Open Source in Europa OSB Alliance übernimmt Präsidentschaft des europäischen Verbandes APELL

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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2024 wird das Jahr für Open Source in Europa – so sieht es die Open Source Business (OSB) Alliance. Der Verband will das Jahr seiner Präsidentschaft des europäischen Dachverbandes der Open-Source-Business-Verbände nutzen, um Open-Source-Themen auf europäischer Ebene voranzutreiben und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Die OSB Alliance will sich künftig stärker auf die europäische Ebene fokussieren, „damit die Perspektive der Open-Source-Branche auch in Brüssel Eingang in die Debatten finden kann“.  (Bild:   rustamank - stock.adobe.com)
Die OSB Alliance will sich künftig stärker auf die europäische Ebene fokussieren, „damit die Perspektive der Open-Source-Branche auch in Brüssel Eingang in die Debatten finden kann“.
(Bild: rustamank - stock.adobe.com)

Die OSB Alliance hat den Verband APELL (Association Professionelle Européenne du Logiciel Libre / The Open Source Software Business Association) 2020 mitgegründet und übernimmt für 2024 die Präsidentschaft des Dachverbandes. Damit biete sich die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen und konkrete Ziele voranzutreiben. Grundsätzlich sieht die OSBA einen großen Aufklärungsbedarf: Bei der politischen Arbeit im Jahr 2023 habe sich immer wieder gezeigt, dass einige EU-Abgeordnete bisher nur ein rudimentäres Verständnis von Open Source hätten und Gesetzentwürfe dementsprechend manchmal ungewollte negative Auswirkungen auf das Open-Source-Ökosystem haben könnten. Es gelte also, Ansprechpartnern in Brüssel die Vorteile von Open Source zu erklären, für einen verstärkten Einsatz von Open Source in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung zu werben sowie Gesetzgebungsinitiativen entsprechend zu kommentieren.

In den Diskussionen zum Cyber Resilience Act im vergangenen Jahr haben entsprechende Stellungnahmen bereits Wirkung gezeigt: Die Bestimmungen wurden präzisiert und somit kommerzielle und nicht-kommerzielle Aktivitäten klarer voneinander abgegrenzt. So seien etwa Softwareprodukte ausgenommen, die von einer öffentlichen Verwaltung ausschließlich für die eigene Verwendung entwickelt werden.

Es stehen aber noch weitere Gesetzgebungsinitiativen an, etwa der AI Act und die Product Liability Directive (PLD), die sich nach Ansicht der OSBA auf die deutsche und europäische Open-Source-Wirtschaft auswirken können.

Als konkrete eigene Vorhaben nennt der Verband die Einrichtung einer Stelle für politische Kommunikation bei APELL und die Unterstützung bei der Gründung von Open-Source-Verbänden in weiteren europäischen Ländern. Im Rahmen ihrer Präsidentschaft wird die OSB Alliance in Berlin auch die jährliche APELL-Konferenz ausrichten, bei der sich die einzelnen Verbände noch stärker vernetzen, Ideen und Vorschläge abstimmen können.

Beim EU Open Source Policy Summit am 2. Februar in Brüssel wird Peter Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSB Alliance, für die OSB Alliance und den Dachverband APELL an der Podiumsdiskussion zum Thema „Open Source: The European Competitive Advantage" teilnehmen.

Parallel plant die OSB Alliance auch, den Austausch mit weiteren Verbänden wie dem OpenForum Europe und dem Open Source Observatory zu intensivieren. Im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament will der Verband zudem die Kandidierenden der demokratischen Parteien mit Wahlprüfsteinen zu deren Positionen zu Open-Source-Themen befragen.

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