Cybersicherheit Beobachten, analysieren, eingreifen

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein neues Nationales IT-Lagezentrum, das kürzlich am Standort Bonn eröffnet wurde.

Blick in das neue IT-Lagezentrum des BSI.(©  BSI/Peter Lammel bundesfoto)
Blick in das neue IT-Lagezentrum des BSI.
(© BSI/Peter Lammel bundesfoto)

Öffentliche Einrichtungen und ­Unternehmen werden täglich von Cyberkriminellen angegriffen. Dabei gehen die Täter immer professioneller vor, während parallell die Zahl der Sicherheitslücken zunimmt. Das BSI spricht von durchschnittlich 70 neuen Schwachstellen pro Tag. Die größte Bedrohung gehe derzeit von Ransomware aus.

Im Nationalen IT-Lagezentrum des BSI kommen jedes Jahr rund 2.800 Meldungen zu IT-Sicherheitsvorfällen und -Schwachstellen an. Seit Anfang Februar 2024 befindet sich das Lagezentrum in neuen Räumlichkeiten mit mehr Arbeitsplätzen und neuester Medientechnik. Bis zu zehn Mitarbeitende können hier nun täglich und rund um die Uhr die Cybersicherheitslage in Deutschland und der Welt beobachten und analysieren.

„Cyberangriffe von staatlichen Akteuren wie von Hackern nehmen immer mehr zu. Auch Desinformation und Manipulationen wie durch KI-generierte Fakes sind erhebliche Gefahren“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser bei der Eröffnung des neuen Lagezen­trums. „Wir wappnen uns gegen diese Bedrohungen. Das neue Lagezentrum unserer Cybersicherheitsbehörde BSI zeigt das. Hier laufen die Fäden zusammen, um unsere Systeme zu schützen.“

Ebenfalls bei der Eröffnung dabei war BSI-Präsidentin Claudia Plattner, die als nächsten Schritt zu mehr Cybersicherheit eine „Verbesserung der Cybersicherheits­architektur in Deutschland“ nannte – und zwar mit dem BSI als ­Zentralstelle im Bund-Länder-­Verhältnis.

„Mit einer Zentralstelle hätten wir endlich ein einheitliches und präzises nationales Lagebild für eine echte Ad-hoc-Einschätzung der Bedrohungslage, zudem könnten die Länder unser Schadprogramm-­Erkennungssystem mitnutzen und Gefahren besser antizipieren“, erläuterte Plattner. „Das alles kann in unserem neuen Lagezentrum zentral koordiniert werden, hier könnten wir endlich wirksame Präventionsmaßnahmen treffen, um Deutschland auch in der Fläche gegen Gefahren aus dem Cyberraum abzusichern.“

Sollte es tatsächlich einmal zu einem­ groß angelegten Cyber­angriff hierzulande kommen, geht das Lagezentrum in ein „Nationales IT-Krisenreaktionszentrum“ über. Im Ernstfall können laut BSI durch die neue Infrastruktur bis zu 100 IT-Sicherheitsfachkräfte orchestriert im IT-Lagenzentrum zusammenarbeiten. Um die für den Betrieb des Lagezentrums erforderlichen Räume und Systeme miteinander zu vernetzen, seien rund 19.000 Meter Netzwerkkabel verlegt worden.

Cybernation Deutschland

Nancy Faeser und Claudia Plattner haben bei der Eröffnung des Lagezentrums auch den Startschuss für den Aufbau der BSI-Initiative „Cybernation Deutschland“ gegeben. Sechs strategische Ziele sollen dabei für eine sichere Digitalisierung in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sorgen:
• Cybersicherheit auf die Agenda heben,
• Cyberresilienz substantiell erhöhen,
• Technologiekompetenz gezielt nutzen,
• Digitalisierung konsequent voranbringen,
• Cybersicherheit pragmatisch gestalten,
• einen florierenden Cybermarkt Deutschland aufbauen.

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