Untersuchung rund ums Netzwerken Vernetzung in der Verwaltung als Motor

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Was sind die Mehrwerte und Erfolgsfaktoren von Netzwerkaktivitäten, insbesondere in Form von Communities of Practice (CoPs)? Das will der NExT e. V. mit einer Studie herausfinden.

Netzwerken und damit die digitale Transformation der Verwaltung gemeinsam gestalten.(©  Stock Pix - stock.adobe.com / KI-generiert)
Netzwerken und damit die digitale Transformation der Verwaltung gemeinsam gestalten.
(© Stock Pix - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die qualitativen Interviews sind abgeschlossen und werden bearbeitet, parallel folgt die Auswertung der quantitativen Online-Umfrage: Die Studie „Erfolgsfaktor Community of Practice in der öffentlichen Hand“ befindet sich in einer entscheidenden Phase.

„Im Verwaltungsbereich ist es fast schon überlebenswichtig, auch mal rauszukommen und sich inspirieren zu lassen – vor allem, wenn man Transformation macht, wo man gerade noch am Anfang steht“, sagte eine Studienteilnehmerin im Rahmen der qualitativen Interviews. Und genau hier setzt NExT e. V. an – nicht nur mit der Studie, sondern auch in der alltäglichen Arbeit. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Verwaltungsmitarbeitende über Ressort-, Hierarchie- und föderale Grenzen hinweg zusammenzubringen.

Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin des NExT e. V.(©  Paul Alexander Probst)
Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin des NExT e. V.
(© Paul Alexander Probst)

NExT-Geschäftsführerin Ann ­Cathrin Riedel weiß um die Bedeutung des Netzwerkens: „Wir sprechen regelmäßig von Nachnutzung und dem Einer-für-Alle-Prinzip. Um das wirklich umsetzen zu können, muss ich Menschen zusammenbringen, die bereits tolle ­Ideen hatten oder auch mit Ansätzen gescheitert sind – und schließlich wird in den Verwaltungen vielfach an gleichen oder sehr ähnlichen Themen gearbeitet.“ Sie ist sicher: Wenn Verwaltungsmitarbeiter sich vernetzen, kann ihre Arbeit effizienter und besser werden. „Und es trägt auch zur Mitarbeiterbindung bei“, betont Riedel. Dass dieses Zusammenbringen, das Networking, tatsächlich als Motor für Veränderung in der Verwaltung dient, soll durch die Befragungen nun empirisch belegt werden.

Zwischenstand

Die Auswertung der Interviews läuft aktuell, zeigt aber bereits jetzt, dass Vernetzung überwiegend als Gewinn empfunden wird – und zwar auch im Zusammenhang mit der Verwaltungstransformation. Als besonders positiv wird der Wissens- und Erfahrungsaustausch bewertet. Hier könne der Einsatz neuer Methoden gelernt werden, zudem unterstütze man sich gegenseitig bei der Umsetzung konkreter Aufgaben oder entwickle gemeinsam Lösungen. Eine Studienteilnehmerin sagte dazu: „Es hilft im Arbeitsalltag sehr, sich mit Menschen auszutauschen, die schon weiter sind mit einer ähnlichen Angelegenheit.“

Austausch meint hierbei auch, Konzepte, Umsetzungen und Argumentationshilfen über Abteilungs-, aber auch Länder- und ­Ressortgrenzen hinweg zu teilen. Dadurch wird das persönliche Netzwerk größer und eventuell ist sogar der „kurze Dienstweg“ möglich, wenn Rat von Experten gefragt ist. Ein weiterer Aspekt ist die Sichtbarkeit der eigenen Behörde, die sich durch das kollaborative Arbeiten vergrößert.

Die Behörden selbst können also ebenfalls von den Vorteilen profitieren, müssen im Gegenzug aber ihre Angestellten dabei unterstützen. Ann Cathrin Riedel beschreibt, wie eine solche Unterstützung aussehen kann: „Als Führungskraft in der Verwaltung den Mitarbeitenden das Netzwerken vorleben, aber auch explizit sagen, dass sie das auch dürfen und sollen. In Tätigkeitsbeschreibungen festhalten und im Gespräch bleiben, um einen angemessenen Zeitrahmen zu finden und regelmäßig zu prüfen – vor allem aber Mitarbeitern das Vertrauen einräumen, dass sie ihre Zeit selbstständig sinnvoll einteilen.“

Die bisherigen Studienergebnisse zeigen, dass die Themen Gemeinschaftsgefühl und Motivation für die Verwaltungsmitarbeiter besonders wichtig sind. Gerade im Digitalisierungsbereich können langsame Fortschritte, komplexe, föderale Strukturen oder auch strenge Regelungen dazu führen, sich in der eigenen Rolle isoliert zu fühlen. Der Austausch in Communities wirkt gegen dieses Gefühl – nicht zuletzt sicher auch durch die ähnlichen Erfahrungen und Probleme. Eine Studienteilnehmerin erklärt dies so: „Es ist ein Stück weit wie eine Art Selbsthilfegruppe. Es ist ein riesen Aufgabenfeld. Wir sind alle Pioniere. Ich habe auf meiner Arbeitsebene im Landkreis keinen richtigen Peer. Ich bin die, die gefragt wird, aber ich habe ja niemanden. Wenn ich eine Frage habe, kann die mir nur das Netzwerk beantworten.“

Eines der Ergebnisse ist auch, dass Männer mit einem höheren Zeit­einsatz netzwerken als Frauen. ­Woran das liegt, lässt sich nicht ableiten, aber Ann Cathrin Riedel hat eine Idee: „Man könnte auch hier vermuten, dass Care Arbeit im Privaten ein Faktor ist.“

Endspurt

Über 500 Antworten liefen per Online-Umfrage in die Studie des NExT e. V. ein, zusätzlich zu den qualitativen Interviews. „Aktuell werden die Zahlen ausgewertet“, sagt Riedel, „und wir planen das Projekt im ersten Quartal 2025 abzuschließen und die Erkenntnisse vorstellen zu können.“

Ein Ergebnis liegt allerdings bereits jetzt auf der Hand: Aus Sicht der Verwaltung als Arbeitgeberin ist das Networken ihrer Beschäftigten zu unterstützen. Vom Wissensaustausch profitieren Arbeitgeberin und Mitarbeitende gleichermaßen.

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Als gemeinnützige und parteipolitisch unabhängige Plattform aus der Verwaltung für die Verwaltung vernetzt der NExT e. V. Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Bundes-CIO Dr. Markus Richter ist Schirmherr des NExT-Netzwerks.

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