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Signifikante Verbesserung der Leistungserbringung
Wie kann das Thema IT-Kooperationen in der Öffentlichen Hand mit dem aktuellen Konjunkturpaket verknüpft werden? Ist nicht schon das IT-Investitionsprogramm des Bundes – in dem ja unter anderem die Fähigkeit zum Management komplexer IT-Projekte und eine Vereinheitlichung der Bundes-IT auf der Agenda stehen – ein erster Schritt in diese Richtung?
Mackert: Das IT-Investitionsprogramm des Bundes als Teil des Konjunkturpakets II fokussiert auf wichtige Themen wie zum Beispiel die IT-Konsolidierung, die für die Förderung von IT-Kooperationen von großer Bedeutung sind. Allerdings dürfen wir uns trotz der momentan zusätzlich verfügbaren öffentlichen Mittel nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass – bedingt durch die Steuermindereinnahmen, der Finanz- und Wirtschaftskrise – eine Haushaltskrise folgen könnte. Hier gibt es die historische Chance diese Herausforderung auch mit Hilfe von IT-Kooperationen zu meistern. Wenn die Öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft gemeinsam anpacken, können auch bei sinkenden Haushaltsmitteln signifikante Verbesserungen in der Leistungserbringung erreicht werden – bei gleichzeitigen Einsparungen.
Welche Kooperationsmodelle wären für die Öffentliche Verwaltung besonders geeignet und weshalb?
Mackert: In unserer ISPRAT-Arbeitsgruppe haben wir ein Rahmenwerk erstellt, mit dem wir zurzeit verschiedene Formen von IT-Kooperation analysieren. Erste Ergebnisse erwarten wir Anfang nächsten Jahres.
Herr Mackert, wo sehen Sie die Öffentlichen Verwaltungen im Jahr 2020, wenn es um das Thema IT-Kooperationen geht?
Mackert: Aus jetziger Sicht unserer ISPRAT-Arbeitsgruppe werden wir 2020 sehr viele Formen von IT-Kooperationen haben, angefangen von fachlich sehr begrenzten, einfachen Formen von strategischen Partnerschaften bis hin zu komplexen Ausgestaltungen, die gesellschaftsrechtliche Strukturen als Grundlage haben. Die Konsolidierung der IT-Infrastruktur in Deutschland wird durch die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Partnern weit fortgeschritten sein, vergleichbar mit der Entwicklung bei der Sparkassen-IT in den vergangenen zehn Jahren. Außerdem werden wir durch die gemeinsamen Anstrengungen von öffentlichen und privaten Partnern sehr viel effizientere, effektivere und hoch integrierte digitale Verwaltungsprozesse haben.
Wie wird ISPRAT die Entwicklung von IT-Kooperationen im Public Sektor weiter unterstützen?
Mackert: Die Arbeit von ISPRAT soll Transparenz über die möglichen IT-Kooperationsformen schaffen und Hürden sowie Vorurteile abbauen. Im nächsten Schritt wird ISPRAT Erfolgsfaktoren, Risiken, Nutzendimensionen und Potenziale für IT-Kooperationen erarbeiten sowie die positiven Multiplikatoren und grundlegenden Hindernisse identifizieren. Darüber hinaus werden renommierte Forschungseinrichtungen auch künftige IT-Kooperationsformen identifizieren und evaluieren. Die daraus resultierenden Empfehlungen wird ISPRAT auf der politischen Ebene adressieren und erste Piloten vorantreiben.
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