Intelligente Assistenten

So erleichtert KI die Sachbearbeitung

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Kein KI-Einsatz ohne Leitplanken

Der Einsatz von KI in der Verwaltung birgt also ein enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung und Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen. Die Behörden sind sich dessen bewusst, wie eine Detecon-Studie zur Verwaltungsdigitalisierung zeigt. Allerdings betrachten sie diese Veränderung meist aus einer zu technischen Perspektive. Vielmehr geht es um optimierte Prozesse, systematisches Vorgehen und einen Kulturwandel in den Institutionen.

Gerade im Kontext von KI müssen sich Führungskräfte daher mit Themenfeldern wie beispielsweise Kollaboration und Kommunikation, aber auch Datenmanagement und -sicherheit auseinandersetzen. Dazu ist es notwendig, eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen, die auch den Umgang mit Künstlicher Intelligenz beinhaltet.

Um einen kontrollierten Einsatz von KI im Rahmen der Digitalisierungsstrategie zu gewährleisten, sollten Verwaltungen folgende Maßnahmen ergreifen:

  • KI-Compliance: Um den Einsatz von KI-Technologien zu regeln und die Einhaltung aller rechtlichen und ethischen Standards zu gewährleisten, ist ein entsprechendes Regelwerk unverzichtbar. Im Idealfall werden spezielle Compliance-Beauftragte eingebunden.
  • Informationssicherheit: Künstliche Intelligenz und Informationssicherheit sind eng miteinander verknüpft. Einerseits haben Behörden die Aufgabe, sich gezielt vor KI-Angriffen zu schützen. Gleichzeitig kann KI bei der Abwehr unterstützen. In Zusammenarbeit mit 23 internationalen Cybersicherheitsbehörden aus 18 Ländern hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Leitfaden hierzu erstellt.
  • Datenschutz und Datensicherheit: Insbesondere Behörden sollten strenge Datenschutzrichtlinien umsetzen und sicherstellen, dass alle KI-Daten sicher und anonymisiert sind. Die Funktionsweise von KI-Systemen und deren Entscheidungsprozesse müssen für alle Beteiligten transparent und nachvollziehbar sein. Daher ist es notwendig, dass die öffentlichen Institutionen die verwendeten Algorithmen, Datenquellen und Entscheidungswege umfassend dokumentieren.

Wo die Reise hingeht

Welche KI-Best-Practices sich in der Verwaltung etablieren, muss sich erst noch zeigen. Erste Landesverwaltungen tasten sich aber bereits an den Einsatz von KI-Assistenten heran. So testet zum Beispiel die bayerische Landesverwaltung derzeit mit Aleph Alpha eine eigene KI-Lösung, die den Beschäftigten Fragen beantwortet und ­Texte zusammenfasst – auch in Behördensprache.

Es ist davon auszugehen, dass sich KI in Zukunft auch in anderen Kontexten zu einem Instrument der Dienstleistungssteuerung in Behörden entwickelt. Ihre Fähigkeit, aus historischen Lerndaten Vorhersagen zu treffen, wird unter anderem bei der Entwicklung und Priorisierung von Dienstleistungen hilfreich sein.

Die Fähigkeit der künstlichen Intelligenz zur Sprachverarbeitung ist auch für das künftige Krisenmanagement und für die Unterstützung von Flüchtlingen vielversprechend. Sie wird dabei helfen, Erstinformationen zugänglicher zu machen und als Antragsassistenten die Suche auf Verwaltungsportalen erheblich benutzerfreundlicher gestalten.

Gekommen, um zu bleiben

Die „Verwaltungs-KI“ ist also gekommen, um zu bleiben. Es liegt jedoch in der Hand der Behörden, für einen fairen und datenschutzkonformen Einsatz zu sorgen. Das bringt einige Herausforderungen mit sich, die allerdings mit den richtigen Maßnahmen zu bewerkstelligen sind. Ein frischer Blick von außen und ein länderübergreifender Austausch können dabei wertvolle Impulse liefern.

Die Autoren

Elisabeth Schulze-Hulitz ist Managerin bei Detecon und Expertin für die ganzheitliche Digitalisierung und Modernisierung der öffentlichen Verwaltung. Sie ist zudem Autorin verschiedener Publikationen in den Themenbereichen Smart Government und Smart City.

John Claudius Eisenhauer ist Partner für den Bereich Public Sector & Defense bei Detecon. Als Experte für die digitale Transformation im öffentlichen Sektor liegt sein Fokus auf der ganzheitlichen Beratung von Behörden in der Digitalisierung von Leistungsprozessen. Er ist Autor diverser Publikationen u.a. zum Thema Inputmanagement.

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