Online-Anträge Wie unnötige Zwischenportale abkassieren

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Suchmaschinen und ein paar voreilige Klicks können zu hohen Kosten für einfache Online-Anträge führen. Worauf man achten sollte, um für Dienstleistungen im Netz nicht mehr zu zahlen als nötig.

Durch SEO-Techniken sind unseriöse Angebote bei Suchmaschinen oftmals besser geranked als die offiziellen Webseiten der Öffentlichen Verwaltung.(Parten - stock.adobe.com)
Durch SEO-Techniken sind unseriöse Angebote bei Suchmaschinen oftmals besser geranked als die offiziellen Webseiten der Öffentlichen Verwaltung.
(Parten - stock.adobe.com)

Die Adresse für den Rundfunkbeitrag ändern, Punkte in Flensburg abfragen, den Kirchenaustritt erklären, Führungszeugnis, Geburtsurkunde oder Nachsendeauftrag bestellen: Das alles und mehr ist inzwischen online möglich. Allerdings sollte man peinlich darauf achten, den jeweiligen Antrag im Netz direkt auf der Seite der zuständigen Behörde oder Institution zu stellen.

Denn es gibt immer mehr privat betriebene, sogenannte Zwischenportale, warnt das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ). Diese agieren häufig aus dem EU-Ausland heraus und verlangen für identische Dienstleistungen unnötige hohe Zusatzgebühren. Dabei werben die Portale oft mit vermeintlichen Abkürzungen der Antragsprozesse, was aber nicht der Wahrheit entspreche.

Teils falsche Versprechen, immer unnötige Kosten

Drei Preisbeispiele:

  • 40 Euro für eine eigentlich kostenlose Adressänderung.
  • Mehr als 160 Euro für einen Post-Nachsendeauftrag, der eigentlich 24,90 kostet.
  • Oder knapp 30 Euro für einen Kindergeldantrag, der natürlich völlig kostenfrei gestellt werden kann.

Die Portale wirken glaubwürdig bis amtlich

Die Zwischenportale wirken laut EVZ meist glaubwürdig, zum Teil sogar amtlich. Dass auf diesen Seiten aber Kosten entstehen, die auf offiziellem Weg deutlich geringer oder gar komplett wegfallen, stehe aber nirgends.

Die Grenzen zwischen Dienstleistung und irreführender Werbung seien in der Praxis fließend. Auch wenn hohe Preise ärgerlich sind, bedeute das aber nicht automatisch, dass das jeweilige Angebot illegal ist.

Deshalb sollte man am besten von Anfang an genauestens darauf achten, dass man seinen Antrag auch wirklich direkt bei der zuständigen Behörde oder dem jeweiligen Unternehmen stellt.

Genau hinschauen und geduldig prüfen

Dabei helfen diese Tipps:

  • Bei Suchmaschinen die ersten Treffer kritisch betrachten: Oft stehen bezahlte Anzeigen ganz oben; das nutzen die Zwischenportale aus. Die offizielle Stelle für das jeweilige Anliegen folgen dann oft erst weiter unten.
  • Impressum prüfen: Behörden sind etwa keine Rechtsformen wie GmbH, S.L. oder LLC.
  • Regional denken: Viele Dienstleistungen sind lokal verankert. Zu welcher Stelle würden Sie physisch gehen? Hat diese Stelle eine Homepage? Für Behörden-Dienstleistungen empfiehlt es sich, zuerst die Seite der eigenen Kommune zu besuchen, etwa das Serviceportal des jeweiligen Bürgeramtes, und sich dort etwa bis zum jeweiligen (Online-)Formular vorzuarbeiten.
  • Auf Preisangaben als Warnsignal achten: Tauchen Gebühren auf, versuchen, diese einordnen: Sind sie realistisch? Gibt es ein Preisverzeichnis? Handelt es sich um eine öffentliche, kostenlose Dienstleistung?

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