Um bei Bewerbern und gerade bei IT-Fachkräften zu punkten, können flexible Arbeitsmodelle und Homeoffice ein Benefit sein. Doch wie können Mitarbeitende möglichst sicher angebunden und im Netzwerk verwaltet werden? Mit klaren Rahmenbedingungen, Zugriffsregelungen sowie einer robusten und sicheren Netzwerkinfrastruktur.
Unser Gastautor ist überzeugt: Hybrides Arbeiten ist bei IT-Spezialisten eine Chance, sie für die öffentliche Verwaltung zu gewinnen.
In den Stadt- und Gemeindeverwaltungen werden in den nächsten zehn Jahren von den rund 1,65 Millionen Beschäftigten fast 500.000 in den Ruhestand gehen. Schon heute können etwa 100.000 Stellen in Städten und Gemeinden nicht neu besetzt werden. Denn auch die Privatwirtschaft wirbt mit vielversprechenden Konditionen um qualifiziertes Personal. Um bei Bewerbern und gerade bei IT-Fachkräften zu punkten, können flexible Arbeitsmodelle und Homeoffice ein Benefit sein.
Flexible Arbeitsmodelle als attraktives Angebot
Flexible Arbeitszeiten mit Homeoffice-Anteilen, wenn beispielsweise kein Parteienverkehr besteht, ermöglicht den Mitarbeitenden eine bessere Work-Life-Balance. Das schätzt das Verwaltungspersonal genauso wie IT-Fachkräfte. Ämter und Behörden, die auf lokale Präsenz bestehen, werden es deshalb schwer haben, den großen Bedarf an Mitarbeitenden und insbesondere an IT-Fachkräften zu decken. Laut der Unternehmensberatung McKinsey fehlen im öffentlichen Dienst bis 2030 circa 140.000 IT-Fachkräfte. Hybrides Arbeiten ist bei diesen Spezialisten eine Chance, sie für die öffentliche Verwaltung zu gewinnen.
Die Skepsis bezüglich der Sicherheit von IT, Daten und Kommunikation muss modernen Beschäftigungsmodellen dabei nicht im Wege stehen.
Auswahl der IT gemäß digitaler Souveränität
Bei der Auswahl der Technologien greift das Kriterium „Digitale Souveränität“. Das gilt für sämtliche Produkte, die zum Einsatz kommen, angefangen bei den Netzwerkkomponenten bis hin zur Cloud. Im Kern geht es darum, jederzeit die Kontrolle über Daten zu haben, zu bestimmen, wer auf die Daten zugreifen und sie nutzen kann. Das ist bei Herstellern und Diensteanbietern mit Sitz außerhalb der Europäischen Union nicht garantiert. Sie sind der jeweiligen Gesetzgebung des Landes verpflichtet, in dem die Firmenzentrale liegt. So müssen beispielsweise Soft- und Hardwareanbieter sowie digitale Plattformen in den USA Daten ihrer Nutzer an Behörden weitergeben, wenn sie dazu aufgefordert werden. Es bleibt ihnen keine andere Wahl. Es ist deshalb klar davon abzuraten, sich in eine Abhängigkeit von Anbietern außerhalb der EU zu begeben.
Sicherer Netzwerkzugriff im Büro und im Homeoffice
Die technische Umsetzung für flexibles Arbeiten umfasst Netzwerkkomponenten und Cloud-Lösungen, die dem Zero-Trust-Prinzip folgen. Es wird vom IT-Administrator im Backend umgesetzt. Die Zugriffe sind strikt geregelt. Mitarbeitende dürfen nur die Anwendungen und Daten nutzen, die sie für ihren Job brauchen. Die erstmalige Authentisierung und spätere Authentifizierung am Netzwerk werden im Zero-Trust-Konzept durch eine Multifaktor-Authentifizierung umgesetzt. Wer wann und wie auf das Netzwerk zugreift, wird in jeder Sekunde transparent dokumentiert. Dieses Prinzip gilt unabhängig davon, ob die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter im Büro, zuhause oder von unterwegs arbeitet. Die Überwachung des Netzwerks ist von zentraler Bedeutung, damit der IT-Admin bei Unregelmäßigkeiten alarmiert wird und eine eventuelle Cyberattacke lokalisieren kann. Als Vertreter des Staates ist die öffentliche Verwaltung und ihr Datenbestand ein äußerst attraktives Ziel für Hacker, Angreifer und Erpresser. Daten dürfen keinesfalls in die falschen Hände geraten.
Zero-Trust-Modelle treten zunehmend an die Stelle des weit verbreiteten Vollzugriffs über VPN (Virtual Private Network), weil sie ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. Erreicht wird dies über verschiedene Security-Stufen für Mitarbeitende und stark ausdifferenzierte Berechtigungen auf Applikationsebene.
Netzwerkverwaltung über die Cloud
Das Auswahlkriterium „Engineered in EU“ gilt nicht nur bei der Anschaffung von Netzwerkkomponenten wie Switches, Router, Access Points, Firewalls. Das Zero-Trust-Prinzip umfasst auch das Management all dieser Netzwerkkomponenten und der Berechtigungen. Dafür stehen grundsätzlich zwei Varianten zur Verfügung: Die klassische Netzwerkverwaltung, die lokal über einen WLAN-Controller erfolgt, oder Cloud-basiertes Management.
Netzwerkmanagement über die Cloud bietet eine Reihe von Vorteilen. Der wesentliche Vorteil liegt in der Entlastung der IT-Verantwortlichen. Durch den Zugriff von jedem Ort aus über das Internet können die Netzwerkkomponenten zentral konfiguriert, überwacht und laufend angepasst werden. Niemand muss im Büro von Gerät zu Gerät gehen, um Einstellungen an Routern, Switches, Access Points und Firewalls vorzunehmen.
Der Betrieb des Netzwerks ist damit weitestgehend automatisiert. Eine automatisierte Netzwerkverwaltung kann eine Zeitersparnis von bis zu 75 Prozent bringen. Dabei werden auch Compliance-Vorgaben umgesetzt und deren Einhaltung überwacht. Ergeben sich Veränderungen, kann der IT-Admin das Netzwerk sofort und einfach remote entsprechend anpassen. Diese Veränderungen können zum Beispiel neue Geräte oder Mitarbeitende sein oder die Anbindung von Remote-Arbeitsplätzen.
Stand: 08.12.2025
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Cloud-Verwaltung in Eigenregie oder Auslagerung
In einer IT-Welt mit zunehmender Komplexität und einem dramatischen Fachkräftemangel, vor allem bei den IT-Spezialisten, ist Cloud-basierte Netzwerkverwaltung eine große Erleichterung. Sollte die Behörde personell nicht in der Lage ist, das Netzwerk in Eigenregie zu verwalten, kann diese Aufgabe auch an einen IT-Dienstleister ausgelagert werden. Grundsätzlich gibt es für jeden Wunsch das passende Konzept.
Der Autor Thomas Kirschke ist Director Public bei LANCOM Systems.