Deutschland verfügt über deutlich zu wenige Digital-, Daten- und Technikexperten, um die IT-Aufgaben von Bund, Ländern und Kommunen effektiv bewältigen zu können. Generative KI schickt sich an, dieses Problem zumindest in Teilen zu lösen.
Generative KI hilft dabei, bestimmte Aufgaben in der öffentlichen Verwaltung zu automatisieren.
(Bild: Mykola - stock.adobe.com)
Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene fehlten im Juli 2024 deutschlandweit bereits rund 550.000 Vollzeitkräfte, wie McKinsey berichtete. Die Knappheit an Fachpersonal stellt die öffentliche Verwaltung vor enorme Herausforderungen und wirkt sich auf nahezu alle Ressorts aus – angefangen bei Gesundheit über Verteidigung bis hin zur Bildung. Das Problem ist eng verbunden mit den Schwierigkeiten, die digitale Transformation konsequent voranzutreiben und vorhandene Effizienzpotenziale zu heben.
Experten warnen bereits heute davor, dass sich der anhaltende Mangel an qualifizierten Digitalexperten langfristig zu einer erheblichen finanziellen Belastung entwickeln könnte. Unbesetzte Stellen und verzögerte IT-Projekte verhindern notwendige Modernisierungen, sodass bestehende, oft veraltete IT-Systeme länger betrieben werden müssen als ursprünglich geplant. Dadurch entstehen nicht nur höhere Kosten, sondern auch Risiken, dass Chancen für Innovation und Effizienzsteigerungen verpasst werden.
Den IT-Fachkräftemangel angehen
Natürlich ist das Problem in Deutschland längst bekannt. Unter dem Schlagwort „Workforce Resilience“ zieht sich der Fachkräftemangel durch den gesamten IT-Sektor. Gleichzeitig zeigt die besagte Untersuchung, dass Fortschritte bei generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) einen Teil dieser Lücke schließen könnten: McKinsey beziffert das Entlastungspotenzial im öffentlichen Dienst auf bis zu ein Drittel bzw. 165.000 Vollzeitkräfte und sieht gesamtwirtschaftlich einen Produktivitätsschub von mehreren Hundert Milliarden Euro.
Doch dieses Potenzial lässt sich nur heben, wenn KI strategisch eingeführt wird, Datenqualität und Governance stimmen und Beschäftigte entsprechend qualifiziert werden, betonen die Studien – ansonsten bleibt die Lücke bestehen. Mit AIOps können IT-Teams beispielsweise viele der zeitaufwändigen Aufgaben automatisieren, die dafür sorgen, dass Websites, Anwendungen, Datenbanken und Infrastruktur besser funktionieren. Dabei werden maschinelles Lernen (ML) und Datenanalysen eingesetzt, um das Monitoring von IT-Systemen zu verbessern und gestressten IT-Teams mehr Zeit zu verschaffen.
In anderen Worten: AIOps kümmert sich um die alltäglichen, aber unverzichtbaren Aufgaben und IT-Teams können eingreifen, sobald es notwendig wird. So werden in Zeiten, in denen menschliche Fähigkeiten Mangelware sind, die menschlichen IT-Ressourcen besser genutzt. Selbst wenn nur ein Teil dieser Arbeit automatisiert werden kann, macht dies zweifellos einen großen Unterschied darin, die Effizienz und Produktivität von IT-Teams zu erhöhen.
Doch was, wenn es möglich wäre, nahezu alle dieser Back-End-Systeme zu automatisieren, sodass sie sich praktisch um sich selbst kümmern würden?
KI für AIOps und selbstgesteuerten Betrieb
Vielleicht klingt es noch nach Zukunftsmusik, doch solche Technologien nehmen allmählich Form an und könnten sich auf den Fachkräftebedarf dramatisch auswirken. Beim selbstgesteuerten Betrieb geht es um vollständig autonome IT-Systeme, die sich selbst in Echtzeit und ohne menschliche Intervention überwachen, verwalten und optimieren können.
Die mit KI und ML entwickelten Systeme passen sich ständig an sich wandelnde Bedingungen an, beheben Probleme automatisch und optimieren die Leistung, um einen nahtlosen Betrieb in komplexen IT-Umgebungen zu gewährleisten.
Für die Personen, die dafür verantwortlich sind, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, reduzieren beide Ansätze den Bedarf an geschultem IT-Personal. Doch das wahre Versprechen liegt im Unterschied zwischen AIOps und selbstgesteuertem Betrieb.
AIOps ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung und automatisiert viele Aufgaben. Doch Menschen spielen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Überwachung, Entscheidungsfindung und dem Umgang mit komplexen oder unvorhersehbaren Situationen. Der selbstgesteuerte Betrieb hingegen hebt die IT-Automatisierung auf die nächste Stufe, indem die Systeme Entscheidungen in Echtzeit treffen und ohne menschliches Eingreifen umsetzen.
Die Zukunft des IT-Managements ist autonom
Ohne Zweifel ist dies der Paradigmenwechsel, auf den die Branche gewartet hat. Warum? Selbstgesteuerte Betriebsabläufe können IT-Teams von der wachsenden Arbeitslast im Bereich IT-Management und -Verwaltung befreien. Natürlich könnten einige Menschen trotz des Fachkräftemangels besorgt sein, dass diese Entwicklung ihre zukünftige Jobsicherheit bedrohen könnte. Diese Reaktion ist verständlich, aber auch unangebracht – aus zwei Gründen.
Stand: 08.12.2025
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Erstens haben Organisationen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor bereits jetzt Schwierigkeiten, genügend Mitarbeiter einzustellen, um die immer komplexeren IT-Umgebungen zu verwalten. Deutsche Behörden wie Unternehmen finden kaum noch IT-Spezialisten.
Zweitens soll der selbstgesteuerte Betrieb überlasteten IT-Teams tatsächlich nur alltägliche und sich wiederholende Aufgaben abnehmen. In Zeiten, in denen die Nachfrage nach qualifizierten IT-Experten weiterhin das Angebot weit übersteigt, ist die Einführung des selbstgesteuerten Betriebs nicht nur ein strategischer Vorteil, sondern unabdingbar. Mit dieser Technologie hat der öffentliche Sektor die Chance, eines der größten Probleme beim Management der immer komplexeren IT-Umgebungen anzugehen.
Wenn die Systeme richtig implementiert werden, gewinnen IT-Teams außerdem Zeit für das, was wirklich wichtig ist – den Fortschritt vorantreiben, die Servicebereitstellung verbessern und Infrastrukturen zukunftssicher gestalten –, während sie die repetitiven Alltagsaufgaben den Maschinen überlassen.
Krishna Sai ist Senior Vice President, Technology and Engineering, bei SolarWinds.