Über Deutschland.Digital und andere Smart-City-Ambitionen sprach auch Elisabeth Kaiser, Staatssekretärin im Bundesbauministerium. In ihrem Vortrag bewertete sie die Smart-City-Modellprojekte als Erfolgsmodell. „Der Nutzen ist spürbar und der Schneeballeffekt wirkt“, sagte Kaiser. 73 Modellprojekte mit mehr als 650 Maßnahmen seien auf den Weg gebracht, knapp 200 davon kooperativ entwickelt worden, und viele der Pionierideen würden inzwischen auch von anderen Kommunen genutzt. Als Beispiel nannte sie ein Projekt aus Süderbrarup in Schleswig-Holstein. Die dort entwickelte Plattform für kommunale Räume ermöglicht es, zentral Bürgerhäuser, Vereinsstätten, aber auch Materialien und Geräte für Veranstaltungen zu buchen. Die Idee sei bereits von anderen Kommunen übernommen worden.
Kaiser sprach auch über den Smart-City-Stufenplan, der die Digitalisierung der Stadt- und Regionalentwicklung vorantreiben und durch die Struktur- und Rahmenbedingungen die Kommunen bei der Implementierung digitaler Lösungen unterstützen soll – „für koordiniertes Handeln auf allen föderalen Ebenen“, so die Staatssekretärin. Gemeinsam mit einem Kompetenzzentrum und dem Marktplatz „Deutschland.Digital“ soll so das Know-how gebündelt werden. Hörtipp: Über den Stufenplan und den neuen Smart-City-Marktplatz sprach unsere Redaktion auf der SCCON live mit Alexander Handschuh vom Städte- und Gemeindebund. Die Aufzeichnung des Podcasts können Sie hier hören:
Ein digital starker Staat
Auch der Blick über die Landesgrenzen hinweg ist fester Bestandteil der Berliner Messe. Diesmal gab es beispielsweise Einblick in die digitale Transformation Nordirlands. Laut Wirtschaftsminister Conor Murphy baue der technologische Erfolg seines Landes auf drei Säulen auf: Wirtschaft, Politik und Universitäten. Die Hauptstadt Belfast sei eine Art Testlabor für Unternehmen, die Smart-City-Innovationen entwickelten, etwa in den Bereichen lebendige Innenstadt, gesunde und lebenswerte Stadtteile sowie nachhaltige Mobilität. Belfast sei außerdem 5G-Projektregion und erhalte ein Zentrum für künstliche Intelligenz.
Auch Liechtenstein präsentierte sich auf der SCCON. Laut Regierungschef Daniel Risch habe aktuell mehr als jeder zweite Bürger eine eID auf dem Smartphone. Das elektronische Gesundheitsdossier sei zu nahezu 100 Prozent verbreitet, und das Glasfasernetz wurde innerhalb von fünf Jahren flächendeckend gelegt. „Wir haben massiv investiert, in den letzten drei Jahren waren es jeweils drei Prozent des Staatsbudgets“, betont Risch. Als Schlüssel zum Erfolg sieht Risch „viele mutige, wegweisende Entscheidungen“, die das Land getroffen habe.
Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus (l.) diskutierte mit MdB Daniel Föst, Sabine Meigel (Stadt Ulm), MdB Lars Rohwer und Bitkom-Bereichsleiter Michael Pfefferle den Smart-City-Stufenplan.
Als Partnerland konnte in diesem Jahr Lettland gewonnen werden. „Lettland ist digitaler Vorreiter, sei es mit der eID oder der digitalen Gesundheitsakte“, begründet Dr. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin, die Wahl. Deutschland kann hier also Know-how abgreifen, und Lettland ist bereit, sich in die Karten schauen zu lassen. „Lettland ist bestrebt, sein Fachwissen über die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen weiterzugeben“, sagt Edgars Rinkēvičs, Staatspräsident der Republik Lettland. 91 Prozent der Dienstleistungen in der Verwaltung sind digitalisiert, wie Wirtschaftsminister Viktors Valainis ausführte. Der öffentliche Sektor stelle sich damit für die Bürgerinnen und Bürger „so bequem wie möglich auf“. Valainis formulierte ein klares Ziel: „Lettlands Vision ist die eines digital starken Staates, der sich zur Smart Nation entwickeln will.“
Ein digital starker Staat – das will auch Deutschland werden. Dazu gehört – neben den vielfältigen Smart-City-Lösungen – zwingend eine funktionierende digitale Verwaltung. Souveränität, Stärke und Kompetenz: Faktoren, die das Vertrauen in den Staat stärken und die Demokratie stützen.
Stand: 08.12.2025
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Die nächste SCCON findet vom 30. September bis 2. Oktober 2025 wieder in Berlin statt.