Aus dem Rathaus Weener: Zwischen Tradition und digitalem Wandel

Von Johannes Kapfer 5 min Lesedauer

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Die ostfriesische Stadt Weener mit ihren 15.260 Einwohnern steht exemplarisch für die Herausforderungen und Chancen kleinerer bis mittelgroßer Kommunen in Deutschland. Unter der Leitung von Bürgermeister Heiko Abbas, der seit 2021 im Amt ist, navigiert die Stadt durch komplexe Verwaltungsaufgaben, finanzielle Engpässe und undurchsichtige Digitalisierungsprozesse.

Der Hafen von Weener ist Austragungsort vieler ehrenamtlicher Aktivitäten sowie ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.(©  Markus Quabach - stock.adobe.com)
Der Hafen von Weener ist Austragungsort vieler ehrenamtlicher Aktivitäten sowie ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.
(© Markus Quabach - stock.adobe.com)

Das Stadtgebiet von Weener erstreckt sich über 81 Quadratkilometer, wobei der Großteil der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird oder als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Die flache Landschaft macht die Gegend besonders für Radfahrer attraktiv. „Wir sind platt wie ein Pfannkuchen. Die einzige Steigung ist der Deich“, beschreibt Bürgermeister Heiko Abbas (CDU) die Topografie der Stadt. Weener ist als staatlich anerkannter Erholungsort eingestuft und profitiert darüber hinaus auch von touristischen Angeboten wie der internationalen Dollard-Route, die entlang der Ems verläuft. Die Strecke habe als Besonderheit, dass sie teilweise unterhalb des Meeresspiegels verlaufe und über kaum Steigungen verfüge. Dies mache die Region nicht nur für Zweiradfahrer, sondern auch Leichtathleten interessant, betont Abbas, der selbst gerne nach Feierabend die Laufschuhe schnürt und die kilometerweite Aussicht genießt.

„Wir sind eine sehr lebenswerte Stadt, weil wir eine unglaublich engagierte Bürgerschaft haben", fährt Abbas fort. Das Ehrenamt präge Weener maßgeblich und das zeige sich in zahlreichen Veranstaltungen wie dem jährlich stattfindenden Hafenkonzert, dem Weinfest sowie dem Weihnachtsmarkt, welcher ebenfalls am Hafen ausgerichtet wird. Auch das Organeum, ein international bekanntes Zentrum für Orgelgeschichte und -kultur, werde von Ehrenamtlichen getragen und ziehe interessierte Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.

Allem ehrenamtlichen Engagement zum Trotz habe der Tourismus in Weener in den vergangenen Jahrzehnten stark gelitten. „Wir hatten einmal vier Hotels, jetzt haben wir kein einziges mehr“, berichtet Abbas. Auch Ferienwohnungen und gastronomische Angebote seien ­signifikant zurückgegangen. Die Stadt versuche nun gegenzusteuern und investiere wieder stärker in diesen Bereich. Abbas stellt ­dabei den Mehrwert für alle Beteiligten hervor: „Viele Dinge, die Touristen toll finden, finden Einheimische ja auch toll.“ Als Stadtverwaltung könne man auf diese Art und Weise die Bedürfnisse verschiedener Gruppierungen mit relativ geringem Investitionsaufwand bedienen. Ein Beispiel für erfolgreiche lokale Initiativen ist die ­Wiederbelebung des „Free-for-all-Festivals“, das von 2016 bis 2023 pausierte. Abbas setzte sich für die Neuauflage ein, obwohl er selbst kein Fan von Heavy Metal ist: „Es geht darum, dass da 120, 130 ­Ehrenamtliche wirklich dafür gelebt haben, dieses Festival machen zu dürfen.“

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