Detecon-Studie Warum die Digitalisierung im Public Sector stockt – zwei Blickwinkel

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Eine aktuelle Studie von Detecon Consulting zeigt den aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung. Zu den Herausforderungen wurden aber nicht nur die Verwaltungen selbst befragt, sondern auch die IT-Dienstleister.

Steiniger Weg zur Digitalisierung: Fachkräftemangel, föderale Strukturen und gesetzliche Vorgaben fordern Entscheider in den Verwaltungen am stärksten heraus, so das Ergebnis der Studie von Detecon.(©  VectorMine – stock.adobe.com)
Steiniger Weg zur Digitalisierung: Fachkräftemangel, föderale Strukturen und gesetzliche Vorgaben fordern Entscheider in den Verwaltungen am stärksten heraus, so das Ergebnis der Studie von Detecon.
(© VectorMine – stock.adobe.com)

Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen 2HMforum hat die Managementberatung Detecon eine Studie zu „Erfolgsfaktoren zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“ erstellt. Die Studie verdeutliche den enormen Nachholbedarf bei der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung, konstatiert Carsten Glohr, Managing Partner Detecon. So sind laut der Erhebung im Schnitt erst 29 Prozent der OZG-Leistungen digital verfügbar. Zum Teil fehlen intern die Voraussetzungen und Ressourcen für die Umsetzung. Über die nötige IT-Infrastruktur, Hard- und Software verfügen demnach nur 53 Prozent der Befragten aus dem Public Sector, über das nötige Personal nur 19 Prozent.

Externe Unterstützung spielt somit eine Rolle und wurde schwerpunktmäßig untersucht. Laut der Studie arbeiten 92 Prozent der befragten Verwaltungen mit IT-Dienstleistern der öffentlichen Hand und über die Hälfte davon zusätzlich noch mit IT-Dienstleistern aus der Privatwirtschaft.

Eine Besonderheit der Studie liegt darin, dass zusätzlich zu 100 Entscheiderinnen und Entscheidern aus der öffentlichen Verwaltung auch 33 Führungskräfte von IT-Dienstleistungsunternehmen zu den Herausforderungen der Digitalisierung und zur OZG-Umsetzung befragt und auch gegenseitige Bewertungen zur Zusammenarbeit miteinbezogen wurden.

Die größten Herausforderungen der Digitalisierung

Die größte Hürde für die Umsetzung der Digitalisierungsvorhaben sehen die Befragten aus den Verwaltungen im Fachkräftemangel (82 Prozent), für die IT-Dienstleister ist es die Schaffung einer behördenübergreifenden, gemeinsam nutzbaren Infrastruktur (75 Prozent). An zweiter Stelle folgen bei den Verwaltungen Hemmnisse durch föderale Strukturen und gesetzliche Vorgaben (73 Prozent) und bei den Dienstleistern die Cyber- und Datensicherheit (74 Prozent). Jeweils 72 Prozent von ihnen nennen aber auch Fachkräftemangel sowie die Software-Nachnutzung (EfA) und die Schaffung technischer Standards als Herausforderungen.

Wie Verwaltungen und IT-Dienstleister ihre Zusammenarbeit sehen

Bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern wurden insbesondere die Schwierigkeiten bei der Auftragsvergabe betrachtet. Laut der Umfrage haben 42 Prozent der Verwaltungen Bedenken wegen zu komplizierter und langwieriger Vergabeverfahren und 55 Prozent der Studienteilnehmer aus den IT-Unternehmen sehen in diesen komplizierten Verfahren einen Grund, weshalb sie nicht beauftragt wurden. 33 Prozent nehmen an, dass es den Verwaltungen an den nötigen Vergabe-Kompetenzen mangele, in den Verwaltungen selbst glauben das nur 13 Prozent.

Umgekehrt liegt die Zufriedenheit mit dem jeweils wichtigsten Dienstleister in den Verwaltungen im Schnitt bei 56 Prozent, bezogen auf die Arbeitsqualität sind es 62, bei der Umsetzungsgeschwindigkeit wie auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis jeweils 43 Prozent.

In der Studie wurden zudem Indikatoren für den Digitalisierungserfolg bewertet und die Verantwortlichen in den Verwaltungen zu erhofften positiven Effekten der Digitalisierung befragt. Eine schnellere Bearbeitung von Anliegen erwarten demnach fast alle der Befragten – aktuell (56 Prozent) oder in Zukunft (38 Prozent). Für die Zukunft sehen auch 61 Prozent eine Vereinheitlichung von Prozessen über Kommunengrenzen hinweg. Auf künftige finanzielle Einsparungen hoffen dagegen nur 47 Prozent, während 34 nicht davon ausgehen.

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