Kommunale Bedarfe Messe Kommunal 2025 – eine Messeschau

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Die Messe Kommunal fand am 27. und 28. August in der Lokhalle in Göttingen statt und stellte sich thematisch sehr breit auf. Insbesondere Digitalisierungsmaßnahmen und die Behebung von Sanierungsstaus hatten jedoch besonders starken Zulauf erfahren. Wir waren als Redaktion vor Ort und haben uns auf der Messe umgesehen.

Die Messe Kommunal versammelte Kommunalvertreter aus ganz Deutschland in Göttingen.(Bild:  Johannes Kapfer)
Die Messe Kommunal versammelte Kommunalvertreter aus ganz Deutschland in Göttingen.
(Bild: Johannes Kapfer)

Dass das kommunale Aufgabenspektrum weit über das Bereitstellen einer mehr oder minder digitalen Verwaltung hinausgeht, dürfte den meisten klar sein. Auf der Messe Kommunal 2025 präsentierten über 140 Aussteller aus 39 Branchen in der Göttinger Lokhalle ihre Lösungen rund um die kommunale Familie.

Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Jahr – neben allgegenwärtigen Digitalisierungsthemen – auf Umweltaspekte sowie die rasche Beseitigung von Sanierungsstaus gelegt. Einem Hersteller zufolge sei eine Vielzahl von deutschen Kommunalverwaltungen in Zweckbauten aus den 1960er oder 70er Jahren untergebracht, denen man langsam aber sicher die unzähligen Betriebsstunden sowie den permanenten Parteiverkehr ansehe. Aufgrund von Baustoffen wie Asbest sei zudem ein Neubau vielerorts um Längen rentabler als eine Kernsanierung, so der Bauexperte. Daher ist es kaum verwunderlich, dass auf der Messe Kommunal etliche Herstellerfirmen von Raumeinheiten – landläufig als Container bekannt – ihre Produkte interessierten Kommunalvertretern vorstellten und regen Zulauf erhielten.

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Unabwägbare Risiken

Eine weitere Branche, die sich stark auf die Ereignisse der letzten Monate eingestellt hat, ist die Riege der Versicherer. Groß im Kommen seien derzeit Anfragen bezüglich einer Versicherung gegen Cyberangriffe, weiß eine Vertreterin eines überregionalen Kommunalversicherers zu berichten. Vielerorts sei ein derartiger Versicherungsschutz jedoch nicht umsetzbar, da das Risiko kaum abwägbar sei. Dabei würden einerseits die vielfach veralteten Produktivsysteme, die in etlichen Kommunen nach wie vor ihre Dienste verrichten, sowie das hohe Individualrisiko durch die Verwaltungsfachangestellten eine Absicherung der Kommunen beiderseitig nur unter maximal unwirtschaftlichen Gesichtspunkten darstellen lassen, betont die Versicherungsökonomin.

Risiken, wie etwa einem Phishing-Angriff oder einer Cyberattacke mittels Social-Engineering aufzusitzen, ließen sich zwar durch Schulungen signifikant reduzieren, komplett vermeiden ließen sich diese jedoch nicht, sagt ein Vertreter eines Unternehmens, welches Schulungen anbietet, die auf die Bedarfswelt der kommunalen Familie zugeschnitten sind. Oftmals würde eine einmalige Sensibilisierung nicht ausreichen, für regelmäßige Schulungen hingegen sei das Budget vielerorts nicht vorhanden. Ohne den regulierenden Eingriff der politischen Entscheidungsebene ein schier unlösbares Dilemma.

Deutlich positiver war die Stimmung im Außenbereich der Messe. Hier wurden neben Mobilitätskonzepten auf Wasserstoffbasis auch allerlei „Spielzeuge“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen präsentiert. Feuerwehrfahrzeuge der neuesten Generation, Omnibusse für den ÖPNV sowie topmoderne Gerätschaften für die kommunalen Bauhöfe zogen die Blicke der Besucherinnen und Besucher auf sich.

Im kommenden Jahr wird die Messe Kommunal wieder stattfinden und wir dürfen gespannt sein, welche Innovationen sich bis dahin etabliert haben. Eines ist jedoch retrospektiv klar. Das Thema Kommune ist alles andere als verstaubt. Oder um es mit den Worten eines anwesenden Keynote-Speakers auszudrücken: Politik ist Zukunft und Zukunft findet in den Kommunen statt.

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