Governance KI-Nutzung im Unterricht braucht klare Spielregeln

Von Stephan Augsten 3 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz gilt in vielen Lebensbereichen als echter Game-Changer, auch im Bildungswesen. Doch viele Schulen halten sich noch am Regelwerk auf.

Kinder und Jugendliche arbeiten bereits an ihren KI-Skills, doch eindeutige Regeln fehlen.(Bild: ©  andy - stock.adobe.com / KI-generiert)
Kinder und Jugendliche arbeiten bereits an ihren KI-Skills, doch eindeutige Regeln fehlen.
(Bild: © andy - stock.adobe.com / KI-generiert)
Sonderheft „Digitale Schule 2025“
(Bild: Vogel IT-Medien)

Sonderheft „Digitale Schule“

Der DigitalPakt Schule ist Geschichte – ab 2026 startet der DigitalPakt 2.0 mit einer Investitionssumme von insgesamt fünf Milliarden Euro, um die nächste Phase der Schuldigitalisierung einzuläuten.

Das Sonderheft „Digitale Schule“ von eGovernment und IT-BUSINESS zeigt, wie Bildungseinrichtungen und Schulträger die digitale Transformation erfolgreich gestalten können.

Man stelle sich ein Turnier vor, bei dem das Gros der Teilnehmenden bereits mit dem neuesten Equipment spielt, die Verantwortlichen aber noch nicht einmal die Grundregeln festgelegt haben. Genau das lässt sich im Bildungswesen aktuell beobachten: Während Kinder und Jugendliche bereits KI nutzen, wird immer noch darüber diskutiert, ob das überhaupt erlaubt sein sollte.

Fast zwei Drittel der Schüler vertrauen bereits auf KI, zeigt eine repräsentative Bitkom-Umfrage unter 502 Jugendlichen an weiterführenden Schulen aus dem Mai 2025. Doch nur 23 Prozent der Schulen haben zentrale KI-Regeln etabliert. Weitere 35 Prozent überlassen die Regelung den einzelnen Lehrkräften, während 27 Prozent noch gar keine Vorgaben machen.

Diese Regelungslücke führt zu unterschiedlichen Nutzungsmustern und zwangsläufig zu einem Fairplay-Problem: 23 Prozent der Schüler geben zu, Hausaufgaben kaum noch selbst zu lösen. Gleichzeitig fordern 44 Prozent ein Verbot der KI-Nutzung für Hausaufgaben. Nur, wer soll das kontrollieren?

Klare Vorgaben fehlen

Viele Lehrkräfte sind sich ihrer wichtigen Rolle als Spielleiter durchaus bewusst und experimentieren mit KI, vermissen aber klare Vorgaben und gezielte Fortbildungen. Als besonders hinderlich sehen 36 Prozent der für den Bildungsreport 2025 befragten Lehrer KI-generierte Fehlinformationen. Gerade einmal 16 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich ausreichend geschult, um mit KI-Halluzinationen und Desinformation kompetent umzugehen.

Die Lösung kann aber nicht lauten, KI aus den Schulen zu verbannen. Stattdessen braucht es neue Spielregeln, die allen helfen, KI kompetent zu nutzen. Idealerweise gelingt es, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass schnelle Lösungen ohne echtes Verstehen nicht zweckdienlich sind. Vielmehr muss es darum gehen, KI strategisch einzusetzen, um besser zu lernen. Der Unterschied liegt in der Kompetenz, und die wird bislang kaum systematisch vermittelt.

Nordrhein-Westfalen macht vor, wie es funktionieren kann: Im Februar 2025 startete das auf zweieinhalb Jahre festgelegte Pilotprojekt „KIMADU“ an 25 Schulen. Zeit, um Strategien zu entwickeln und zu zeigen, dass KI im Unterricht mehr als nur ein neues Spielzeug ist. Die Schulen bekommen professionellen Support und können offiziell das ausprobieren, was viele Schüler längst heimlich machen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Künstliche Intelligenz an Schulen kommt, sondern wie schnell die bislang zögerlichen Institutionen aufholen. KI-Verbote jedenfalls gehen an der Realität vorbei. Denn die Schüler spielen bereits, mit oder ohne offizielles Regelwerk.

Digitale Schule

Sonderheft „Digitale Schule 2025“
Das Sonderheft zur Digitalisierung der Schullandschaft.
(© Vogel-IT Medien GmbH)

Der DigitalPakt Schule ist Geschichte – ab 2026 startet der DigitalPakt 2.0 mit einer Investitionssumme von insgesamt fünf Milliarden Euro, um die nächste Phase der Schuldigitalisierung einzuläuten. Während Bund und Länder die Weichen für nachhaltige IT-Infrastrukturen stellen, erobert bereits eine neue Technologie die Klassenzimmer: Künstliche Intelligenz verändert Lernprozesse und Unterrichtsmethoden grundlegend. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen bei Datenschutz, Chancengleichheit und der Qualifikation von Lehrkräften.

Das Sonderheft „Digitale Schule“ von eGovernment und IT-BUSINESS zeigt, wie Bildungseinrichtungen und Schulträger diese Transformation erfolgreich gestalten können. Von der strategischen Planung von KI-Systemen über die Beschaffung zukunftsfähiger Hardware bis hin zur Umsetzung rechtssicherer Lösungen – Bildungsentscheider erhalten konkrete Handlungsempfehlungen für die digitale Schule von morgen. Zudem beleuchtet das Heft, welche neuen Geschäftsfelder sich für Lösungsanbieter eröffnen und wie Dienstleister Schulen beim Sprung ins KI-Zeitalter unterstützen können.

Zur Sonderpublikation „Digitale Schule“

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