Kolumne

GovTech: Europas digitale Zukunft?

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Gleichzeitig setzt der erfolgreiche Einsatz von GovTech genau diese Dinge bereits voraus. Start-ups sollen helfen, Risikoaversion abzubauen, stoßen aber auf Organisationen, die Risiken systematisch vermeiden.

Sie sollen iterativ arbeiten, treffen jedoch auf starre Planungs- und Haushaltslogiken. Und sie sollen neue Arbeitsweisen etablieren, während Verantwortung, Zuständigkeiten und Entscheidungsspielräume unklar bleiben.

Kaum Breitenwirkung

Die Folge ist fast ein klassischer Zirkelschluss: Ohne kulturellen Wandel funktioniert GovTech nicht und ohne funktionierenden GovTech-Einsatz bleibt der kulturelle Wandel oft aus. Oder anders gesagt: GovTech wird als Abkürzung für Transformation genutzt, obwohl Transformation keine Abkürzung kennt.

GovTechs sollten ihre Energie nicht dort investieren, wo sie zwar als Experimente geduldet, aber echte Veränderungen verhindert werden.

Das Ergebnis dieses Problems ist in vielen Ländern ähnlich: isolierte GovTech-Projekte, -Pilotvorhaben, Wettbewerbe, -Labs und plakative Maßnahmen, aber kaum Breitenwirkung. GovTech findet statt, bleibt jedoch häufig in Insellösungen stecken.

Titelbild der eGovernment-Ausgabe 02/2026
(Bildquelle: VIT)

eGovernment-Ausgabe 02/2026

Dieser Beitrag stammt aus der eGovernment 02/2026, die Sie über unser Ausgabenarchiv herunterladen können.

Vor diesem Hintergrund wird oft gefragt, ob sich GovTech für Verwaltungen überhaupt lohnt. Die spannendere Frage ist jedoch eine andere: Lohnen sich bestimmte Verwaltungen für GovTechs überhaupt? Denn GovTech ist längst erwachsen geworden. Viele Start-ups sind professioneller, selbstbewusster und wählerischer als noch vor einigen Jahren.

Unsere Antwort aufbauend auf der FNF-Studie fällt deshalb nüchtern aus: GovTechs sollten ihre Energie nicht dort investieren, wo sie zwar als Experimente geduldet, aber echte Veränderungen verhindert werden. Und zwar überall dort nicht, wo Innovationsbereitschaft beschworen wird, ohne die notwendigen Voraussetzungen wirklich schaffen zu wollen.

Die Autoren:

Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves(©  privat)
Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves
(© privat)

Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves ist Informatikprofessor und Politikwissenschaftler, leitet die Arbeitsgruppe „Digitale Transformation öffentlicher Dienste“ an der Universität Bremen und berichtet in der wissenschaftlichen Kolumne über aktuelle Forschungsergebnisse zur digitalen Verwaltung.
Zum Linkedin-Profil

Luca T. Bauer(©  privat)
Luca T. Bauer
(© privat)

Luca T. Bauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsgruppe „Digitale Transformation öffentlicher Dienste“ an der Universität Bremen und forscht mit einem starken Fokus auf GovTech und deutschen Innovationsökosystemen im öffentlichen Sektor. Er ist Co-Sprecher des Arbeitskreises GovTech des NEGZ.
Zum Linkedin-Profil

(ID:50691512)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung