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Europa auf dem Weg zum digitalen Euro

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Wie ist der Zeitplan?

Mit der Einführung eines digitalen Euros wird frühestens 2026 gerechnet. Mitte Juli 2021 beschloss die EZB, die Vorarbeiten auf die nächste Stufe zu heben: In einer zweijährigen Untersuchungsphase geht es seit Oktober 2021 etwa um Technologie und Datenschutz. Im Oktober des laufenden Jahres will der EZB-Rat entscheiden, ob eine Vorbereitungsphase zur Entwicklung und Erprobung des digitalen Euros eingeleitet werden soll, wie EZB-Direktoriumsmitglied Panetta jüngst sagte: „Diese Phase könnte zwei oder drei Jahre dauern. Wenn der EZB-Rat und die europäischen Gesetzgeber – Mitgliedstaaten und Mitglieder des Europäischen Parlaments – zustimmen, könnten wir den digitalen Euro in drei oder vier Jahren einführen.“

Gibt es auch in anderen Regionen digitale Währungen?

Weltweit arbeiten nach Angaben des Bundesfinanzministeriums aus dem April 114 Staaten an der Entwicklung des sogenannten digitalen Zentralbankgelds (Central Bank Digital Currencies – CBDC). Anfang Februar beispielsweise teilten das britische Finanzministerium und die Bank of England mit, die Einführung eines digitalen Pfunds zu prüfen. Vergleichsweise weit vorangeschritten ist in Europa das Projekt E-Krona der schwedischen Zentralbank, denn in dem skandinavischen Land werden Schein und Münze kaum noch genutzt.

China arbeitet schon länger an einer digitalen Variante seiner Währung Renminbi. „Der chinesische digitale Renminbi (e-CNY) etwa verzeichnete schon Ende des Jahres 2021 über 260 Millionen Nutzerinnen und Nutzer“, schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht April 2023. „Elf Staaten hatten im März 2023 digitales Zentralbankgeld bereits breit im Markt eingeführt, darunter Nigeria und Jamaika.“

Wie stehen Verbraucher zu der Idee eines digitalen Euro?

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht die Arbeiten an einem digitalen Euro mit Skepsis. In einer Ende Mai veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) stimmten drei Viertel der 1008 Befragten (76 Prozent) der Aussage „sehr“ beziehungsweise „eher“ zu, dass ein digitaler Euro nicht notwendig sei, weil die vorhandenen Zahlungsmöglichkeiten vollkommen ausreichten.

Auch der CSU-Europaparlamentarier Markus Ferber sagt: „Weder EZB noch Europäische Kommission haben bisher plausibel erklären können, worin der konkrete Mehrwert des digitalen Euros für die Bürger besteht.“ In der BdB-Umfrage kam jedoch auch heraus: Weniger als ein Drittel (29 Prozent) der Befragten hat aktuell überhaupt eine Vorstellung davon, wie eine digitale Variante der europäischen Gemeinschaftswährung ausgestaltet sein könnte und wozu ein digitaler Euro genutzt werden könnte.

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