Best Practice: Kairo Kairo: Wie Daten die Mobilität der Megacity verändern

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Mit digitaler Modellierung will Kairo Verkehrsprobleme lösen und sozialen Zugang sichern – ein datenbasierter Wandel für eine gerechtere und grünere Stadtmobilität.

Kairo hat, wie viele Metropolen, Probleme mit zu viel Autoverkehr und Umweltverschmutzung.(Bild: ©  zevana – stock.adobe.com)
Kairo hat, wie viele Metropolen, Probleme mit zu viel Autoverkehr und Umweltverschmutzung.
(Bild: © zevana – stock.adobe.com)

Die ägyptische Hauptstadt Kairo zählt zu den größten und am schnellsten wachsenden urbanen Zentren der Welt, hat aber wie die meisten Metropolen mit Verkehrsstaus und Umweltverschmutzung zu kämpfen. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen und insgesamt eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern, hat die Weltbank im Jahr 2020 ein Konsortium beauftragt, eine Studie zur Ermittlung des Mobilitätsbedarfs durchzuführen.

Das als „GCR Mobility Assessment and Public Transport Improvement Study (MAPTIS)“ bekannte Programm hatte ein ambitioniertes Ziel: Es sollte ein realistisches und vollständiges Bild des multimodalen Verkehrs in Kairo zeichnen – inklusive U-Bahnen, Bussen, Minibussen, Taxis, Pkw und den geplanten Schnellbussen. Mit Hilfe digitaler Technologien wurde im nächsten Schritt eine Datengrundlage geschaffen, um das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu verstehen, Schwachstellen im Netz aufzudecken und Investitionen in den öffentlichen Verkehr strategisch zu lenken.

Ein besonderer Fokus lag auf der sozialen und ökologischen Dimension der Verkehrsplanung. Die vorgeschlagenen Szenarien sollen nicht nur den Verkehrsfluss verbessern, sondern auch zur Reduzierung der Umweltbelastung und zur Förderung sozialer Teilhabe beitragen.

Datenvielfalt

Im Mittelpunkt stand das von CitiME entwickelte „MAPTIS Transport Model“ (MTM) inklusive der Software OpenPaths CUBE von Bentley Systems. Die Lösung sollte sowohl bestehende Verkehrsströme abbilden als auch Prognosen ermöglichen und somit die (beabsichtigten und unbeabsichtigten) Auswirkungen geplanter Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr realistisch einschätzen, indem sie die umfangreichen Daten in ein visuelles Modell überführt. Der Datenpool hierfür war mannigfaltig, sowohl klassische Quellen wie Volkszählungsdaten als auch moderne Methoden – etwa GPS-Daten – wurden integriert.

„Insgesamt hat das Modell die Auswirkungen der Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr in Bezug auf die Fahrgastzahlen und die sich aus der Verkürzung der Reisezeit ergebenden wirtschaftlichen Vorteile ausreichend erfasst, weil die Fahrgastströme und die durchschnittliche Länge der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr gut nachgebildet wurden“, sagt Alberto Brignone, Director bei CitiME. Das Modell habe sowohl das digitale Datenmanagement als auch die Datenanalyse erleichtert sowie Einblicke in Mobilitätstrends gegeben.

Auf Basis der Analysen konnten konkrete Empfehlungen für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs formuliert werden, die letztlich als Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltung und internationale Partner dienten. Die datenbasierte Modellierung erlaubt es der Metropole Kairo, Mobilitätsfragen systematisch, inklusiv und zukunftsorientiert zu beantworten – weg von reaktiven Einzelmaßnahmen, hin zu einem ganzheitlichen und nachhaltigen Verkehrsentwicklungskonzept. „Die Ergebnisse des MAPTIS-Modells haben dazu beigetragen, Investitionsmöglichkeiten zur Verbesserung des Verkehrs im Großraum Kairo zu erkennen“, sagte Brignone.

Das Projekt im Überblick

Unternehmen: CitiME Consultancy LLC
Standort: Metropolregion Kairo, Ägypten

Projektziele:
• Durchführung einer Mobilitätsbewertung für die Metropolregion Kairo.
• Entwicklung eines Verkehrsnachfragemodells für die Bewertung von Möglichkeiten zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und das Voraussehen zukünftiger Verkehrsnachfragen.

Projektspezifisches Playbook: OpenPaths CUBE

Hintergrund:
• MAPTIS wurde für die Bewertung des Mobilitätsbedarfs in der Metropolregion Kairo implementiert und im Juni 2022 abgeschlossen.
• Im Rahmen des Programms setzte CitiME OpenPaths für die Entwicklung eines prädiktiven Verkehrsnachfragemodells ein.
• Das Modell bot strategische Investitionsunterstützung für Investitionen in nachhaltige öffentliche Nahverkehrsprojekte.

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