Bargeld oder Karte? Verwaltung im Wandel Digitale Zahlungen in der Verwaltung

Ein Gastbeitrag von Mandy Greiser 4 min Lesedauer

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Noch ist Bargeld in deutschen Amtsstuben Alltag, während Nachbarländer bereits beinahe vollständig digital zahlen. Was Deutschland dabei von den Niederlanden lernen kann – und warum der Wandel mehr ist als Technik.

Bargeld ist noch immer das bevorzugte Zahlungsmittel vieler Deutscher. Doch im behördlichen Kontext wird es zunehmend schwieriger diesen Zahlungsweg anzubieten.(©  Dilok - stock.adobe.com)
Bargeld ist noch immer das bevorzugte Zahlungsmittel vieler Deutscher. Doch im behördlichen Kontext wird es zunehmend schwieriger diesen Zahlungsweg anzubieten.
(© Dilok - stock.adobe.com)

In vielen europäischen Nachbarstaaten ist bargeldloses Bezahlen längst Teil des Alltags. Die Niederlande sind eines der prominentesten Beispiele: Ob im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder im Rathaus – fast überall wird digital gezahlt. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 90 Prozent der Bürger zahlen dort bargeldlos. In Deutschland dagegen ist Bargeld nach wie vor ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens – besonders in der Verwaltung.

Doch warum ist das so? Und wie könnte eine moderne Bezahlinfrastruktur in der öffentlichen Hand aussehen? Ein Blick in die Praxis zeigt: Der Umstieg bringt viele Chancen mit sich – aber auch Herausforderungen, die nicht allein technischer Natur sind.

Warum hält Deutschland am Bargeld fest?

Wer durch deutsche Städte schlendert, bemerkt schnell: Es gibt noch große Unsicherheiten und Uneinigkeiten: Das Restaurant nebenan nimmt nur Bargeld an, der Parkscheinautomat nimmt nur noch Kartenzahlung entgegen – und dann ist er auch noch defekt (wie das folgende Beispiel zeigt).

Realität in Deutschland: Technische Hürden im Alltag, wie ein defekter Parkscheinautomat, der nur Kartenzahlung annimmt, sorgen dafür, dass die digitale Zahlung unattraktiv erscheint.(Bild:  JCC Software GmbH)
Realität in Deutschland: Technische Hürden im Alltag, wie ein defekter Parkscheinautomat, der nur Kartenzahlung annimmt, sorgen dafür, dass die digitale Zahlung unattraktiv erscheint.
(Bild: JCC Software GmbH)

Solche Situation verstärken die Unsicherheit und das Vertrauen in digitale Zahlungen. Auch wenn sich in vielen Bereichen die Kartenzahlung etabliert hat, ist der Griff zum Geldschein vielerorts noch Gewohnheit. Ein Grund dafür könnte in der deutschen Geschichte liegen:

Währungskrisen wie die Hyperinflation in den 1920er Jahren oder die Umstellung zur D-Mark nach dem Zweiten Weltkrieg haben Spuren hinterlassen. „Nur Bares ist Wahres“ – ein geflügeltes Wort, das nicht nur älteren Generationen im Ohr liegt. Bargeld vermittelt ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Man sieht, was man hat. Und was man hat, das hat man.

Gleichzeitig empfinden viele den Zugang zu Bargeld als zunehmend mühsam: Laut einer Bundesbank-Studie von 2023 gaben 15 Prozent der Befragten an, dass es schwierig sei, einen Geldautomaten zu erreichen – doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Wie Deutschland zahlt

Trotz der kulturellen Prägung hin zum Bargeld verändert sich das Zahlungsverhalten allmählich. Laut Bundesbank wurde 2023 nur noch rund die Hälfte aller Transaktionen mit Bargeld getätigt. Besonders in größeren Städten und bei jüngeren Menschen dominiert die Kartenzahlung.

Spannend ist dabei: 44 Prozent der Befragten würden am liebsten auf Bargeld verzichten, wenn sie die freie Wahl hätten. Doch oft fehlt schlicht die Möglichkeit – besonders in öffentlichen Einrichtungen.

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