozent), dem Gesundheitssektor (74 Prozent) und Finanzämtern (63 Prozent) kommt in Sachen Datenzugang ein hohes Vertrauen zu.

Potenzial nutzen und mehr Online-Services schaffen

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen das große Potenzial für digitale Verwaltungsdienste. „Die Verwaltungsdigitalisierung bleibt ein Mammutprojekt, zu dessen Umsetzung es keine erfolgversprechende Alternative gibt. Unsere Untersuchung zeigt, dass der Wunsch nach mehr digitalen Angeboten in der deutschen Bevölkerung sehr ausgeprägt ist“, betont so auch Borries Hauke-Thiemian.

Um das Potenzial zu nutzen, sollte die öffentliche Verwaltung, so die Handlungsempfehlungen der Studie, in allen Bundesländern mehr Dienste implementieren und die Geschwindigkeit erhöhen. Eine gezielte Verbesserung der digitalen Angebote und eine klare Kommunikation sowie die Möglichkeit zur Interaktion könnten dazu beitragen, die Nutzungsraten weiter zu steigern und die Vorteile einer vernetzten Verwaltung für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Einmal mehr kommt der Registermodernisierung dabei eine große Bedeutung zu und ist für den Erfolg des Vorhabens Verwaltungsdigitalisierung unabdingbar.

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