Projekt der Hochschule Harz

Virtuelle Realitäten in der Lehre nutzen

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Kann das denn umgesetzt werden, eine Haushaltssitzung abzubilden wäre doch sicher aufwendiger?

Bothe: Tatsächlich geht das Projekt in die Verlängerung, wir haben eine weitere Förderzusage von August 2024 bis Ende 2025 erhalten und in dieser zweiten Phase wollen wir uns auf die technische Optimierung und Reduzierung des Aufwands für die Erstellung der Module konzentrieren. Das heißt, die Szenarien werden in einzelne Module geteilt, die dann zu neuen Szenarien kombiniert werden können. Und um noch schneller zu werden, sollen verstärkt KI-generierte Inhalte eingesetzt werden statt der aufwendigen Motion-Capture-Aufnahmen.
Zunächst aber werden die bestehenden Szenarien anhand der Evaluierungsergebnisse angepasst und dann noch einmal erprobt. Wir wollen auch weitere Angebotsarten testen: zum einen in Form einer VR-Station in der Bibliothek des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften, zum anderen aber auch als mobile Version – also ohne VR-Brille. Das VR-Szenario soll perspektivisch auch für Prüfungen genutzt werden.

Im Projekt soll auch ein Leitfaden für die Erstellung von VR-Projekten entwickelt werden?

Bothe: Ja, unser Ziel ist es, eine interaktive Anwendung zu erstellen, mit der Lehrende weitgehend selbstständig ein Konzept erstellen können, das sie direkt an die Entwickler geben können. Auch die neuen Erkenntnisse zum Nutzerverhalten sollen in den Leitfaden mit einfließen.

Ließen sich solche VR-Szenarien nicht auch nutzen, um Studierende auf anstehende Veränderungen in der Verwaltung vorzubereiten, indem man zum Beispiel Ausschreibungen für GovTech-Startups trainiert?

Bothe: Ja, solche Anwendungen sind selbstverständlich möglich. Damit ließen sich Problemlösungskompetenz und innovative Ansätze erlernen. Studierende unserer Studiengänge Verwaltungsdigitalisierung und Verwaltungsinformatik haben in der Evaluation die Idee entwickelt, mit Hilfe von VR-Szenarien abzubilden, wie sich Verwaltungsprozesse durch Digitalisierung verändern.
Ein wesentlicher Aspekt für die Nutzung von VR in der verwaltungswissenschaftlichen Lehre wird aber auch sein, die Schere zwischen Verwaltungspraxis und Hochschule nicht zu groß werden zu lassen. Das heißt, wir müssen auch darüber nachdenken, wie VR-Technologien im Rahmen von Weiterbildungen für Verwaltungsbeschäftigte und in der Verwaltungspraxis genutzt werden können.

Hintergrund

Über das Projekt DigiLehR

Im Projekt DigiLehR – Digitales Lehren und Lernen in erweiterten Realitäten – werden Methoden untersucht, um zwei Ansätze miteinander zu verbinden: das Lernen in digitalen Lernumgebungen, etwa über Lernplattformen wie ILIAS, und das Agieren in virtuellen praxisnahen Umgebungen. Studierende sollen so nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch Handlungskompetenzen erlangen. Im Projekt werden unter der Leitung von Prof. Dr. Simon Adler Szenarien für drei Anwendungsfälle erprobt:

  • Use Case 1: Automatisierung (Prof. Dr.-Ing. Simon Adler),
  • Use Case 2: Verwaltungswissenschaften (Prof. Dr. Jens Weiß, Prof. Dr. Christian-David Wagner),
  • Use Case 3: Mediengestaltung (Prof. Daniel Ackermann, Prof. Martin Kreyssig).

Das Szenario für Use Case 2: In einer Stadtverwaltung wird die Beschaffung einer Spracherkennungssoftware diskutiert. Mit dabei: ein Mitarbeiter der Fachabteilung (Bedarfsträger) und die Leiterin der Vergabestelle, telefonisch zugeschaltet ist der Leiter der Rechtsabteilung. Die Lernenden agieren als Mitarbeitende der Vergabestelle. Sie sollen während des Gesprächs Fragen beantworten, etwa den Auftragswert schätzen und bei der Wahl der Verfahrensart mitentscheiden. Weitere Informationen zum Projekt DigiLehR sowie zur ersten Workshop-Messe „xR & Lehre – Augmented & Virtual Reality in Aus- und Weiterbildung“ finden Sie auf der Website der Hochschule.

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