Stadtwerkestudie 2023 Neue Aufgaben für die Stadtwerke

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Die Digitalisierung ist bei den Stadtwerken nach wie vor ein bedeutsames Thema, wurde aber von den Herausforderungen durch die Energiewende und den Fachkräftemangel verdrängt.

„Stadtwerke sind bereit, weiterhin in Energiewende-Technologien zu investieren“, versichert Kerstin Andreae vom BDEW(©  lassedesignen - stock.adobe.com)
„Stadtwerke sind bereit, weiterhin in Energiewende-Technologien zu investieren“, versichert Kerstin Andreae vom BDEW
(© lassedesignen - stock.adobe.com)

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Berater von Ernst & Young (EY) haben die diesjährige Stadtwerkestudie veröffentlicht, bei der deutschlandweit 100 Energieversorger befragt wurden. Demnach befinden sich die Einrichtungen nach wie vor in einem schwierigen Marktumfeld. Fast die Hälfte habe 2022 ein niedrigeres Ergebnis erwirtschaftet als im Vorjahr. „Langfristige Beschaffungsstrategien, der Rückgang von Gasmengen, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sowie der hohe Investitionsbedarf zur Umsetzung der Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende erhöhen den Transformationsdruck“, beschreibt Andreas Siebel, Partner und Sektorleiter Energy & Resources bei EY, die Herausforderungen. „Für Stadtwerke gilt daher mehr denn je, strategische Antworten auf diese Fragen zu finden und aus dem Krisenmodus herauszukommen.“

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont, dass die Erfahrungen aus der Energiekrise besonders bei den Themen erneuerbare Energien und Wärmeversorgung die Transformation beschleunigen: „Klar ist: Stadtwerke sind bereit, weiterhin in Energiewende-Technologien zu investieren und die Versorgungssicherheit zu stärken. Entsprechend passen sie ihre Investitionsstrategien an und schauen auch, welche neuen Geschäftsfelder ausgebaut werden können.“

Digitalisierung nicht mehr Nummer eins

Die Digitalisierung ist weiter unter den Trends bei den Stadtwerken, hat aber an Bedeutung verloren: 2022 stand sie noch an erster Stelle und war damit Topthema, nun belegt sie nur noch den fünften Platz. Als wichtiger erachtet werden der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Umsetzung der Wärmewende, die Gewinnung neuer Mitarbeiter und die IT- und Datensicherheit.

Was den Fortschritt bei der eigenen Digitalisierung betrifft, ist offenbar noch Luft nach oben. Der Status quo wird als „mittelmäßig“ bezeichnet. Kein Wunder, liegen doch die IT-Investitionen bei mehr als zwei Dritteln weiterhin unter einem Prozent des Jahresumsatzes. Immerhin nahmen aber mehr als die Hälfte der Befragten an Übungen zur Cyberabwehr teil.

Agil und pragmatisch

Die Corona-Krise wird dabei durchaus als Erfolgsfaktor für die Digitalisierung betrachtet. „In rasender Geschwindigkeit haben wir ein Niveau erreicht, für das wir sonst deutlich länger gebraucht hätten. Die Frage, ob man etwas auch anders machen kann, wurde gar nicht mehr gestellt — wir haben es einfach gemacht. Jede und jeder bei den Stadtwerken hat agiles und pragmatisches Agieren hautnah erlebt“, beschreibt Dr. Michael ­Fiedeldey, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg, die Situation während der Pandemie.

Mangelnde Investitionsbereitschaft in die Digitalisierung der Netze

Im Zusammenhang mit der Wärme- und Mobilitätswende überarbeiten laut Studie rund zwei Drittel der Stadtwerke ihre Zielnetzplanung für das Stromnetz, weil sich die Netzsituation durch mehr Stromeinspeisung und -verbrauch verändere. Hier sollte die Digitalisierung eigentlich eine Rolle spielen, tut sie aber kaum. Laut Studie ist das präferierte Mittel für die Integration der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende in die Stromnetze das Kupferkabel. „In vertiefenden Gesprächen wurde deutlich, dass der unzureichende regulatorische Rahmen ein zentraler Grund für die mangelnde Investitionsbereitschaft in die Digitalisierung der Netze ist“, heißt es im Bericht. Gleichwohl sei den Befragten der Stellenwert der Digitalisierung durchaus bewusst.

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