Live aus dem CDO-Zirkel

Ein Elfenbeinturm mit Ohren?

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Zuhören im Maschinenraum

Wir können – wie zuletzt in dieser Kolumne, als der Blick in die bayerische Landeshauptstadt gerichtet wurde – ganz wunderbar über „New Work“ und artverwandte Dinge plaudern. Wir sollten auch weiterhin den Blick in die Zukunft richten, um aufs Morgen vorbereitet zu sein. Doch es braucht, damit die digitalen Dinge wirklich Nutzen stiften und Wirkung zeigen, wohl noch sehr viel mehr echtes Zuhören als Grundlage von gelebter Partizipation und kluger Optimierung. Nicht in hübschen Hochglanzbroschüren, nicht nur in tollen Strategiepapieren. Sondern in den Maschinenräumen der Amtsstuben. Genau dort, wo Beamte und Beamtinnen auf Bürgerinnen und Bürger treffen.

„Das machen wir doch! Schon längst!“ Wenn diese Reaktion beim Lesen resultiert: Super! Dann reden Sie bitte noch mehr mit anderen darüber, dass dies bei Ihnen der Fall ist – und vor allem: warum. Was genau die Grundlagen dafür sind, dass eine Abwehrhaltung „vom Fußvolk“, wie sie Peter Senge beschrieb, keine Rolle spielt, weil die Menschen wirklich beteiligt werden, weil ihnen tatsächlich zugehört wird.

Ja, das sollte – eigentlich – eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht, nicht überall. Das oben beschriebene Beispiel aus Berlin ist kein Einzelfall. Ein wenig neugieriges Recherchieren auf weiter unten in Organigrammen angesiedelten Positionen von Behörden hat mir gezeigt, dass fachliches Nachfragen und aktives Zuhören durch Führungskräfte auch an vielen anderen Orten jenseits der „Arm-aber-sexy-Hauptstadt“ noch deutlich ausbaufähige Prozesse sind. Zuhören? Denen, die direkt beteiligt sind? Das hat nichts mit Budgets oder IT zu tun, es ist eine Frage der Haltung und des Handelns.

Und möglicherweise lohnt sich hierfür auch der Austausch von CDO zu CDO. Wenn dabei mindestens ebenso viel zugehört wie gesprochen wird. Um voneinander zu lernen. Um dadurch eben auch zu erkennen und in die breitere Anwendung zu bringen, was es braucht, um denen mehr „akustische“ Aufmerksamkeit zu schenken, das Gehör denen zu widmen, die nicht nur Meckern oder Jammern, sondern ganz oft auch clevere Lösungsansätze parat haben.

Hören Sie einander noch mehr zu. Über Hierarchieebenen, ministeriale, Landes- und Stadtgrenzen hinweg. Um den Maschinenraum tiefer und besser zu verstehen, muss manchmal einfach nur tiefer und besser zugehört werden. Und zum besseren Zuhören gehört auch noch mehr nachfragen.

Power to the Amtsstube.
Power for the People.
Let's go, CDO.

Der Autor
Andreas Steffen ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des NEGZ und dort auch Co-Sprecher des CDO-Zirkels. Er ist Gründer und Managing Director bei 5STEP.

Bildquelle: NEGZ

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