Kommunen Konkrete Zielsetzungen bei Digitalisierung fehlen häufig

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Eine bundesweite Studie von Yorizon offenbart Defizite in den Digitalstrategien deutscher Kommunen: Nur jeder fünfte Entscheidungsträger sieht seine Verwaltung gut auf die Digitalisierung vorbereitet, bei Künstlicher Intelligenz ist es sogar nur jeder zehnte

Eine Yorizon-Studie offenbart dringenden, strategischen Handlungsbedarf in den Bereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit.(Bild: ©  chaylek - stock.adobe.com)
Eine Yorizon-Studie offenbart dringenden, strategischen Handlungsbedarf in den Bereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit.
(Bild: © chaylek - stock.adobe.com)

Deutsche Kommunen stehen bei der digitalen Transformation vor enormen Herausforderungen. Dies belegt die repräsentative Yorizon-Studie 2025, für die das Marktforschungsinstitut Civey zwischen Juli und August 2025 bundesweit 1.500 kommunale Entscheiderinnen und Entscheider befragte. Die Ergebnisse zeigen einen dringenden Handlungsbedarf in den Bereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit auf.

Besonders gravierend ist der Mangel an strategischer Ausrichtung: 23,4 Prozent der befragten Kommunen gaben an, keine konkreten Zielsetzungen für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und KI-Nutzung zu haben. Weitere 19,5 Prozent wussten nicht einmal, ob entsprechende Ziele existieren. Diese strategische Orientierungslosigkeit spiegelt sich in der subjektiven Einschätzung der Kommunen wider: Lediglich 18 Prozent der Befragten sehen ihre Kommune gut auf die Digitalisierung vorbereitet, bei Nachhaltigkeitszielen sind es 21 Prozent und bei Künstlicher Intelligenz sogar nur neun Prozent.

Andreas Schweinar, Co-CEO von Yorizon, hebt jedoch positive Entwicklungen hervor: „Interessant ist, dass diejenigen, die in einem der drei Zukunftsthemen konkrete Zielsetzungen formuliert und zumindest auf Führungsebene kommuniziert haben, diese oft auch mit den jeweils anderen Feldern verbinden.“ Diese Kommunen würden ein tieferes Verständnis dafür entwickeln, dass aus dem Zusammenspiel von Digitalisierung, intelligenten Prozessen und klaren Nachhaltigkeitszielen wertvolle Synergieeffekte entstehen könnten.

KI- und Security-Strategien

Beim Thema Künstliche Intelligenz offenbart die Studie ein Paradoxon: Obwohl sich weniger als jeder zehnte Entscheidungsträger gut auf KI-Nutzung vorbereitet sieht, gaben knapp 40 Prozent an, bereits erste Erfahrungen mit KI zu sammeln oder diese bereits einzusetzen. Die meisten Kommunen befinden sich demnach noch in einer experimentellen Phase ohne klare strategische Ausrichtung. Diese Herangehensweise birgt Risiken, was den Befragten durchaus bewusst ist: Datenschutzrisiken und fehlende Fachkompetenz bei der KI-Nutzung werden als zentrale kritische Aspekte benannt.

Zwiegespalten sind die Kommunen mit Blick auf KI-Standards: Abhängig von externen Anbietern will man sich nicht machen, fehlende Standardisierung stellt für die meisten aber kein Problem dar. Schweinar sieht hier erheblichen Aufklärungsbedarf: „Gerade durch Standardisierung kann für KI-Anwendungen sichergestellt werden, dass eben keine Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern entstehen und damit auch Kostenfallen vermieden werden.“

Ein alarmierender Befund betrifft die Cybersicherheit: Nur 35 Prozent der befragten Entscheidungsträger können bestätigen, dass ihre Kommune über eine Strategie zur Abwehr von Cyber-Angriffen verfügt. Über 40 Prozent wissen nichts über entsprechende Vorkehrungen. Dieser Mangel an Sicherheitsstrategien steht in Kontrast zu den wachsenden digitalen Bedrohungen, denen gerade kommunale Verwaltungen mit hochsensiblen personenbezogenen Daten gegenüberstehen. Die Studie zeigt jedoch auch einen klaren Zusammenhang auf: Von den Befragten, die sich gut auf die Digitalisierung vorbereitet fühlen, gaben 71,6 Prozent an, dass auch für IT-Sicherheit gesorgt sei.

Bei der IT-Infrastruktur tendieren viele Befragte weiterhin zu eigenen Rechenzentren. Dennoch sehen 43 Prozent der Befragten lokal betriebene, Cloud-basierte Rechenzentren als realistische Alternative zu klassischen Lösungen. Diese Zustimmungsrate bleibt unabhängig vom Reifegrad der jeweiligen Kommune in den Bereichen Digitalisierung, KI oder Nachhaltigkeit konstant.

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