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Der Schlüssel
Das TCO-Modell stellt die Basis der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung im „Total Value of IT“-Ansatz dar. Als zweite Dimension für die Analyse des Mehrwerts der IT wird für TVIT eine Betrachtung der Prozesse vorgenommen. Geht man wie Carr davon aus, dass technologische Innovationen für alle Unternehmen gleich verfügbar sind, so muss der realisierbare wirtschaftliche Nutzen weniger von der Wahl einer bestimmten Technologie, eines Produktes oder einer Software abhängen. Vielmehr ist für den Erfolg einer IT-Investition relevant, wie die Technologie eingesetzt wird, das heißt, welche Prozesse und organisatorischen Gegebenheiten vorliegen, um eine optimale Nutzung der IT zu erreichen. Aus Sicht von itSMF und Gartner ist dieser Aspekt maßgeblich dafür verantwortlich, ob eine IT-Investition tatsächlich in einem Mehrwert für das Unternehmen resultiert.
Die Optimierung der IT-Betriebsprozesse sowie die Anpassung der organisatorischen Rahmenbedingungen ist das Kernziel eines IT Service Managements. Die klare Definition von bereitgestellten Services einschließlich ihrer Qualitätskriterien sowie die Strukturierung von IT-internen Abläufen entsprechend eines einheitlichen Prozessmodells wie der IT Infrastructure Library (ITIL) mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten stellt die Basis dar, um das „Wie“ der Nutzung von Technologie zu beschreiben und zu messen. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge zwischen Aufwand und Nutzen beschränkt sich traditionell die Nutzenbetrachtung eines IT Service Managements auf die qualitativen Aspekte wie Verbesserung der Servicequalität und besserer Abgleich zwischen Geschäftsanforderung und IT-Leistungen. Stellt man aber eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einer Analyse der Prozessreife gegenüber, so bietet sich die Möglichkeit, über die TVIT-Methode eine klare Prognose über den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen von IT Service Management zu machen.
Praktische Herangehensweise
Für eine solide Planung und Abschätzung des monetären Effekts von IT Service Management müssen Aussagen zu folgenden Teilaspekten getroffen werden:
- Ausgangslage, Ist-Kosten, Betriebs- und Prozessmodell, dargestellt durch eine Analyse des Prozessreifegrades in den Disziplinen des IT Service Managements.
- Definition der Ziele hinsichtlich des umzusetzenden Prozessmodells, möglicher technologischer Unterstützung und struktureller Veränderungen.
- Analyse und Bewertung von Rahmenbedingungen wie Kundenanforderungen, Komplexität der IT und insbesondere möglicher externer Veränderungen.
Auf der Basis des TCO-Modells hat Gartner einen standardisierten Kontenrahmen entwickelt, der in Benchmarking-Projekten eine hohe Vergleichbarkeit von Kostenstrukturen in verschiedenen Organisationen und zu verschiedenen Zeitpunkten erlaubt (direkte und indirekte Kosten). Daneben sind Rahmenbedingungen zu definieren, um eine Vergleichbarkeit der Kosten sicherzustellen:
- Klare Abgrenzung der Kosten: In der Betrachtung der IT-Betriebskosten müssen alle laufenden Kosten enthalten sein; Projektaufwendungen müssen klar getrennt werden.
- Definierter Zeitrahmen: in der Regel ein Jahr. Investitionen werden dabei anteilig im definierten Zeitrahmen berücksichtigt.
- Normierung der Kosten auf eine Kenngröße: Für den Vergleich der Situationen werden Kennzahlen wie IT-Kosten je Endanwender oder IT-Kosten je IT-Arbeitsplatz ermittelt, um Volumeneffekte zu kompensieren.
Zur Bestimmung der Prozessreife ist eine interne oder externe Auditierung der IT-Betriebsprozesse erforderlich. Zur Ermittlung des Reifegrades werden typischerweise neben der Analyse der entsprechenden Prozessdokumentation und von Arbeitsunterlagen des IT-Betriebs auch Interviews mit Prozessverantwortlichen und –beteiligten durchgeführt, um eine Validierung der Analyseergebnisse zu erreichen. TVIT hat für ITSM-Prozessreifebewertungen ein fünfstufiges Reifegradmodell.
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