Sicherheit vs. Souveränität Widerspruch ohne Ausweg?

Ein Gastkommentar von Frank Gramüller 3 min Lesedauer

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Sicherheitsbedenken auf der einen, Grundrechte auf der anderen Seite. Das Spannungsfeld beim Einsatz der umstrittenen Software „Gotham“ des US-Herstellers Palantir ist immens. In seinem Gastkommentar legt Frank Gramüller, Director Sales Public bei SAS Deutschland, seine Sicht der Dinge dar.

Die Freiheit des Einen hört bekanntlich da auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Diese Gratwanderung gilt auch für den Rechtstaat, der die Rechte Einzelner mit dem Sicherheitsbedürfnis der Masse gegeneinander abwägen muss.(wafi - stock.adobe.com)
Die Freiheit des Einen hört bekanntlich da auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Diese Gratwanderung gilt auch für den Rechtstaat, der die Rechte Einzelner mit dem Sicherheitsbedürfnis der Masse gegeneinander abwägen muss.
(wafi - stock.adobe.com)

Ein Betrugsring agiert monatelang unbehelligt vor den Augen der Polizei. Die einzelnen Mitglieder hinterlassen zwar immer wieder Spuren, sie reichen aber nicht zu einem erfolgversprechenden Ermittlungsansatz – weil die Querverbindungen nicht erkennbar sind. Dabei sind die Daten vorhanden – nur eben verteilt über verschiedene Dienststellen, Ressorts und Datenbanken. Und es sind so viele Daten, dass eine manuelle Auswertung viel zu lange dauert. Solche Szenarien sind keine Einzelfälle, sondern fast die Regel – und sie zeigen, dass eine Datenanalyse-Plattform für die Polizei kein „Nice to Have“, sondern eine absolute Notwendigkeit ist, um insbesondere mit dem organisierten Verbrechen Schritt zu halten oder ihm sogar einen Schritt voraus zu sein. Erst durch die automatisierte Verknüpfung von Funkzellendaten, Personendaten und Sachakten gelingt es, ein länderübergreifendes Netzwerk krimineller Aktivitäten aufzudecken. Deshalb ist es auch unbestritten, dass die Polizei diese Technologie braucht, und zwar dringend.

Leistung, aber nicht um jeden Preis

Unbestritten ist aber auch, dass sich eine Software zur Datenauswertung für die Polizei immer im Randbereich des Daten- und Persönlichkeitsschutzes bewegt, genau wie die Einhaltung strenger Sicherheitsstandards, etwa gemäß DSGVO und BSI-Vorgaben. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind also oberste Pflicht. In dieses Spannungsfeld muss sich eine Analyseplattform einfügen – bei maximaler Leistung. Denn die Sicherheitslage ist zunehmend digital geprägt. Cyberkriminalität, Extremismus und Organisierte Kriminalität operieren über digitale Kanäle und hinterlassen Spuren in unterschiedlichsten Systemen. Die Integration heterogener Datenquellen in Echtzeit, die Nutzung KI-gestützter Mustererkennung und semantischer Analyse sowie der Einsatz transparenter, auditierbarer Algorithmen und Modelle sind deshalb erfolgskritisch.

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