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Inzwischen setzen Gesundheitseinrichtungen das System häufig zum patientenübergreifenden Screening ein. Basis sind hier wieder definierte Kriterien bei ganz spezifischen Fragestellungen. Ein konkretes Szenario ist die Identifikation von Patienten mit einem Risiko auf antibiotika-resistente Keime (MRSA).
Das Robert-Koch-Institut hat dazu eine Reihe von Risikofaktoren festgelegt. Besonders gefährdet sind demnach unter anderem Patienten mit einem mehr als dreitägigen stationären Krankenhausaufenthalt in den zurückliegenden 12 Monaten, solche mit häufigem Kontakt zu Tieren, liegenden Kathetern, chronischen Wunden oder tiefen Weichteilinfektionen, chronisch Pflege- oder Dialysebedürftige sowie Brandverletzte.
All diese Kriterien sind in apenio hinterlegt. Wird eines davon im Rahmen der Pflegedokumentation erfasst, erfolgt eine Warnmeldung und der Patient erscheint automatisch in einer separaten Liste. Mit einem Mausklick hat der Arzt Zugriff auf die gesamte Dokumentation und kann darauf basierend Therapie- und Behandlungsentscheidungen treffen. Jede Liste ist individuell anpassbar, so dass eine Einrichtung die Filterkriterien eigenständig definieren kann. Genauso kann auch mit dem Pflegekomplexmaßnahmen-Score (PKMS) verfahren werden. Generiert ein Patient erste PKMS Aufwandspunkte erfolgt frühzeitig ein Hinweis auf die eventuell vorhandene OPS 9-20-Relevanz.
Automatische Identifikation für geriatrische Rehabilitation
Das Heidekreis-Klinikum in Walsrode und Soltau arbeitet bereits seit Dezember 2010 mit der digitalen Patientendokumentation apenio. Seit Juli vergangenen Jahres unterstützt die Software anhand des Patientenscreenings die geriatrische Rehabilitation.
Wie geschieht das genau? Die Pflegekräfte erfassen in der Anamnese den Zustand des Patienten inklusive seines sozialen Umfeldes und seiner Beeinträchtigungen. Das apenio Patientenscreening (Fallmanager) überprüft diesen Datensatz automatisch und markiert die Patienten, für die aufgrund verschiedener vordefinierter Kriterien eine geriatrische Frührehabilitation sinnvoll scheint. Diese Patienten erscheinen auf einer Positivliste und werden daraufhin von den Ärzten individuell eingeschätzt.
Bei 320 Patienten pro Jahr in der Geriatrie war die manuelle Identifizierung im Heidekreis-Klinikum zuvor sehr aufwändig. Zuerst haben die Pflegekräfte infrage kommende Patienten dem Stationsarzt gemeldet.
Dieser stellte, nachdem er sich umfassend bei anderen Berufsgruppen wie Physiotherapie und Sozialdienst informiert hatte, Konsiliaranforderungen an den geriatrischen Facharzt. Für diesen war es dann erforderlich, auf die Station zu kommen und sich dort alle Unterlagen anzusehen, bevor er mit dem Patienten gesprochen hat.
Heute werden die Patienten automatisch selektiert und alle Informationen stehen den am Prozess Beteiligten auf Knopfdruck bereit.
In der Regel kennen die Ärzte im Heidekreis-Klinikum so bereits 48 Stunden nach der Aufnahme die Patienten, die auf eine geriatrische Rehabilitation angesprochen werden sollen. Ab diesem Zeitpunkt besteht Kontakt zum Facharzt und die Überleitung kann frühzeitig geplant werden – einschließlich aller Daten in digitaler Form.
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