Anbieter zum Thema
Wir verfolgen die Entwicklung der hessischen IT-Landschaft schon seit Langem. Lassen Sie uns einmal hinter die Kulissen ihrer IT-Sicherheit blicken.
Beuth: Das sicher nicht. Aber wir wollen an einigen Schwerpunkten schon zeigen, wie in einer IT-Umgebung mit über 60.000 vernetzten PC Sicherheit gewährleistet wird. Dazu gehört etwa der Ausbau unseres CERT-Hessen oder die Einrichtung eines kommunalen Dienstleistungszentrums „Cybersicherheit“ vor allem für die kleineren Kommunen, das das Land ab 2016 über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 2,5 Millionen Euro fördert.
Ein anderes gutes Beispiel sind unsere jährlichen Übungen des IT-Krisenmanagements in Hessen, an der im Herbst letzten Jahres auch kommunale Partner wie die Städte Wiesbaden und Frankfurt sowie Unternehmen mit kritischer Infrastruktur teilgenommen haben.
Außerdem gehört dazu unser Programm zur Optimierung der technischen Informationssicherheit in der Landesverwaltung, das wir bis zum Ende der Legislaturperiode aufgelegt haben. Alles das stellen wir vor und bieten den Erfahrungsaustausch darüber an.
Ein Programm zur Optimierung der technischen Sicherheit in der Landesverwaltung? Hat Hessen hier Nachholbedarf?
Beuth: Nein. Schon in 2004 hat das Land mit dem Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems begonnen, welches alle Dienststellen des Landes umfasst. Parallel verfolgen wir seit Jahren konsequent das Ziel einer Zentralisierung von IT-Betriebsleistungen bei unserem Landesbetrieb, der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung und einer standardisierte IT-Ausstattung aller PC-Arbeitsplätze – unseren „HessenPC“. Damit sind nicht nur wirtschaftliche Skaleneffekte zu erzielen, diese Strategie schafft auch einen Mehrwert auf dem Gebiet der IT-Sicherheit.
Im Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für 2015 wird ein-mal mehr festgestellt, dass sich die Anzahl der Schwachstellen und die Verwundbarkeiten von IT-Systemen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Die IT einer Landesverwaltung sieht sich wie Unternehmen der Privatwirtschaft einer anwachsenden Bedrohungslage im Cyber-Raum gegenüber. Was mir Anlass zur Sorge gibt ist, dass die Angriffe nicht nur zahlenmäßig zunehmen – sie werden auch immer ausgefeilter und professioneller. Wir bewegen uns alle in einem Aufwärtsspirale von Angriff und Abwehr.
Mit unserem Programm zur Optimierung der Informationssicherheit haben wir einen Rahmen für konzeptionelle Arbeit und die Einführung neuer Sicherheits-Technologien geschaffen. Eine Besonderheit dabei ist, dass wir dieses Programm in enger Abstimmung mit dem Hessischen Datenschutzbeauftragten steuern.
Was bedeutet Informationstechnik für Sie persönlich?
Beuth: Sie ist für mich ein wichtiges, ein alltägliches Arbeits- und Kommunikationsmittel. Als Nutzer möchte ich eine verlässliche, funktionale IT und als Innenminister sind die mittel- und langfristigen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft eine spannende und herausfordernde Gestaltungsaufgabe.
(ID:43817444)