IT unterstützt bei der Bekämpfung von Straftaten

Polizeiarbeit muss moderner werden

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Polizei-Experte und Accenture-Chef: Uwe Langer
Polizei-Experte und Accenture-Chef: Uwe Langer
(Bild: Accenture)
Das Problem wurde bereits erkannt: Das BKA hat eine Initiative für einheitliche Standards gestartet. Dies ist auch dringend nötig, denn gerade in Hinsicht auf die zunehmende Komplexität von Verbrechen wird es immer wichtiger, Informationen schnell zusammenzuführen, um Zusammenhänge schnell zu erkennen, auch zu Vorgängen im Netz. „Viele reale Verbrechen haben ihre Ursachen im Internet“, erklärt Langer. „Hier müssen neue Möglichkeiten geschaffen werden, zum Beispiel auch für die Beweissicherung digitaler Elemente.“

Denn: Kriminalität ist zunehmend organisiert, global, digital und arbeitet in komplexen Netzwerken – dieser Vorgehensweise muss sich moderne Polizeiarbeit anpassen.

Der Wille ist da

Die Berater von Accenture haben in einer Studie weltweit 22 leitende Beamte dahingehend befragt, welche Herausforderungen sie künftig erwarten und was benötigt wird, um diesen Anforderungen erfolgreich zu begegnen. Eines der Ergebnisse ist die Grundlage für alle weiteren: Der Wille ist da, die Polizeiverwaltung grundlegend zu erneuern.

Accenture hat sechs Schritte ausgemacht, mit denen die Polizei ihre Arbeit zukünftsfähig gestalten kann:

  • Bürger einbinden,
  • Polizeikräfte befähigen,
  • Arbeitsweisen optimieren.
  • durch Analytik vorausschauend handeln und Dienstleistungen verbessern,
  • Zusammenarbeit intensivieren,
  • Wandel aktiv steuern.

Soziale Medien

Eine Zusammenarbeit sollte nicht nur zwischen den Polizeibehörden der Länder, sondern auch zwischen Polizei und Bürger funktionieren. 83 Prozent der Deutschen fühlen sich einer Umfrage zufolge nicht ausreichend über Polizeiarbeit informiert, 50 Prozent würden einen Ausbau des Internetangebots der Polizei begrüßen. Neben dem persönlichen Kontakt sollte also auch die Kommunikation via Internet genutzt werden. Gerade in den sozialen Netzwerken tummeln sich zunehmend die Dienststellen, um Bürger anzusprechen und einzubinden.

So veröffentlicht die Polizei Hannover auf Facebook beispielsweise regelmäßig Neuigkeiten zu Geschwindigkeitsmessungen und Bürgersprechstunden, fordert aber auch zur Mithilfe bei Fahndungen auf. Dadurch konnten beispielsweise schon einige vermisste Kinder gefunden werden. Die strengen Datenschutzbestimmungen grenzen allerdings Fahndungsaufrufe via Web ein.

Dennoch: „Klug eingesetzt, leisten die sozialen Medien wertvolle Unterstützung für die Polizei“, meint Langer. Informationen verbreiteten sich schneller und in größerem Radius. „Die Polizei wünscht sich eine aufmerksame Öffentlichkeit, um im Idealfall durch rechtzeitige Informationen Straftaten ganz zu vermeiden“, so Langer. Das Internet als akzeptierter Kommunikationskanal könne hierbei wertvolle Informationen zeitnah liefern: 75 Prozent der Deutschen denken, dass soziale Medien die Verbrechensaufklärung unterstützen können. Und dafür würden sie sogar auf Anonymität verzichten.

Bügerportal und Apps als weitere Möglichkeiten, den Bürger einzubinden? Lesen Sie weiter!

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