IT-Sicherheitslage in Deutschland

Trends 2024: Wie KI und NFC die digitale Identität verändern

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Step-up-Verifikation und Authentifizierung

Eine Herausforderung, die künftig praktisch auf alle Branchen zutrifft, ist die kontinuierliche Überprüfung der Personen, mit denen eine Institution oder ein Unternehmen agiert. Denn es reicht nicht mehr aus, eine Identität nur beim Beginn einer Geschäftsbeziehung zu überprüfen. Benutzerkonten müssen stets sicher und vor unbefugtem Zugriff geschützt sein, sonst können Cyberkriminelle sensible Daten stehlen, Informationen manipulieren oder ganze Benutzerkonten übernehmen und für ihre Zwecke verwenden. Datenänderungen oder ungewöhnliche Transaktionen können ein Anzeichen für einen Account Takeover sein. Eine Step-up-Verifikation für das sichere und schnelle Zurücksetzen eines Passworts stellt eine wirksame Gegenmaßnahme dar. Dabei muss der Nutzer bei erhöhtem Sicherheitsbedarf oder ungewöhnlichen Verhaltensmustern seine Identität noch einmal bestätigen. Die digitale Identitätsprüfung bietet dafür eine sichere und schnelle Alternative zum traditionellen PIN-Brief per Post.

Digitale Gesetzgebung und die eIDAS 2.0

In der Europäischen Union (EU) gewinnt die eIDAS-Verordnung (Electronic Identification, Authentication and Trust Services) zunehmend an Gestalt. Sie soll Behörden und Unternehmen dabei unterstützen, sichere und nahtlose elektronische Interaktionen mit Bürgern anzubieten und durchzuführen. Vor diesem Hintergrund plant die EU mit eIDAS 2.0, ein eigenes Ökosystem für digitale Identität in ganz Europa zu schaffen. Der Plan der EU sieht vor, dass bis 2030 rund 80 Prozent der Bürger eine digitale Identität in Form eines Wallets benutzen sollen. Dieses Ziel ist auch für den öffentlichen Dienst von Bedeutung und wird große Auswirkungen auf sämtliche digitale Prozesse haben, in denen Bürger und Bürgerinnen sich gegenüber Behörden ausweisen. Im kommenden Jahr werden mutmaßlich die Verordnung, die Durchführungsbestimmungen und die zugehörigen Normen verabschiedet. In Deutschland berät das BMI seit Sommer über die Entwicklung einer eIDAS-2.0-konformen Infrastruktur für eine deutsche Identity Wallet und setzt dabei unter anderem auch auf Expertenwissen aus der Privatwirtschaft. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, denn bisher kommen laut dem Digital Identity Index 2023 Wallets, wie sie auf EU-Ebene geplant sind, erst bei einem Prozent der deutschen Bevölkerung zum Einsatz. Es stehen demnach sehr große Veränderungen der digitalen Infrastrukutren im nächsten Jahr ins Haus.

Ausblick

Bisher war Identitätsprüfung transaktional. Die Zukunft der digitalen Identität ist jedoch ohne Frage wiederverwendbar. Durch diese Wiederverwendbarkeit werden Nutzer sowie Anbieter eine erhebliche Zeitersparnis bei bestehenden Prozessen gewinnen. Dies wird zusätzlich zu einem exponentiellen Anstieg an neuen Anwendungsfällen für digitale Identität in den Bereichen Authentifizierung und Autorisierung führen, ebenso werden sich elektronische Signaturen flächendeckend verbreiten.

Philipp Angermann
Director Financial Services DACH, IDnow

Bildquelle: IDnow

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