Mecklenburg-Vorpommern Nach Cyberangriff: Grundlegender Neuaufbau der mobilen Polizei-IT

Von Johannes Kapfer 1 min Lesedauer

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern verzichtet nach einem Cyberangriff bewusst auf schnelle Übergangslösungen. Stattdessen wird die mobile IT-Infrastruktur der Landespolizei grundlegend neu aufgesetzt. Der gesamte Prozess soll voraussichtlich bis Ende 2026 dauern.

Smartphones gehören mittlerweile zum Arbeitsalltag von Polizistinnen und Polizisten. Umso wichtiger ist es, dass die verwendeten Geräte den höchsten Sicherheitsstandards genügen.(Bild: ©  M Einero/peopleimages.com - stock.adobe.com)
Smartphones gehören mittlerweile zum Arbeitsalltag von Polizistinnen und Polizisten. Umso wichtiger ist es, dass die verwendeten Geräte den höchsten Sicherheitsstandards genügen.
(Bild: © M Einero/peopleimages.com - stock.adobe.com)

Die Konsequenzen eines Cyberangriffs auf einen Server der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern sind weitreichender als zunächst angenommen. Das Innenministerium hat sich gegen punktuelle Reparaturen entschieden und setzt stattdessen auf eine komplette Neuaufstellung der mobilen IT-Ausstattung.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden die betroffenen dienstlichen Smartphones vorsorglich außer Betrieb genommen. Die anschließende technische Analyse hätte deutlich gemacht, dass eine schnelle Wiederinbetriebnahme einzelner Geräte den Sicherheitsanforderungen an polizeiliche IT nicht entsprochen habe, heißt es aus Kreisen des Innenministeriums.

Systemarchitektur neu gedacht

„Es geht nicht um punktuelle Anpassungen oder den Austausch einzelner Endgeräte“, erklärt Innenminister Christian Pegel. Ziel sei eine tragfähige und zukunftsfeste IT-Infrastruktur. Die vollständige Überprüfung umfasse Systeme, Serverlandschaft und Endgeräte ebenso wie Verwaltungs- und Sicherheitsprozesse.

Die neue IT-Struktur soll auf einer detaillierten Auswertung des Vorfalls fußen. Alle technischen Erkenntnisse würden in die Systemarchitektur einfließen, die nicht nur repariert, sondern neu gedacht werde, so das Ministerium. Das neue System soll ohne überholte Altstrukturen auskommen und künftigen Anforderungen gerecht werden.

Einsatzfähigkeit bleibt gewährleistet

Die Einsatzfähigkeit der Landespolizei sei während des gesamten Prozesses gewährleistet, betont Pegel. Für die tägliche Arbeit stünden die bewährten Kommunikations- und Arbeitsmittel zur Verfügung, die auch vor Einführung der dienstlichen Smartphones genutzt wurden.

Nach derzeitigem Stand rechnet das Ministerium im weiteren Verlauf des Jahres 2026 mit der Rückkehr zu einer vollständig verfügbaren mobilen IT-Ausstattung. Parallel werde die IT-Sicherheitskompetenz durch Schulungen, Sensibilisierungsmaßnahmen sowie die Weiterentwicklung technischer und organisatorischer Standards ausgebaut.

Die Frage wird sein, ob andere Länder ähnliche Schwachstellen in ihrer IT-Infrastruktur haben – und ob sie diese präventiv angehen oder – wie in diesem Fall – erst nach einem Vorfall reagieren.

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