N3GZ Nachwuchsnetzwerk Digitale Verwaltung im NEGZ

Ungeschönter Austausch bei der N3GZ-Frühjahrstagung

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Auftraggeberkompetenz

Das Thema Auftraggeberkompetenz kam immer wieder zum Gespräch. Anschaulich machten dies etwa zahlreiche Beispiele, in ­denen IT-Dienstleister vertraglich zugesicherte Leistungen nicht erbringen. Zugleich scheuen öffentliche Auftraggeber in solchen Situationen regelmäßig die Konfrontation, um „die gute Arbeitsbeziehung nicht zu gefährden“. Ein kompetent steuernder Auftraggeber würde sich hier hingegen einer langsam eskalierenden Klaviatur an Sanktionen bedienen, um den Projektfortschritt zu sichern. Ein Austausch zu den Aufsichtsstrukturen öffentlicher IT-Dienstleister ließ auch hier vermuten, dass die nötige Kompetenz zur wirkungsvollen Steuerung rar gesät ist. Allein angesichts der Herausforderungen zur Durchsetzung von Standards und Interoperabilität ist eine solche Steuerungsfähigkeit jedoch strategisch geboten.

Mainstreaming

Das Mainstreaming von Digitalisierung war in mehrfacher Hinsicht Thema. Eine Session zur ­politischen Einflussnahme in der Verwaltungsdigitalisierung verdeutlichte, dass sich diese zunehmend als eigenes Politikfeld etabliert.

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Gleichzeitig sind hier viele Strukturen noch im Werden. Wen gilt es eigentlich zu beeinflussen? Welche Medien und Veranstaltungen sind angemessene Debattenorte? Welche Akteure gelten für welche Zwecke als legitim? Das DIN-Whitepaper zur Normung und Standardisierung in der Verwaltungsdigitalisierung bot hier ein gutes Beispiel.

Eine weitere Session diskutierte das Ansinnen des IT-Planungsrats, enger mit den ressortspezifischen Fachministerkonferenzen zu arbeiten und so Fragen der Verwaltungsdigitalisierung zurück in die Fachlichkeiten zu geben. Diesem angestrebten „Mainstreaming“ von Digitalisierungsfragen steht die Idee eines eigenen E-Government-Silos gegenüber. Inwiefern andere Querschnittsthemen Lektionen für den IT-Planungsrat bereithalten, konnte auf der Tagung nicht abschließend geklärt werden.

Auch eine Frage des Mainstreamings eröffnete eine Session zu Linked Open Data (am anschaulichen Beispiel von Wikidata) in Verbindung mit den immer wieder aufflammenden Fragen zur Registermodernisierung. Die eindeutige Identifikation von Datensätzen und die darauf aufbauende Verknüpfung nach dem Muster Subjekt-Prädikat-Objekt erlaubt ein elegantes Arbeiten mit Daten, das auch bisher Uneingeweihte sofort überzeugte. Wie ein solcher Linked-Data-Ansatz in der Verwaltung eingeführt und gemainstreamt werden könne, führte die Diskussion schnell wieder zu Fragen der politischen Einflussnahme.

Hendrik Stier(©  FITKO)
Hendrik Stier
(© FITKO)

Ausblick

In der Abschlussrunde wurde klar: Die Stärke der N3GZ-Frühjahrstagung liegt im Austausch, und das Barcamp-Format eignet sich dafür hervorragend. Die Sessions bieten Gelegenheit, zumindest punktuell tief in die Perspektiven anderer einzutauchen. Die Themenauswahl spiegelt stets den Puls der deutschen Verwaltungsdigitalisierung. So bot sich angeregter Diskussionsstoff, der vom morgendlichen Kaffeetisch über den abendlichen Apfelweinkeller bis in die nächtliche Hotel-Skybar reichte. N3GZ steht dabei für den vertrauensvollen Austausch, das gemeinsame und gegenseitige Lernen, sowie offene, hierarchielose Kontakte. So entstehen persönliche Netzwerke, die Nachwuchskräfte – und die deutsche Verwaltungsdigitalisierung – voranbringen.

Basanta Thapa(©  NEGZ)
Basanta Thapa
(© NEGZ)

Die Frühjahrstagung 2024 liegt fest im Blick. Das N3GZ setzt auf noch viel mehr Teilnehmende. Und freut sich über die Einladung zu einem Barcamp-geeigneten Veranstaltungsort mit erzeugbarem Klassenfahrt-Feeling!

Die Autoren: Basanta Thapa, Geschäftsführer des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums, und Hendrik Stier, Produktmanager FITKO.

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