SAFER rettet Leben

Vorbereitet auf den Ernstfall

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Technische Umsetzung

An der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz wurden diese Probleme erkannt und zur Lösung das Projekt SAFER ins Leben gerufen. Mit dem SAFER-Projekt werden die neuesten Erkenntnisse der Methodik und Didaktik in der Führungsausbildung angewandt.

Von jedem der 24 zur Verfügung stehenden Übungsplätze haben die Teilnehmer die Möglichkeit, aus ihrer jeweiligen Sicht auf das Übungsszenario und im Rahmen der zur Verfügung stehenden personellen und materiellen Möglichkeiten in den Ablauf einzugreifen.

SAFER erlaubt es den übenden Führungskräften aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutzeinheiten und Polizei innerhalb einer 3D-Simulation frei zu bewegen. Dabei können erstmals Großschadenslagen mit bis zu 500 Verletzten realistisch simuliert werden.

Sich ändernde Wettereinflüsse können ebenso dynamisch und zeitlich realistisch eingespielt werden, wie alle anderen Veränderungen im Schadensszenario – etwa das Eintreffen weiterer Rettungseinheiten. Den Führungskräften wird dadurch die bundesweit einzigartige Möglichkeit gegeben, sich adäquat auf ihre Aufgaben bei der Bewältigung von komplexen Großschadenslagen vorzubereiten.

Ein besonderes Highlight ist nach Ansicht der Betreiber die dynamische Patientendarstellung, die den Gesundheitszustand eines Patienten in Abhängigkeit von der Zeit und der Art der medizinischen Behandlung anpasst.

Dies geschieht über eigens hierfür in Kooperation mit der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und dem Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz entwickelte Patientendatensätze. Mit diesem Tool können erstmals auch Notärzte und Rettungspersonal detailliert Behandlungsabläufe (zum Beispiel den Sichtungsvorgang der Triage) realitätsnah üben.

Das System basiert auf einem lokalen Netzwerk. Alle notwendigen Daten werden zentral in einer MySQL-Datenbank auf dem Server vorgehalten. An allen Arbeitsplätzen wurde die Simulationssoftware ISEE installiert. Zur Darstellung der 3D-Umgebung wurde an einigen Rechnern zusätzlich die Software XVR installiert.

Als Entwicklungsumgebungen werden derzeit eingesetzt:

  • ISEE (Visual Basic .NET, Crystal Reports)
  • XVR (C++, Quest 3D, 3D Studio Max, FMDO)

Das System ist derzeit in einem neu geschaffenen Simulatorbereich an der LFKS installiert. Der technische Aufbau ist derart gestaltet, dass die Übungen vor Ort beim kommunalen Aufgabenträger oder alternativ dezentral via Internet durchgeführt werden können.

Die Software basiert insbesondere auf neuen Technologien, die vornehmlich in dem Bereich „Serious gaming“ stammen.

Erstmals ist es mit SAFER möglich, Schadenslagen an jedem beliebigen Punkt in Rheinland-Pfalz, Deutschland und sogar Europa mit den dort in der Realität vorhandenen Ressourcen an Personal und Material zu üben. Für die Schulungsteilnehmer kann damit ein räumlicher Bezug zu ihrem tatsächlichen Einsatzgebiet hergestellt werden. Dazu werden sowohl der Schadensort als auch die für die Gefahrenabwehr notwendigen Einheiten georeferenziert erfasst. Anfahrts- und Transportzeiten lassen sich so in Echtzeit abbilden. Darüber hinaus kann die Simulation in Übungsszenarien der übergeordneten Führungsebenen eingebettet werden und somit auch in diesem Bereich die Ausbildung dynamischer und realistischer gestaltet werden.

Ebenso sind alle denkbaren Einsatzmaßnahmen wie die medizinische Behandlung, die technische Rettung oder eine Brandbekämpfung mit wirklichkeitsnahen Zeitansätzen hinterlegt.

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