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Wird also das Thema Kooperation bei der Polizei an Bedeutung gewinnen?
Seidel: Kooperationen sind sinnvoll und gewinnbringend – nicht nur für Polizeien, ganz besonders auch für die Steuerzahler. Hinzu kommt, dass im Rahmen der kooperationsbezogenen Zusammenarbeit Kompetenzen zwischen den Partnern übertragen und gemeinsam weiter entwickelt werden. Einige Beispiele aus Polizei-Online: Wir stehen derzeit kurz vor dem Abschluss des Übertrags unserer Intranet-Technologie auf die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen. Auf dieser Grundlage soll künftig auch die gemeinsame, arbeitsteilige Softwareentwicklung auf einer länderübergreifenden Entwicklungsplattform erfolgen. Im Bildungsbereich haben wir unser gemeinsam genutztes Bildungsmanagementsystem um die Komponenten „Schießen“ und „Einsatztraining“ weiterentwickelt. Die Umsetzung erfolgt auf Grundlage eines gemeinsam erarbeiteten Fachkonzepts, dem ein gleichermaßen intensiver, wie auch für alle Seiten gewinnbringender Austausch der Fachexperten der beteiligten Länder vorausging. Gemeinsam entwickeln wir auch elektronische Lernanwendungen beispielsweise für Schulungsmaßnahmen in den Bereichen Digitalfunk oder DNA-Analyse. Hier haben wir Entwicklungskompetenz auf unsere Partner übertragen. Die Experten arbeiten nun intensiv zusammen, was die Ergebnisse besser – und vor allem bundesweit übertragbar – macht.
Welchen Anreiz hat eine Polizei oder ein Land, Know-how zu teilen?
Seidel: Zunächst einmal, weil alle Beteiligten davon profitieren. Fast banal klingt in diesem Zusammenhang die Aussage, dass die Summe mehr ist als ihre Teile. Kooperation ist ja keine Einbahnstraße! Offen gesagt, wir sind häufig auch nur durch die Aufwands- und Kostenteilung innerhalb Kooperation in der Lage, gemeinsame Entwicklungen zu betreiben. Alleine wären diese nicht oder nur sehr schwer möglich.
Zwischenzeitlich hat sich ein weiterer Vorteil gezeigt: In unserem Kooperationsprojekt arbeiten Experten zusammen, die teilweise auch eine maßgebliche Rolle in vergleichbaren IT-Projekten innehaben. Jeder einzelne von ihnen bringt seine Kompetenz und seine Erfahrungen aus diesen Kooperationen sowie seine persönlichen Netzwerke mit ein. Das macht uns besser, weil wir auf Best Practices zurückgreifen und so die in anderen Projekten gemachten Fehler vermeiden können.
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