Beinahe täglich schaffen es Angriffe auf kritische Infrastrukturen mittlerweile in die Schlagzeilen. Obwohl Cybersicherheit oft im Mittelpunkt der Diskussion steht, ist auch der physische Schutz kritischer Infrastruktur unverzichtbar.
Kritische Infrastruktur erfordert ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit, sowohl hinsichtlich der Cyber- als auch der physischen Sicherheit.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Im November wurden in der Ostsee Glasfaserkabel, die die Kommunikation zwischen Deutschland und Finnland sowie Litauen und Schweden gewährleisten, beschädigt – ein Akt, den die betroffenen Länder als „nicht zufällig“ und die deutschen Behörden als Sabotage bezeichnen. Im Oktober 2022 wurden für den Betrieb des deutschen Schienennetzes wichtige Kabel absichtlich durchtrennt, was zu einem dreistündigen Stillstand des Bahnverkehrs in Norddeutschland führte. Diese Vorfälle sowie die Sabotage der beiden Nord-Stream-Pipelines, die ein wesentlicher Pfeiler der europäischen Erdgasversorgung waren, haben die Alarmstufe in Deutschland und ganz Europa erhöht.
Physische Sicherheit darf nicht unterschätzt werden
Kritische Infrastruktur – ob in Form von Kommunikationsknotenpunkten, Kraftwerken, Eisenbahnlinien, See- oder Flughäfen – ist das Rückgrat unserer globalen Wirtschaft und Gesellschaft. Zu Recht investieren Regierungen angesichts zunehmender Cyberangriffe viel Geld in IT-Sicherheit; aber wie die eingangs genannten Beispiele zeigen, muss auch die physische Sicherheit gewährleistet sein. Dies gilt auch und besonders für Rechenzentren, die als Herzstück von IT-Infrastruktur und Cybersicherheitsmaßnahmen besonderen Schutzanforderungen unterliegen.
Weltweit haben Regierungen die Vorschriften zum Schutz kritischer Infrastrukturen verschärft. So hat das deutsche Bundeskabinett das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet, das einen rechtlichen Rahmen für den Schutz nationaler und europäischer Infrastruktur definiert. Auch die Europäische Union hat inzwischen eigene Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit kritischer Infrastrukturen in den Mitgliedstaaten erlassen.
Eine umfassende Sicherheitsstrategie muss physische Sicherheit und Cybersicherheit zusammenführen, um eine widerstandsfähige Infrastruktur zu schaffen. Dazu gehört der Einsatz von Überwachungssystemen, Sicherheitspersonal und Einsatzleitsystemen ebenso wie beispielsweise Zugangskontrollmaßnahmen, die mit Cybersicherheitsprotokollen Hand in Hand gehen. Auf diese Weise wird eine mehrschichtige Bedrohungsabwehr gewährleistet, die alle Aspekte der Sicherheit berücksichtigt.
Videoüberwachungssysteme als Schlüssel eines integrierten Sicherheitskonzeptes
Wesentlicher Bestandteil eines integrierten Sicherheitskonzepts ist in der Regel ein modernes Videoüberwachungssystem, das sich erheblich von den proprietären Aufzeichnungsgeräten und einfachen Sicherheitskameras früherer Tage unterscheidet. Moderne Kameras bieten heute oft intelligente Analysefunktionen auf dem Endgerät und ermöglichen – auch in Verbindung mit anderen Technologien wie 3D-LiDAR-Sensoren – eine zuverlässige Erkennung und Verfolgung von Eindringlingen. Herzstück eines Videoüberwachungssystems sind leistungsfähige Videomanagement- und PSIM-Softwarelösungen (Physical Security Information Management), die es Betreibern kritischer Infrastruktur ermöglichen, Liegenschaften in Echtzeit zu überwachen, die Situation vor Ort umfassend zu verstehen und eine angemessene Reaktion zu koordinieren.
Während eines Vorfalls sind Informationsaustausch und Zusammenarbeit innerhalb von Teams sowie über Organisationsgrenzen hinweg entscheidend für eine effiziente und effektive Reaktion. Wird beispielsweise ein Kraftwerk oder ein Seehafen angegriffen, müssen mehrere Behörden abgestimmt reagieren. Webbasierte Kollaborationsportale ermöglichen es ihnen, alle relevanten Informationen zur gleichen Zeit über eine zentrale Oberfläche zu erhalten. Auf Basis vordefinierter, intuitiver Arbeitsabläufe können die zusammenarbeitenden Behörden Reaktionspläne in Echtzeit erstellen, ausführen und anpassen. In einem so stark regulierten Umfeld wie der kritischen Infrastruktur kommt es zudem auf eine detaillierte Dokumentation und Nachbereitung von Vorfällen an – auch hier können moderne Systeme helfen.
Ohne Schutz kritischer Infrastruktur keine öffentliche Sicherheit
Investitionen in die physische Sicherheit stellen letztendlich nicht nur Kosten dar, sie zahlen vielmehr auf die Stabilität und Kontinuität wichtiger Dienste ein. Die Folgen einer mangelnden Absicherung unserer kritischen Infrastruktur zeigen sich nicht nur unmittelbar, sondern können auch das öffentliche Vertrauen und die wirtschaftliche Stabilität untergraben. Mit zunehmendem technischem Fortschritt bleibt der physische Schutz kritischer Infrastruktur deshalb so wichtig wie eh und je – er ist ein grundlegender Aspekt der nationalen und öffentlichen Sicherheit. Indem wir physischen Sicherheitsmaßnahmen in Verbindung mit dem Schutz vor Cyberangriffen Priorität einräumen und in sie investieren, können wir die Systeme und Strukturen schützen, die die Grundlage unserer heutigen Lebensweise darstellen.
Stand: 08.12.2025
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Andreas Beerbaum ist Vice President of Sales, Physical Security – International, bei Hexagon Safety, Infrastructure & Geospatial.