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Die zweite Generation
Reisedokumente der zweiten Generation sollten über einen weiteren biometrischen Datensatz verfügen. Neben dem Gesichtsfoto wurden zwei Fingerabdrücke gefordert, um die Identität des Passinhabers mit einem zweiten Faktor nachweisen zu können. Seit Juni 2009 werden solche Reisepässe in den EU-Mitgliedstaaten ausgegeben.
Da der Fingerabdruck nicht in gedruckter Form verfügbar ist, wurde der Zugang zu diesem Datensatz mit einem zusätzlichen Sicherheitsschlüssel abgesichert. Der Zugangsmechanismus dieser zweiten Generation wird deshalb als „Extended Access Control (EAC)“ bezeichnet. Das Inspektionssystem an einer Grenzkontrolle muss diesen EAC-Schlüssel kennen, um die Fingerabdruckdaten aus dem Pass entschlüsseln zu können.
Die dritte Generation
In den 28 EU-Mitgliedsstaaten wird seit 1. Januar 2015 die dritte Generation Reisepässe ausgegeben. Diese beinhaltet weiterhin Gesichtsfoto und zwei Fingerabdruckdaten, schützt jedoch dank des „Supplemental Access Control“ (SAC) noch besser vor unbefugtem Zugriff auf die Passdaten.
Der Wechsel zu elektronischen Reisepässen mit digitalen Daten führte in mehreren europäischen Staaten zur Erprobung automatisierter Grenzkontrollen.
Die Überprüfung des Passes und des Passinhabers, der mindestens 18 Jahre alt sein muss, erfolgt bei diesen Grenzkontrollen nicht mehr durch einen Grenzbeamten, sondern automatisiert: durch einen Computer sowie weitere Komponenten zum elektronischen Lesen des Passes und zum Abgleich der biometrischen Daten des Reisenden.
Nach erfolgreichem Feldversuch am Flughafen Frankfurt/Main unter der Bezeichnung „EASYPASS“ wurden eGates ab 2014 schrittweise in Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Berlin und München eingeführt. Mittlerweile gibt es hier über 100 Installationen. Außerhalb Deutschlands kommen automatisierte Grenzkontrollen nicht nur an allen großen europäischen Flughäfen zum Einsatz – weltweit nutzen dies bereits 40 Staaten.
Eine führende Rolle bei dieser Technologie hat Großbritannien eingenommen, wo allein im vergangenen Jahr über 16 Millionen Grenzübertritte an eGates gezählt wurden. Dort wird zur Identifizierung am häufigsten die Gesichtsüberprüfung eingesetzt, Frankreich und Spanien hingegen überprüfen vor allem Fingerabdrücke.
Die vierte Generation an Reisepässen muss vor allem zwei Aspekten gerecht werden: der starken Zunahme von Überschritten an Schengen-Grenzen und der Digitalisierung von Passdaten, um sichere und reibungslose Grenzkontrollen zu ermöglichen.
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