Impulspapier des NEGZ Digitaler Zwilling für ­besseres eGovernment

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Die Vorteile digitaler Zwillinge treten immer deutlicher zutage. ­Moritz Ahlers und Paul Raphael Schägner haben sich angesehen, was ein digitaler Zwilling des Staates leisten könnte.

Ob 3D-Modell von Deutschland oder medizinische Avatare: Digitale Zwillinge sind nützlich und effizient, auch bei der Gestaltung der Verwaltungsdigitalisierung.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Ob 3D-Modell von Deutschland oder medizinische Avatare: Digitale Zwillinge sind nützlich und effizient, auch bei der Gestaltung der Verwaltungsdigitalisierung.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Digitale Zwillinge werden derzeit vor allem als nützliches Werkzeug für bauliche Maßnahmen angewendet, beispielsweise für Brückensanierungen oder die Planung neuer Wohngebiete. Doch es gibt auch wesentlich größer gedachte Anwendungen wie Avatare für die medizinische Versorgung oder ein 3D-Modell von ganz Deutschland. Hierzu läuft noch bis Ende 2026 ein Projekt im Bundesamt für ­Kartographie und Geodäsie: Ein bundesweit einheitliches und vor allem präzises 3D-Modell von Deutschland soll „nachhaltige Entscheidungen bei allen Raum- und Geo-bezogenen Aufgaben der Bundesverwaltung“ unterstützen. Sämtliche Geo-Objekte wie Häuser, Ampeln oder Bäume sollen ­darin enthalten sein, sodass sich Zukunftsszenarien durchspielen lassen. Beispielsweise kann ein solcher Zwilling voraussagen, welche Flächen sich besonders für den Ausbau neuer Energien eignen oder welche Täler bei Starkregen überflutungsgefährdet sind.

Einen weiteren Aspekt bringt ein aktuelles Impulspapier des NEGZ ins Spiel. Der Jurist Moritz Ahlers und der Architekt Paul Raphael Schägner befassen sich darin mit dem Potenzial digitaler Zwillinge für die rechtliche Gestaltung der Staats- und Verwaltungsdigitalisierung. Das Impulspapier wurde in Workshops auf der NEGZ-Herbsttagung und mit dem Sekretariat des Nationalen Normenkontrollrates in Berlin erarbeitet und weiterentwickelt. Die zentralen Erkenntnisse des Papiers:

  • Kollaboration: Am digitalen Zwilling können Expertinnen verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten und Schnittstellen zu ihren Fachsystemen schaffen.
  • Optimierung der föderalen IT-Kooperation: Durch Simulationen können Folgen und Probleme von Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen frühzeitig erkannt werden.
  • Langfristige Planung & Transparenz: Im digitalen Zwilling des Staates können die komplexen Strukturen der verschiedenen Akteure wie Bund, Ländern, Kommunen, Kammern und IT-Dienstleistern erfasst und miteinander verknüpft werden. So können verschiedene Regelungsmodelle getestet, Interaktionseffekte beobachtet, Ergebnisse analysiert und staatliche Strukturen insgesamt nachhaltiger gestaltet werden.
  • Bessere Entscheidungsgrundlagen für Politik und Verwaltung: Durch Visualisierungen und Modellierung komplexer Verwaltungsstrukturen könnten durch datenbasierte Entscheidungen Reformen zur Staatsmodernisierung beschleunigt und transparenter und nachvollziehbarer gestaltet werden.

Die rechtliche Architektur des Staates könne von einem digitalen Zwilling, wie er als Building Information Model in der Architektur genutzt wird, profitieren, davon sind Ahlers und Schägner überzeugt. Er könne den Diskurs zwischen Politik und Verwaltung bezüglich der Staatsmodernisierung voranbringen und damit einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung im Allgemeinen leisten.

Nachlesen

Das NEGZ-Impulspapier „Digitaler Zwilling des Staates – Rechtliche Architektur für eine modellbasierte Staatsmodernisierung“ ist online abrufbar.

Zum Impulspapier

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