N3GZ Nachwuchsnetzwerk Digitale Verwaltung im NEGZ Ungeschönter Austausch bei der N3GZ-Frühjahrstagung

Ein Gastbeitrag von Basanta Thapa und Hendrik Stier 4 min Lesedauer

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Veränderungsfähigkeit, Auftraggeberkompetenz und Mainstreaming von Digitalisierung – das sind drei Themen, die sich durch die Barcamp-Sessions der N3GZ-Frühjahrstagung Anfang April in Frankfurt am Main zogen.

Die Frühjahrstagung bot Raum für offenen Austausch(©  NEGZ)
Die Frühjahrstagung bot Raum für offenen Austausch
(© NEGZ)

Das N3GZ Nachwuchsnetzwerk Digitale Verwaltung ist ein selbstorganisierter Arbeitskreis des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums, in dem sich Young Professionals und Junggebliebene der Verwaltungsdigitalisierung vernetzen. Der offene und ehrliche Austausch zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft knüpft extrem nützliche persönliche Kontakte. Er schafft aber auch einen ungeschönten Überblick über Entwicklungen und Stolpersteine der Digitalisierung der deutschen Verwaltung.

Das Nachwuchsnetzwerk ist seit 2019 aktiv und veranstaltet seit 2021 Frühjahrstagungen für Mitglieder und Interessierte. Während die erste Frühjahrstagung an der Universität Speyer noch klassisch als Abfolge wissenschaftlicher Vorträge strukturiert war, setzen die Organisator:innen seit 2022 auf das Barcamp-Format. Dabei bringen alle Teilnehmenden Input oder Fragen ein, die auf der Tagung gemeinsam und flexibel über die ­verfügbaren Räume und Zeitslots verteilt werden.

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Die UAS Frankfurt, an die Professor Tobias Krause die Frühjahrstagung dieses Jahr geladen hatte, bot hierfür viel Platz. Zwei volle Tage plus ein Vorabendempfang in den Räumen der FITKO gaben zudem ausreichend Zeit, kompetent ehrenamtlich organisiert und durchmoderiert von Hendrik Stier.

Veränderungsfähigkeit

Das Thema Veränderungsfähigkeit der Verwaltung adressierten mehrere Sessions, etwa zu Change ­Management in der Kommunalverwaltung, dem Zusammenspiel von Personal- und Organisationsentwicklung in Behörden sowie der Veränderung von Aufgabenwahrnehmung durch die Digitalisierung. Dabei kristallisierte sich schnell ein gemeinsames Verständnis der Verwaltung als ein soziotechnisches System heraus, in dem menschliches Verhalten und die Eigenschaften von Soft- und Hardware zusammenwirken.

Um die eigenen technischen Strukturen zwischen Leistungsversprechen an die Gesellschaft und den internen Anforderungen der Verwaltung abzuwägen, braucht es die Fähigkeit zur Reflexion: Wann ist es angebracht, Änderungen in der Organisation zu forcieren, wann nicht? Hierzu braucht die Verwaltung die Kompetenzen in der eigenen Belegschaft, um Veränderungsprojekte auch jenseits von technischen und politischen ­Hype- Wellen langfristig zu verfolgen. Um solche Kompetenzen aufzubauen, braucht es eine eigene Organisations- und Personalentwicklung in der Verwaltung, die Gelegenheit für derartige Überlegungen sowie den nötigen Handlungsspielraum. Eine Session zu Partizipation und Community-Building in einem Bürger:innen-Dialog verdeutlichte zudem den Stress, den ein Auseinanderfallen von Selbstverständnis und nach außen vermitteltem Leistungsversprechen von Behörden erzeugen kann.

Wie unterschiedlich Veränderungsfähigkeiten in vermeintlich gleichen Verwaltungen ausgeprägt sein können, zeigte eine Session zu einem Forschungsprojekt der interkommunalen Zusammenarbeit, in dessen Rahmen mehrere Gemeinden die arbeitsteilige Erbringung von Bürgerleistungen erproben. Die Offenheit für Neues schwankt hier – nachdem rechtliche Bedenken ausgeräumt wurden – von Rathaus zu Rathaus, unabhängig von der finanziellen Ausstattung.

Auf der nächsten Seite: Auftraggeberkompetenz, Mainstreaming & Ausblick.

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