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Diese Programme kennen keinen Transaktionsstatus wie GAEB (D83, x83 für den Status der Angebotsaufforderung bzw. D84, x84 für den Status der Angebotsabgabe etc.); sie eröffnen kaum eine Möglichkeit zur Vermeidung von Änderungen und erschweren somit die elektronische Verarbeitung und vor allem eine verlässliche elektronische Auswertung.
Doch dies ist auch im Umfeld der Liefer- und Dienstleistungen von größter Notwendigkeit und stellt eine erforderliche Erweiterung des gerade verabschiedeten xVergabe-Formats dar. In der Kostenmessung der Prozesse öffentlicher Aufträge aus Sicht der Wirtschaft und der öffentlichen Auftraggeber (Ramboll-Studie) wurden dann genau auch die Vereinheitlichung der Inhalte und damit der Ausbau der elektronischen Verarbeitungsmöglichkeiten als wesentliche Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung gesehen.
Der Aufbau von Wertungsschemata nach UfAB oder die Arbeitskreise zur produktneutralen Ausschreibung von IT-Produkten gehen alle in die Richtung, dass es beiden Seiten – den Einkäufern bei den öffentlichen Auftraggebern, aber auch den Angebotsbearbeitern in der Wirtschaft – alleine dadurch einfacher gemacht werden, dass gleiche Dinge auch gleich behandelt und beschrieben werden.
xLV – wie kann das aussehen?
Inzwischen existieren einige – noch wenige – Werkzeuge zur Erstellung strukturierter Leistungsverzeichnisse in diesem Bereich. Diese beinhalten zwar bereits ein Regelwerk für den inhaltlichen Aufbau von LV, sind aber noch herstellerspezifisch und verfügen derzeit nicht über weitere Regelungen für den Datenaustausch. Diese offenen Probleme müssen mit der anbieterübergreifenden Entwicklung eines xLV-Standards gelöst werden.
In der Grafik unten wird diese Idee ansatzweise skizziert. Demnach verfügt das xLV genau über die gleichen Eigenschaften wie GAEB-DA. Der xLV müsste demnach ein Deskriptionsstandard für die inhaltliche Beschreibung und ein Transaktionsstandard für einen elektronischen Austausch über die verschiedenen Phasen der Ausschreibung hinweg sein.
Künftige Perspektiven
Die Notwendigkeit xLV zu entwickeln ist schnell einsichtig, der Weg dahin ist aber steinig und noch weit. Hier muss es gelingen, dass analog zum GAEB die wesentlichen Anbieter von SW-Lösungen und der großen öffentlichen Auftraggeber an einem Strang ziehen.
Der Erfolg des xLV forciert den Erfolg der xVergabe und damit der elektronischen Vergabe in Deutschland. Doch zuvor müssen hier einige Befindlichkeiten erkannt und dann ausgeräumt werden.
Jeder muss bereit sein, sich einzugestehen, dass es auch andere gute Ansätze und Lösungen gibt, die „würdig“ sind, in den Standard einfliessen zu dürfen. Aber am Ende wäre es ein großer Schritt: Interoperabilität nicht nur technisch über Plattformen – sondern auch inhaltlich – reduziert viele Kosten in Vergabeverfahren.
Und dafür lohnt sich die Anstrengung!
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