Zukunft der öffentlichen Verwaltung Generation Z und Verwaltung: Gegensätze ziehen sich an?

Ein Gastbeitrag von Laura Detels 6 min Lesedauer

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Mit der „Generation Z“ strömt eine Generation junger Menschen auf den Arbeitsmarkt, die einen Wertekanon mitbringt, der von einem neuen Verständnis der Arbeit, Flexibilität und Sinnhaftigkeit geprägt ist.

Passen Gen Z und Verwaltung zusammen?(©  gpointstudio - stock.adobe.com)
Passen Gen Z und Verwaltung zusammen?
(© gpointstudio - stock.adobe.com)

Im Jahr 2030 werden wir im öffentlichen Sektor eine bisher nicht dagewesene Fachkräftelücke von über einer Million fehlender Arbeitskräfte sehen. Diese Zahl liest man mittlerweile überall. Das Erschreckende? 2030 ist in sieben Jahren. Und nicht nur das – schon heute fehlen rund 39.000 Fachkräfte, vor allem in IT-Berufen im öffentlichen Sektor. Vor dem Hintergrund einer notwendigen digitalen Transformation stehen wir ­somit vor großen Herausforderungen. Aber: Wir können auch Potenziale und Chancen erkennen. Neben technologischen und innovativen Lösungen, die Prozesse ­effizienter gestalten und automatisieren können, werden es zwangsläufig junge Menschen sein, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sein werden, sie gestalten und transformieren. Mit der nachfolgenden Generation – Generation Z – strömt eine Generation junger Menschen auf den Arbeitsmarkt, die einen Wertekanon mitbringt, der von einem neuen Verständnis der Arbeit, Flexibilität und Sinnhaftigkeit geprägt ist.

Vorurteile aufbrechen

Vorab: Um erfolgreich und inklusiv zusammenzuarbeiten, sollten wir unbedingt davon absehen, in Schubladen zu denken. Nur weil eine Person in den Jahren zwischen 1995 und 2010 (hier gibt es unterschiedliche Meinungen zur genauen Abgrenzung) geboren ist, können ihr nicht zwangsläufig spezifische Attribute zugesprochen werden. Aus diesem Grund sprechen wir von Grundeinstellungen und Schnittmengen, die sich über eine Gesamtmenge junger Menschen erstrecken.

Wir müssen zusammenfinden, gemeinsam Lösungen finden, Handlungsräume und ein Arbeitsklima schaffen, das die Bedürfnisse aller Menschen bedient. Ich bin überzeugt: Wenn wir verstehen, dass es kein Wir gegen Ihr ist, sondern ein gemeinsames Lernen, dann kann nachhaltiges Wachstum und Transformation gelingen, dann können wir gemeinsam Lösungen finden und die öffentliche Verwaltung von morgen aktiv, nachhaltig und inklusiv gestalten.

Während Verwaltungen auf Landesebene in ihrer Attraktivität für junge Menschen laufend steigen und auch die Bundesebene eine wichtige Rolle spielt, bilden kommunale Verwaltungseinheiten das deutliche Schlusslicht.

Generation Z – Generation Technologieaffin

Aufgewachsen mit Smartphone, Internet und einem schier unendlichen Zugang zu Informationen und Wissen, sozialen Medien und Kontakten, ist die junge Genera­tion die erste, die innovative Technologien intuitiv nutzt. Neben einer daraus hervorgehenden, ausgeprägten Technologieaffinität sehen wir Progressivität und Proaktivität, Mut zum Wandel wie in keiner Vorgängergeneration. Generation Z stellt Themen wie soziale Gerechtigkeit, Sinnhaftigkeit, Umwelt- und Klimafragen, Geschlechter- und Sexualitätstoleranz vermehrt und vergleichbar ­radikal in den Fokus. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass diese Generation nicht nur mit einer Fülle von Technologien aufgewachsen ist, sondern gleichzeitig – seit Lebensbeginn – eine Vielzahl Krisen erlebt: Finanz-und Wirtschaftskrise, Coronapandemie, Klima- und Umweltkrise, humanitäre Krisen, gewaltsame Umstürze politischer Systeme und Kriege, um nur einige zu nennen.

Junge Menschen und Verwaltung – it's a Match

So steht Generation Z irgendwo zwischen Unsicherheit und Aktivismus. Und man könnte meinen, junge Menschen und der öffentliche Sektor wären das perfekte Match: Während öffentliche Verwaltungen Jobsicherheit bieten, bringen die Fachkräfte von morgen Tatendrang und Mut zur Veränderung mit. Tatsächlich gewinnt der öffentliche Sektor für junge Menschen zunehmend an Attraktivität. Rund 58 Prozent der teilnehmenden Studierenden einer aktuellen Umfrage der Next:Public geben an, dass öffentliche Verwaltungen als Arbeitgeber vergleichsweise interessant sind.

Auf der nächsten Seite: Welche Veränderungen braucht die öffentliche Verwaltung? Oder anders gesagt: How to Gen Z.

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