IT-Kulturmanagement

Digitale Strategie für Öffentliche Bibliotheken: Moderne Bibliothekssysteme

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Was zu tun ist

Eine Voraussetzung für eine moderne Bibliothek ist, dass sich das Katalogmanagement wandelt und an den Suchgewohnheiten der Gegenwart orientiert. Das heißt, es muss intuitiver werden und „klügere“ Algorithmen verwenden. Denkbar sind Schritte wie die Funktion einer Expertensuche abzuschaffen. Wichtig ist es zudem für die Bibliotheken, personalisierbare Management-Lösungen einzusetzen, die sich den individuellen Ansprüchen der Institutionen anpassen können: So kann auf lokale Erfordernisse und Parameter eingegangen werden, beispielsweise Vorgaben und Satzungen.

Solche personalisierbaren Management-Lösungen bieten Unternehmen wie die BiBer GmbH, deren Lösung etwa in der Stadtbibliothek Essen zum Einsatz kommt. Wichtiges Kriterium ist die Serviceorientierung des Anbieters. Wird intern umstrukturiert oder ändern sich die Anforderungen, muss der Anbieter darauf reagieren können, ohne die Funktionalität einzuschränken.

Eine weitere Aufgabe und zugleich Herausforderung, bei der ein leistungsstarkes Bibliotheksmanagement hilfreich ist, stellt das Zusammenführen von digitalen und analogen Beständen dar – hier geht es darum, umfassende Informationen gut vernetzt zur Verfügung zu stellen. Auf diesem Wege können Bibliotheken breiteren Bevölkerungsschichten einen Zugang zu digitalen Beständen und Medien ermöglichen. Digitale und analoge Bestände sind gleichwertig und ergänzen sich gegenseitig. Deshalb ist es nicht nur im gesellschaftlichen Interesse, die beiden Welten zu verbinden – Bibliotheken müssen ihre eigenen Angebote besser vermarkten und ihre Bestände entsprechend aufbereiten können.

Zudem können Bibliotheken mit einer leistungsstarken Lösung besser im städtischen Netzwerk agieren und lokale Infos bieten. Denkbar ist beispielsweise, lokale historische Dokumente aus städtischen Archiven mit der Stadt- oder Gemeindebibliothek und ihren Zweigestellen zu verbinden, so dass auch Kunden der Bibliothek leichteren Zugriff darauf haben.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist es, den eigenen Katalog für mobile Endgeräte ­gut aufzubereiten, um gerade eine jüngere Zielgruppe für Bibliotheken zu begeistern. Was außerdem für eine gute Management-Lösung spricht ist der Umstand, dass Bibliotheken und andere Institutionen auf Freiwillige setzen, um eine angespannte Personaldecke zu entlasten und dennoch die Digitalisierung vorantreiben zu können. Freiwillige müssen aber angelernt werden, was durch eine intuitive Lösung erleichtert wird. Außerdem benötigen sie mobilen Zugang zum Content Management System (CMS).

Öffentliche Bibliotheken sind also mit vielen Aufgaben konfrontiert, die sie 2016 begleiteten und auch 2017 weiter fordern werden. Einiges müssen die Bibliotheken selber bewältigen: Um ihre Stellung und Relevanz zu erhalten, gilt es, den Wandel durch Digitalisierung und gesellschaftliche Prozesse gestalten zu wollen. Gefragt sind die Verantwortlichen, die mit frischen Ideen neue Konzepte entwerfen und alte modernisieren. Anderen Herausforderungen können sie nur begegnen, wenn Bund und Länder sie unterstützen. Entscheidend ist es aber, eine digitale Strategie zu erarbeiten und auf eine leistungsfähige, integrierte Lösung für das Bibliothekssystem zu setzen – dann ist ein großer Schritt getan, um allen Schwierigkeiten zu begegnen.

* Sven Totte, Managing Director bei Axiell Public Library AB und Frank Gräfe, Geschäftsführer der BiBer GmbH

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