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Wer ist wer im Internet?

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Welche Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen müssen noch unternommen werden, damit eine Vielzahl von elektronischen Identifizierungssystemen reibungslos miteinander kommunizieren kann? Und wie attraktiv ist es in diesem Zusammenhang, ein Identitäts-Metasystem zu entwickeln, wie es unter anderem Microsoft vorschlägt?

Michael Grözinger: Im Internet sind wir auf den unterschiedlichsten Webseiten unterwegs, wo wir heute unsere persönliche Identität in vielfältiger Weise nutzen. Wir haben verschiedenste Benutzernamen und Passwörter, was das Ganze sehr kompliziert macht. Zudem werden Anwendungen über Konzepte wie die Service-orientierte Architektur, Software plus Services oder Cloud Computing immer mehr über verschiedenste Rechenzentren oder Dienste-Anbieter verteilt – und überall besteht die Notwendigkeit, die Identität des Nutzers aus Sicherheitsgründen zweifelsfrei zu verifizieren. Um diese Komplexität für den Anwender zu verringern, ist es notwendig, dass Identitätsinformation einfach und sicher zwischen Anwendungen ausgetauscht werden kann. Das von Microsoft vorgeschlagene Identitäts-Metasystem ist nun ein leistungsfähiges Konzept, das in der IT-Industrie breit getragen wird und auf offenen Standards basiert – wie schon gesagt, das ist aus unserer Sicht eine wichtige Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. Im Bereich der öffentlichen Hand wird das Konzept mit Basistechnologien wie SAFE (Secure Access to Federated eJustice) oder OSCI 2 (Online Services Computer Interface) bereits implementiert.

Dirk Arendt: Dass das Thema „elektronische Authentifizierung“ immer wichtiger wird, konnte man zuletzt ja auch in der Presse in Zusammenhang mit dem Microblogging-Dienst Twitter lesen. Twitter will jetzt verifizierte Nutzer-Accounts einführen, damit die Blogs authentischer werden und Fälschungen ausgeschlossen sind. Dafür sollen Blogs von berühmten Persönlichkeiten ein Twitter-eigenes Güte-Siegel bekommen. Man kann sich gut vorstellen, dass solche Authentifizierungs-Schwierigkeiten in Zukunft mit einer einheitlichen und allgemein anerkannten Online-Identifizierung mithilfe des elektronischen Personalausweises gelöst werden und nicht mehr jeder Dienst ein eigenes „Echtheits-Siegel“ braucht.

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